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Bahn und Bus: Kritik am Nahverkehr im Kreis Ahrweiler

Bahn und Bus : Kritik am Nahverkehr im Kreis Ahrweiler

Der NRW-Landtagsabgeordnete Oliver Krauß ist zu Gast bei den „Freunden der Ahrtalbahn“. Kritik gibt es an der Preispolitik im Nahverkehr.

Über Unterstützung aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen für die Ahrtalbahn haben sich die „Freunde der Ahrtalbahn“ bei ihrem Stammtisch gefreut. Dort hießen sie den Landtagsabgeordneten Oliver Krauß (CDU) aus Bonn willkommen, der im NRW-Landtag unter anderem dem Verkehrsausschuss angehört und nach eigenen Angaben seit Jahren die vielfältigen Aktivitäten der Ahrtalbahnfreunde verfolge. Nach der Begrüßung durch deren Sprecher Wolfgang Groß sprach Krauß über Überlegungen, das sogenannte „Kölner Dieselnetz“ mit Oberbergischer Bahn, Eifelstrecke, Voreifelbahn und Ahrtalbahn zu elektrifizieren. Für eine Elektrifizierung der Ahrtalbahn bestehe eine Notwendigkeit, ebenso wie gegebenenfalls die Prüfung alternativer Antriebsarten (unter anderem Wasserstoff), sofern die Errichtung einer Oberleitung in den Tunnels entlang der Ahr nicht möglich sein sollte.

„Der Entwurf für den Deutschlandtakt 2030+ sieht eine Verknüpfung der Ahrtalbahn (RB 30) mit der Rhein-Wupper-Bahn (RB 48) vor. Auch aus diesem Grund ist die Frage zu klären, welche Antriebsart auf dieser Verbindung zum Einsatz kommen soll. Denn die RB 48 (Mehlem - Bonn - Köln - Wuppertal) verkehrt mit Elektrotriebfahrzeugen, während die zum Kölner Dieselnetz gehörende Ahrtalbahn mit Diesel betrieben wird“, sagte Krauß.

Er verwies auch darauf, dass in Zusammenhang mit der Überlastung der linksrheinischen Bahnstrecke zwischen Köln und Remagen regelmäßig „Trassenkonflikte“ entstünden. Seine Kritik galt der Systematik der Trassenvergabe, da die Überlastung des Streckenabschnitts nicht berücksichtigt werde und es keinen Bestandsschutz für bestehende SPNV-Verbindungen gebe. Ausdrücklich dankte Krauß den Ahrtalbahnfreunden für deren „tolles Engagement“.

Das sei insbesondere hilfreich gewesen, als die Deutsche Bahn Überlegungen angestellt habe, wegen der Überlastung der linken Rheinstrecke alle Züge der Ahrtalbahn in Remagen enden zu lassen. Krauß: „Gerade die umsteigefreie Direktverbindung von der Ahr in die Bundesstadt Bonn ist jedoch attraktiv. Mit Hilfe der Ahrtalbahnfreunde konnte die Umsetzung der Pläne der DB verhindert werden.“

Besonderen Dank richtete Oliver Krauß auch an die Aktiven der Initiative Bahnhof Oberwinter. Bedauert wurde jedoch, dass mit dem Neubau des Bahnhofes Oberwinter die beiden Außengleise 1 und 4 verbaut werden und damit jegliche Möglichkeit zur Reaktivierung als Überholgleise genommen werde. Bei der gut besuchten Versammlung wurden überdies zahlreiche weitere Themen wie etwa auch die Tarifgestaltung angesprochen. Hinterfragt wurden die standardmäßigen Preiserhöhungen sowohl im VRS (Verkehrsverbund Rhein-Sieg) als auch im VRM (Verkehrsverbund Rhein-Mosel) wieder für 2020 und die Nicht-Anerkennung der Bahn-Card im VRS, etwa bei einer Fahrt von Dernau nach Bonn (anders als innerhalb des VRM mit 25 Prozent). Lob galt einem deutlich verbesserten Busangebot entlang der Ahr, und anders als der VRS, biete der VRM immerhin eine VRM-Card für jährlich 9 Euro an, womit im gesamten VRM-Gebiet ein Rabatt von 25 Prozent in allen Bussen und Bahnen gewährt werde.