Bürgermeisterwahl in Altenahr

Klare Vorstellungen für die Zukunft Altenahrs

Familienidyll: Bürgermeister-Kandidat Thomas Karutz mit Ehefrau Fabricia und Tochter Anaïs. FOTO: GAUSMANN

Familienidyll: Bürgermeister-Kandidat Thomas Karutz mit Ehefrau Fabricia und Tochter Anaïs. FOTO: GAUSMANN

ALTENAHR. Der General-Anzeiger stellt die Verbandsbürgermeister-Kandidaten in Altenahr vor. Heute: Thomas Karutz (CDU).

Am Sonntag, 10. März, entscheiden rund 9000 Bürger der Verbandsgemeinde Altenahr, wer künftig auf dem Chefsessel des Altenahrer Rathauses Platz nimmt. Nach drei Amtsperioden hört Verbandsbürgermeister Achim Haag auf. Um seine Nachfolge beworben haben sich Thomas Karutz (CDU) und Cornelia Weigand, die als parteilose Kandidatin ins Rennen geht, aber von der SPD und den Grünen auf den Schild gehoben wurde. Karutz wird auch von der FDP gestützt, für Weigand sprechen sich indes die Freien Wähler aus. Der General-Anzeiger hat die Kandidaten besucht. Heute: Thomas Karutz.

Wenn Thomas Karutz stolz ist, dann auf zwei Frauen. Auf Ehefrau Fabricia (37) und Tochter Anaïs, die vor fünf Monaten als Frühchen auf die Welt kam. Davon sieht man der Kleinen heute nichts mehr an, dafür imitiert sie immerhin schon Papas Frisur. Und fordert ihn auch nonverbal zur Arbeit auf. Windeln wollen schließlich gewechselt werden, und da herrscht Gleichberechtigung im Hause Karutz in Altenahr.

Familie ist denn auch die größte Leidenschaft des 38-Jährigen, der in vierter Generation in Altenahr lebt. Zwar hat ihn sein Beruf, Karutz ist Diplom-Betriebswirt, 15 Jahre als Projektmanager und Unternehmensberater vor allem für Erneuerbare Energien in alle Welt geführt, doch Altenahr ist für ihn Heimat. Dort ist er aufgewachsen, hat sein Abitur am Bad Neuenahrer Are-Gymnasium gemacht, Bankkaufmann gelernt und dann noch mal studiert. Und auch wenn er mal „weg war“, irgendwie hat ihm seine Heimat gefehlt: bei der Feuerwehr, auf dem Tennisplatz, im Blasorchester, im Karneval oder eben beim Junggesellenverein Altenahr, den er lange als Präsident geführt hat. Vertrautes mag er, doch Neugier noch mehr.

„Ich gehe gerne auf Menschen zu“, sagt Karutz im Gespräch mit dem General-Anzeiger. „Das macht Spaß.“ Ebenso wie die Torte aus Mett und Tatar, die es zur Hochzeit gab. Ehrlich? „Ich vertrag' so einiges nicht, hab' Unverträglichkeiten gegen Süßes“, gesteht der passionierte Wanderer seine Vorliebe für herzhaftes Essen ein: Vorspeise Tatar, Hauptgericht Steak. Kann man von leben, ihm schmeckt's.

Schmecken würde Karutz aber erst recht die Arbeit im Altenahrer Rathaus. „Ich will meine Erfahrungen einbringen“, sagt der Kandidat, „offen sein für die Menschen, ihre Ideen aber auch ihre Nöte.“ Denn auch Letztere gibt es hinter den zum größten Teil schmucken Fassaden der Häuser zwischen Watzel, Marienthal und Hönningen. Das hat er bei seinen Hausbesuchen gemerkt. Da soll sein Wahlspruch greifen: „Zuhören, entscheiden, anpacken.“

Klare Vorstellungen und Ziele

Da helfen auch Kontakte. Die hat er mit den Bürgermeistern der umliegenden Kommunen schon mal geknüpft. So war der Ahrtal-Tourismus Thema mit Guido Orthen in der Kreisstadt, Wirtschaftsförderung mit Achim Juchem von der Grafschaft und auch mit Guido Nisius aus dem Adenauer Rathaus hat Karutz Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet: „Wenn wir als Region gemeinsam auftreten, rücken auch die Fördertöpfe näher.“ Daher begrüßt er auch die neue Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH als Instrument für das Werben um Gäste und Geld. Denn dass das Langfigtal dringend die neue Brücke braucht, ist auch Thema bei den Touristen, die in Ahrweiler oder Bad Neuenahr logieren. Da helfe Gemeinsamkeit. Ebenso wie bei den vielen Parallelveranstaltungen an der Ahr. Da gehören für ihn „alle Protagonisten für das Wir-Gefühl an einen Tisch“, um den Blick für das Gesamte zu schärfen. „Touristisch können wir nur als Region erfolgreich sein“, blickt Karutz in die Zukunft und gibt Kirchturmdenken eine Absage.

Eine klare Ansage gibt es zur Wirtschaftsförderung: „Da muss ein Verbandsbürgermeister bis Mainz, Berlin und notfalls Brüssel aktiv werden“, sagt Karutz, der den Wissenspool des Rathauses teilen möchte. „Das ist Mehrwert“, erklärt der Betriebswirt, dessen Ziel es ist Strategien für die Gemeinden und die Verbandsgemeinde zu entwickeln. Dies auch als eine Art Treiber, Initiator und Lotse.

Da will er seine ganze Kernkompetenz reinstecken: Netzwerken. „Da bin ich voll in meinem Element und komm so richtig in Fahrt“, sagt Karutz, der aber auch sehen will, was mit öffentlichem Geld gemacht wird. „Das Ausgabeverhalten kontrollieren“ ist für ihn kein Misstrauen, sondern ein „Sicherstellen, dass Mittel auch gut angelegt sind“.

Gut angelegt sind für ihn Investitionen der Gastronomie in Barrierefreiheit. Dies auch unter dem bereits bestehenden Motto „Tourismus für alle“. Es müsse Attraktivität für alle erzeugt werden. Und dazu gehöre auch der Kampf gegen die Leerstände, die es in einzelnen Orten gibt. Bei Häusern gelte es die Kommunen so attraktiv zu machen, dass junge Familien kommen statt wegzuziehen, im Gastgewerbe gelte es mit neuen Ideen neue Klientel zu gewinnen, siehe Barrierefreiheit.

Und was wünscht sich Karutz noch? Datenautobahn statt Bummelzug, E-Loks auf der Ahrtalbahn, viel Photovoltaik, ein mobiles Rathaus, einen Vereinsberater, ein Reparaturcafé und im General-Anzeiger in acht Jahren die Schlagzeile „Wort gehalten“.

Informationen über das Programm des Kandidaten unter www.thomas-karutz.de.