Gesundheitsreport: Kreis Ahrweiler liegt 1,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt

Gesundheitsreport : Kreis Ahrweiler liegt 1,6 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt

1,6 Prozent niedriger als im Bundesdurchschnitt liegen die Fehlzeiten der Menschen im Kreis Ahrweiler laut dem jüngsten Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse für Rheinland-Pfalz. Bundesweit sind die Fehlzeiten im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent angestiegen, in Rheinland-Pfalz um 3,4 Prozent.

Das entspricht einem Plus von 0,28 Krankentagen je Arbeitnehmer bundesweit und 0,56 Tagen in Rheinland-Pfalz. "Im Kreis Ahrweiler waren im vergangenen Jahr im Vergleich zum Bundesdurchschnitt 1,9 Prozent weniger Fälle von Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen und 1,6 Prozent weniger Fehltage", sagt der Barmer-Bezirksgeschäftsführer, Jens Flüchter.

Je 100 Versicherte waren das im Kreis Ahrweiler 116 Krankheitsfälle und 1675 Arbeitsunfähigkeitstage, bundesweit 117 Fälle und 1702 Tage. Maßgeblich mitverantwortlich für den Anstieg der Fehlzeiten von 2011 auf 2012 waren laut Gesundheitsreport die ansteigenden Fehlzeiten mit Diagnosen psychischer Störungen.

Insgesamt verursachen die psychischen Erkrankungen aktuell 18,9 Prozent der Fehlzeiten und liegen damit nur noch knapp hinter den Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,3 Prozent), dann folgen Atemwegserkrankungen (12,3 Prozent) und Verletzungen (11,7 Prozent). Die Arbeitsunfähigkeitstage wegen psychischer Erkrankungen lagen im Kreis um 25,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Bezogen auf 100 Versicherte gingen damit bundesweit 320 Tage auf das Konto psychischer Erkrankungen, im Kreis Ahrweiler 402 Tage. Deutlich unter dem Bundesschnitt lagen im Kreis die Fehlzeiten wegen Verletzungen (minus 20,1 Punkte). Auf 100 Versicherte kamen bundesweit 203 verletzungsbedingte Fehltage, im Kreis Ahrweiler nur 162.

"Die Interpretation von Statistiken zu Arbeitsunfähigkeiten ist nicht einfach", sagt Flüchter. Führten doch gesundheitliche Einschränkungen erst ab einer bestimmten individuellen Schwelle dazu, dass der Arbeitnehmer krank geschrieben werde und nicht am Arbeitsplatz erscheinen könne.

"Ein Arbeitnehmer kann beispielsweise durchaus schon lange unter leichteren Kopfschmerzen gelitten haben, ehe er wegen zunehmender Beschwerden vom Arzt krankgeschrieben wird", betont Flüchter. Eine leichtere Fußverletzung könne bei reiner Bürotätigkeit am Schreibtisch durchaus ohne Fehlzeiten heilen.

Dagegen könne eine identische Verletzung bei körperlich belastenden Tätigkeiten, beispielsweise bei Briefträgern oder Bauarbeitern, zu mehrwöchigen Arbeitsausfällen führen. Hinzu kämen unterschiedliche Berufs- und Altersstrukturen, die zu uneinheitlichen Zahlen führen.