Der Weiße Ring: Hilfe für 124 Menschen im Kreis

Der Weiße Ring : Hilfe für 124 Menschen im Kreis

124 Opfer von Straftaten haben in diesem Jahr den Weißen Ring im Kreis Ahrweiler um Rat und Beistand gebeten. Im Vorjahr waren es 115.

Für Hubertus Raubal, den Leiter der Außenstelle des Weißen Rings, basiert die Zunahme von 7,8 Prozentpunkten auch auf dem steigenden Bekanntheitsgrad der Opferhilfeorganisation.

Den Löwenanteil mit 42 Fällen machten bei den Hilfesuchenden in diesem Jahr Sexualstraftaten aus. Bei einem Viertel (31 Fälle) der Hilfesuchenden handelte es sich laut Raubal um Körperverletzungsdelikte: "Vorrangig waren dabei mit 20 Fällen Gewalttaten im häuslichen Bereich." Die weitere Statistik weist zehn Fälle von Raub, acht Mal Stalking, vier Mal Mobbing und 21 "Sonstige" auf.

Die Begleitungen zu Gerichtsverhandlungen, Anwälten oder Behörden machten für Raubals 15-köpfiges Team allein 1150 ehrenamtliche Stunden aus. Hinzu komme zuhören, Mitgefühl zeigen und beistehen ohne Frage nach Entgelt oder Anerkennung.

"Das ist für uns eine Selbstverständlichkeit", sagte Raubal im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Und: "Der Weiße Ring hilft Straftatopfern unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion. Migranten, die in Deutschland Opfer einer Straftat werden, sind die Opferhilfen des Vereins möglicherweise noch nicht hinreichend bekannt."

Letzteres solle sich durch die Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz, dem türkischen Generalkonsulat Mainz und dem Innenministerium ändern. Auch die örtlichen Beiräte für Migration sollen dabei ins Spiel kommen.

Das fällt wie Vorträge, Infostände und Schulbesuche für Raubal unter die Rubrik Öffentlichkeitsarbeit. Dafür wurden von den Mitarbeitern im Kreis Ahrweiler in diesem Jahr 600 ehrenamtliche Stunden geleistet. Unterrichte, Fortbildungen und Tagungen schlagen mit 1100 Stunden zu Buche. So kommt Raubal in seiner Bilanz auf insgesamt 2882 Stunden, die sein Team geleistet hat und dafür 17 460 Kilometer mit dem Auto unterwegs war. Neben dieser immateriellen Hilfe wurden 5070 Euro als materieller Beistand in Form von Geldzahlungen oder Beratungsgutscheinen für Rechtsanwälte oder Therapeuten geleistet.

Bundesweit zählt der Weiße Ring etwa 50 000 Mitglieder, darunter rund 120 Frauen und Männer aus dem Kreis Ahrweiler. Mit ihren Beiträgen (2,50 Euro pro Monat) fördern sie die Arbeit der Ehrenamtlichen. Daneben unterstützen Behörden, Kirchen, soziale Einrichtungen sowie Medien, Justiz und Politiker die Opferschutzorganisation. Auch die beiden Amtsgerichte des Kreises gehören mit Zuweisungen von Bußgeldern dazu.

Infos zum Weißen Ring gibt es bei Hubertus Raubal unter Telefon 0 26 55/96 12 59 und unter www.weisser-ring.de.