Energieversorger in Ahrweiler: Kommunen gründen Gesellschaft

Energieversorger in Ahrweiler : Kommunen gründen Gesellschaft

Per Unterschrift haben die Bürgermeister von sieben Kommunen im Kreis Ahrweiler ihre strategische Partnerschaft mit der Koblenzer Energieversorgung Mittelrhein (EVM) besiegelt.

Die Städte Remagen, Sinzig und Bad Breisig, die Grafschaft sowie die Ortsgemeinden Burgbrohl, Gönnersdorf und Brohl-Lützig hatten die Neuvergabe ihrer Stromkonzession an die Option geknüpft, sich an den Netzen beteiligen zu können. Die EVM hatte sich im vergangenen Jahr gegen mehrere Wettbewerber durchgesetzt. Die Stadt- und Gemeinderäte hatten jeweils dem Projekt zugestimmt. Die Fäden liefen unter dem Arbeitstitel "Rhein-Graf-Werke" bei Bürgermeister Achim Juchem im Ringener Rathaus zusammen.

Ein Konsortialvertrag regelt die Zusammenarbeit und das weitere Vorgehen. Das sieht nach gemeinsamen Angaben von EVM und Juchem so aus. Die sieben Kommunen am Rhein und die EVM gründen zunächst eine neue gemeinsame Versorgungsgesellschaft, die auch über die EVM Strom anbieten wird. Parallel dazu kauft die EVM die Stromnetze von den RWE und bringt diese in die neue Gesellschaft ein. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Kommunen dann an der neuen Gesellschaft beteiligen - bis zu einem Anteil von insgesamt 74,9 Prozent. Den Betrieb der Netze wird die EVM Netz GmbH übernehmen. An diese sollen die Stromnetze verpachtet werden. Die neue Gesellschaft wird rund 60 000 Menschen mit Strom versorgen. Ihr Leitungsnetz verzweigt sich auf einer Fläche von mehr als 117 Quadratkilometern. Die EVM ist zwar bereits im Besitz der Stromkonzession. Bis zum Verkauf der Stromnetze sind aber noch die RWE für den Betrieb der Stromnetze verantwortlich.

Und eine neue Idee macht von sich reden. Denn mit dem Arbeitstitel "Rhein-Graf-Werke" konnten sich Juchem und seine Bürgermeister-Kollegen nie so richtig anfreunden. Sie starten eine Aktion, und die sieht so aus: "Streng vertraulich" steht auf einer Postwurfsendung, die Bürger in Remagen, Sinzig, Bad Breisig, Grafschaft, Burgbrohl, Gönnersdorf und Brohl-Lützing in den nächsten Tagen in ihren Briefkästen finden. Der Inhalt: Ein Wettbewerb zur Namensfindung für die neue Energiegesellschaft.

"Es ist uns wichtig, dass die Bürger Einfluss darauf haben, wie der Energieversorger ihrer Städte und Gemeinden heißen soll. Sie müssen sich mit dem Namen identifizieren können", so Juchem. Josef Rönz, Vorsitzender der EVM-Geschäftsführung, ist indes auf viele kreative Vorschläge und die neue Partnerschaft gespannt: "Die Kooperation ist zukunftsweisend."

Er wünscht sich eine "langfristig sichere, bezahlbare Versorgung und eine intensive Zusammenarbeit von Kommunen, Bürgern und Energiedienstleistern".

Der Wettbewerb

"Dass die Kooperationspartner es ernst meinen mit der Bürgerbeteiligung, beweisen sie mit dem Namens-Wettbewerb", sagt Juchem. Mitmachen ist ganz einfach: Postkarte ausfüllen, bis 11. Juni an die EVM zurückschicken und mit etwas Glück gewinnen. Eine Jury wählt aus den Vorschlägen aus. Für den ersten Platz gibt es 750 Euro, der zweite Platz ist mit 250 Euro dotiert und der dritte mit 100 Euro. Die schnellsten 100 Einsendungen werden zudem mit je zwei Karten für die Vorstellung des Zirkus Charles Knie am 6. Juli auf der Grafschaft belohnt.

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