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Priesternachwuchs aus Lantershofen: Im Studienhaus Sankt Lambert ruht die Priesterausbildung

Priesternachwuchs aus Lantershofen : Im Studienhaus Sankt Lambert ruht die Priesterausbildung

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Priesterausbildung auf Burg Lantershofen aus. Bis auf vier Studenten haben alle Seminaristen das Studienhaus Sankt Lambert verlassen.

Das überdiözesane Seminar zur Priesterausbildung auf Burg Lantershofen hat sein Wintertrimester abgebrochen und die Tätigkeit wegen der Corona-Krise eingestellt. Die meisten der aktuell 23 Studierenden sind abgereist, teils nach Hause, teils in andere Orte in ihren Heimatbistümern. Vier Seminaristen sind aktuell in Lantershofen geblieben. Dort fehlt es ihnen an nichts, alle verfügen neben eigenen Wohnräumen über eigene Bäder und Küchen. „Die Studenten sind aus den unterschiedlichsten Gründen hiergeblieben“, berichtet Regens Volker Malburg. So blieb ein Schweizer Student in seinem Abschlussjahr vor Ort, weil er Angst hat, in sein Heimatland noch ein-, aber später nicht mehr ausreisen zu dürfen.

Für die Angestellten im Seminar werden die ohnehin geplanten freien Tage in der Karwoche und über Ostern nun vorgezogen, ab Freitag wird der gesamte Betrieb auf Burg Lantershofen ruhen. Betroffen sind von der aktuellen Schließung natürlich auch die Dozenten. Mehr als 30 Gastdozenten unterrichten die Priesteramtskandidaten in Lantershofen. „Einer von ihnen kommt aus Belgien, der durfte gar nicht mehr einreisen“, berichtet Regens Volker Malburg. Er ist gemeinsam mit Spiritual Professor Josef Freitag auf Burg Lantershofen geblieben. „Wir feiern hier jeden Tag die heilige Messe und schließen die Lantershofener und alle aus der Gemeinde in unsere Gebete ein“, so der Regens. Malburg hält zudem ein weiteres seelsorgerisches Angebot aufrecht: Er steht gerne für Gespräche und andere Anliegen bereit und ist jederzeit unter der Telefonnummer ☏ 0 26 41/89 21 10 erreichbar.

Wie es mit der Priesterausbildung in Lantershofen weitergeht, steht in den Sternen. Die Abschlussprüfungen des derzeit laufenden Trimesters wurden abgesagt. Wie man mit diesem schwierigen Komplex nun umgeht, ist offen. Ziel ist es laut Malburg jedoch, dass die Ausbildung auf Burg Lantershofen für keinen der Seminaristen länger als die angedachten vier Jahre laufen soll.

Am 3. Mai soll das Sommertrimester beginnen, eine Tendenz, ob das klappt, ist derzeit nicht auszumachen. Man werde sich auf jeden Fall an die Anordnungen der Landesregierung halten, so der Regens. Bleiben also Schulen und Universitäten über diesen Termin hinaus geschlossen, dann wird auch der Lehrbetrieb in Lantershofen weiter ruhen.

Abgesagt wurde bereits das alljährliche Hausfest am 10. und 11. Mai. Dies ist eine alljährliche Zusammenkunft zahlreicher ehemaliger Studenten und heutiger Priester an ihrer alten Lehrstätte. Ehrengast sollte in diesem Jahr der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, sein, der unter anderem am 11. Mai ein Pontifikalamt in der Lantershofener Lambertuskirche feiern wollte. Ein kleines Hintertürchen läßt man sich auf Burg Lantershofen offen: „Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass man Mitte Mai schon wieder ein Fest mit 100 Leuten feiern wird. Falls doch möglich, werden wir es auf unserer Internetseite kommunizieren“, so Volker Malburg.