Ahrathon: Gelungene Mischung aus Sportevent und Volksfest: Kostüm-Läufer sind Salz in der Suppe

Ahrathon: Gelungene Mischung aus Sportevent und Volksfest : Kostüm-Läufer sind Salz in der Suppe

Beim Ahrathon steht neben der sportlichen Herausforderung vor allem der Spaß im Vordergrund. Den Organisatoren schien am Samstagvormittag das Lachen jedoch gründlich zu vergehen. Grund war der Dauerregen, der die Wege im Dahliengarten in eine Seenlandschaft verwandelt hatte.

Die wenigen Besucher zwängten sich unter die Schirme, die eigentlich Schutz vor der Sonne hätten bieten sollen. Während die Läufer planmäßig auf die Strecke geschickt wurden, drohte das Familienfest zu einem Schlag ins Wasser zu werden.

Aber als schon niemand mehr damit rechnete, hatte der Wettergott ein Einsehen. "Im Regen losgelaufen, mit der Sonne ins Ziel gekommen", kommentierte Organisatorin Michaela Wolff vom Weingut Sonnenberg klitschnass, aber erleichtert die Ankunft der Halbmarathoni. Auch in den Dahliengarten zog wieder Leben ein, so dass auch die vierte Auflage des Ahrathons zu dem wurde, was sie sein soll: eine gelungene Mischung aus sportlichem Wettkampf, Gourmet-Event und Volksfest.

Mit knapp 2000 Läufern, Nordic Walkern und Wanderern hat sich die Zahl der Teilnehmer seit der Premiere vor drei Jahren verdreifacht. Mit knapp 500 Startern stellte der Halbmarathon einmal mehr das größte Teilnehmerfeld. Noch einmal etwa 100 Hartgesottene nahmen die Marathonstrecke in Angriff. Einige hunderte Staffelläufer, Schüler und Nordic-Walker komplettierten das Feld.

Wie beim großen Bruder, dem legendären Médoc-Marathon, waren die kostümierten Läufer auch beim Ahrathon das Salz in der Suppe. Vom Glühwürmchen über römische Legionäre bis hin zu formvollendeten Weinbergschnecken reichte die Bandbreite der rund 100 Spaßvögel, die in ihren quietschbunten Verkleidungen Farbe ins Spiel brachten. Auf dem anspruchsvollen Rundkurs über 21 Kilometer, der zum Großteil über den bekannten Rotweinwanderweg führte, verwöhnten Weinbaubetriebe der Ahr und renommierte Gastronomie der Region die Läufer mit Gourmethäppchen und ausgesuchten Weinen.

Zu denen, die keinen einzigen Weinstand ausgelassen hatten, zählte etwa Olaf Grenz, der sich mit Schottenrock und einem imposanten Irokesenhaarteil ins Getümmel gestürzt hatte. "Ich habe jeden Wein mitgenommen und hatte eine Menge Spaß", zeigte sich der Bad Godesberger und Sieger des Kostümlaufs von der "Mordsstimmung" auf und neben der Strecke ziemlich beeindruckt.

Auch Carsten Hammelmann-Wirtz und Volkmar Schröder waren wieder mit von der Partie. Hatten sie im vergangenen Jahr als Asterix und Obelix den Kostümpreis gewonnen, zogen sie diesmal als Ahrweiler Weinbergsritter die Blicke auf sich. Den auf der Strecke gereichten Wein links liegen ließen jene, die um Bestzeiten und Siege kämpfen wollten. Dies gelang Annette Frings in der Königsdisziplin wieder in eindrucksvoller Manier. Die für die Selbstläufer Altenahr startende Athletin gewann zum vierten Mal in Folge den Marathon. Mit 3:22 Stunden hatte die 51-Jährige im Ziel satte 16 Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Heike Mohn aus Bielefeld. Noch deutlicher distanzierte Rene Spanier die Konkurrenz. Mit 2:55:33 Stunden knackte er die Drei-Stunden-Marke und ließ seinen Verfolger Peter Kirbach aus Holzheim gleich um gut 20 Minuten hinter sich.

Die vier Sieger der Langstrecken wurden ebenso in Wein aufgewogen wie die Gewinner der Kostümpreise. Während sich die Männer über elf und zwölf Kisten freuen durften, konnte Annette Frings mit sieben Kisten guten Ahrweins die Heimreise antreten. Den Preis für das schönste Gruppenkostüm räumten einmal mehr die Ehemaligen des Ahrweiler Peter-Joerres-Gymnasiums ab, die sich diesmal in "Mario Karts" gezwängt hatten.