Alte Gebäude werden abgerissen: Im Zentrum rollen die Bagger an

Alte Gebäude werden abgerissen : Im Zentrum rollen die Bagger an

In Bad Neuenahr schießen Neubauten gerade im Innenstadtbereich weiter wie Pilze aus dem Boden. Derzeit verschwindet das Hotel Cascade nebst Anbau an der Hans-Frick-Straße. Es soll einem neuen Wohn- und Geschäftshauskomplex weichen.

Mit der Entkernung wurde bereits begonnen. Einen Steinwurf entfernt, an der Ecke Kreuzstraße/Jesuitenstraße rollen ebenfalls die Abrissbagger an. Auch dort wird ein neues Wohnhaus gebaut, das im Parterre Geschäftsflächen haben wird. Beide Bauvorhaben wurden bereits vor Monaten genehmigt. Sie werden das Stadtbild weiter verändern. 60 neue Eigentumswohnungen werden aktuell im Stadtgebiet gebaut.

Baukräne und Bagger sind an der Hemmesser Straße, der Sebastianstraße, Hauptstraße, Mittel- und der Jülichstraße zu Gange. Fast immer sind es Eigentumswohnungen, die dort in der Entstehung sind. Zwischen 2500 und 3000 Euro sind pro Quadratmeter in der Regel zu bezahlen, berichtet die Landesbausparkasse in Ahrweiler.

Heißt: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet ohne Grunderwerbsteuer, Courtage, Provisionen und Notarkosten schnell 240.000 Euro. In guten innerstädtischen Lagen können es auch - je nach Ausbauqualität - weitaus höhere Preise sein.

Nur wenige können sich das leisten. Wer kein Vermögen oder ein nur durchschnittliches Einkommen hat, wird da schnell an den Rand gedrängt. Aber auch da wird die Situation enger: Denn den klassischen Mietwohnungsbau gibt es nur noch selten.

Derweil ist ein anderes Bauvorhaben offenbar zum Erliegen gekommen: An der Ecke Schützenstraße/Max-Planck-Straße nimmt ein Rohbau nahezu die komplette Grundstücksfläche ein und überragt gewaltig die vorhandene Bebauung in der Nachbarschaft, die aus Einfamilienhäusern besteht. Bauarbeiter wurden dort seit Monaten nicht mehr gesehen. Die Kreisverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass Art und Maß des Rohbaus mit der erteilten Baugenehmigung übereinstimmen.

In Bad Neuenahr hatte sich vor einem Jahr eine Bürgerinitiative gegründet ("Für ein lebenswertes Bad Neuenahr"), die den Erhalt alter Bausubstanz anmahnt und für einen sensibleren Umgang mit der städtebaulichen Optik eintritt. Sie sieht sich darin bestätigt, dass in der Kurstadt ein "baulicher Kahlschlag erfolgt, der weiter zu einem Gesichtsverlust führt".

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