Haushalt Bad Breisig

In Bad Breisig soll kräftig investiert werden

Die Wegeführung an der Bad Breisiger Rheinpromenade soll verändert werden, Aussichtsplateaus sollen entstehen.

Die Wegeführung an der Bad Breisiger Rheinpromenade soll verändert werden, Aussichtsplateaus sollen entstehen.

Bad Breisig. Die Sanierung der Römer-Thermen, der Neubau eines Kindergartens, der Bau einer neuen Mehrzweckhalle und nicht zuletzt die Neugestaltung der Rheinuferpromenade stehen in Bad Breisig für die nächsten zwei Jahre an.

Wie Bad Breisig in seine Zukunft investieren will, zeigte sich bei der Vorstellung des Haushaltes. Die Sanierung der Römer-Thermen, der Neubau eines Kindergartens in Oberbreisig, der Bau einer neuen Mehrzweckhalle und nicht zuletzt die Neugestaltung der Rheinuferpromenade stehen für die nächsten zwei Jahre an. Geschätzte rund zwölf Millionen Euro wird die Stadt mit Hilfe des Landes in die Hand nehmen müssen, um die Infrastruktur zu verbessern.

Gäste und Einheimische werden insbesondere ein Augenmerk auf die seit mehr als drei Jahren geplante Neugestaltung des Rheinufers legen. Vierhundert Meter ist die Promenade lang, gesäumt von Hotels und Gastrobetrieben, die insbesondere in den Frühlings- und Sommermonaten Spaziergänger, Ausflügler, Wanderer und Radfahrer anlocken. Die Potenziale, die im durchaus idyllischen Uferbereich stecken, sind jedoch nicht ausgeschöpft. Das soll sich ändern. In mehreren Bauabschnitten will die Stadt mit Hilfe von hohen Fördermitteln für eine neue Optik, eine neue Radwegeführung und eine bessere Ausnutzung der Flächen sorgen.

Abgespeckte Version soll auf den Weg gebracht werden

„Die Schokoladenseite unserer Stadt soll auch die Schokoladenseite bleiben“, meinte Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch bereits 2015, als die ersten Planungen des Bad Breisiger Büros „H2R“ vorgestellt wurden. „Gäste sollen gerne wiederkommen wollen, Radfahrer sollen anhalten, Wanderer sollen zum Verweilen eingeladen werden“, so die Bürgermeisterin. Allerdings erwies sich die Verschönerungsmaßnahme als zu teuer. Planer Horst Huhmann legte eine abgespeckte Variante vor, deren Umsetzung nicht mehr 1,5 Millionen Euro, sondern nur noch rund 1,2 Millionen Euro kosten soll.

Vordringliches Ziel bleibt, die Promenadenfläche zu erweitern, um mehr Raum für Aufenthalte und Veranstaltungen zu bekommen. Der Verkehr soll entzerrt, schöne Ausblick- und Durchblickmöglichkeiten mit Sitzgelegenheiten geschaffen, Flächen geordnet, Relaxzonen gebaut werden. Dabei gilt es, Böschungsanlagen zu verlagern, um für die Promenade mehr Breite zu gewinnen. Besonderer Blickfang soll dabei eine treppenähnlich angelegte Sitz-, Ausblick- und Treffmöglichkeit bilden, die im Zentrum der Promenade entstehen soll.

Ursprünglich hatte man gehofft, im Herbst 2016 mit dem Umbau der Promenade beginnen zu können. Neue Planungen und Kalkulationen sorgten für Verzögerungen. Nun beschäftigte sich der Bauausschuss erneut mit der Thematik. Mit einer verkleinerten Stufenanlage und dem Wegfall eines Bauabschnittes in Richtung Kurpark will man nun die Zuschussbewilligungsbehörden überzeugen.

Die SPD zog dabei übrigens nicht mit. Sie befürchtet, Radwanderer könnten allzu flott an Bad Breisig vorüberradeln und durch eine neue Wegeführung wenig Anreiz finden, vor den Gastrobetrieben anzuhalten und Geld in der Stadt zu lassen.

Im nächsten Jahr wird nun auch die seit langem anstehende Sanierung der Römer-Thermen in Angriff genommen. Kostenpunkt: rund 3,3 Millionen Euro. Zwischen November 2019 und Februar 2020 wird das Bad nach derzeitigem Zeitplan wegen der Generalsanierung geschlossen sein. Was zwangsweise zu einem Einbruch bei dem Umsatzerlösen führen wird. Der Wirtschaftsplan für den städtischen Eigenbetrieb sieht daher für das nächste Jahr auch einen Gesamtverlust in Höhe von 1,147 Millionen Euro vor, rund 400 000 Euro mehr als in 2018.

In Auftrag gegeben ist inzwischen ein „Betriebskonzept“. Externe Fachleute sollen Sparmöglichkeiten finden und Erlössteigerungschancen aufzeigen. Bis 2022 – so das Ziel – sollen die Jahresverluste zumindest unter die Millionen-Grenze gedrückt werden.

Die Jahnhalle ist in die Jahre gekommen

Noch keine konkreten Kostenschätzungen gibt es für den Neubau eines weiteren Kindergartens sowie den Bau einer Mehrzweckhalle. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat, jeweils eine detaillierte Kostenermittlung in Auftrag zu geben. Zumindest 90 neue Kindergartenplätze sollen auf dem Gelände des Sportplatzes in Oberbreisig nebst „Mehrgenerationensportanlage“ entstehen. Obwohl der dortige Bebauungsplan und Flächennutzungsplan geändert werden müssen, glaubt Stadtbürgermeisterin Hermann-Lersch, dass der neue Kindergarten in zwei Jahren stehen kann. Bis dahin, so die Hoffnung, habe sich auch die Personalsituation in der Erzieherinnen-Branche wieder entzerrt. Derzeit ist es kaum möglich, Kindergartenpersonal zu finden.

In die Jahre gekommen und marode ist die an der B 9 gelegene „Jahnhalle“. Sie ist die einzige größere Versammlungsstätte der Bad Breisiger. Eine Sanierung lohnt kaum, zumal es auch an Stellplätzen mangelt. Mit einer 90-prozentigen Förderung könnte die Stadt rechnen, wenn sie beim Neubau Mittel aus dem Zuschussprogramm „Aktive Stadt“ erhält. „Wenn wir mit der Halle in dieses Programm aufgenommen würden, wäre das ein Geschenk des Himmels“, hofft Hermann-Lersch.

Um in den Genuss der vom Land ausgeschütteten Gelder zu kommen, muss allerdings sehr bald eine Entwurfsplanung für eine neue Mehrzweckhalle vorgelegt werden. 18 mal 37 Meter soll die neue Versammlungsstätte groß werden. Auch der Bauplatz ist schon ausgeguckt: In unmittelbarer Nähe der Römer-Therme könnte der Bau entstehen. Nun werden die Kosten ermittelt.