Autor aus der Grafschaft: Hans-Peter Pracht schreibt neuen Ahrsteig-Wanderführer

Autor aus der Grafschaft : Hans-Peter Pracht schreibt neuen Ahrsteig-Wanderführer

Zu Beginn der Wandersaison gibt es einen neuen Wanderführer zu einer im November eröffneten Attraktion der Region: dem Ahrsteig. Für alle Wanderfreunde, die das Ahrtal - und in diesem Fall besonders auch die Ahrhöhen - jenseits schon manch ausgetretener Pfade entdecken wollen, hat der Grafschafter Hans-Peter Pracht "Ahrsteig. Durch das romantische Ahrtal von Blankenheim nach Sinzig" geschrieben.

Der Autor, der 1949 in Oldenburg geboren wurde, in Köln aufwuchs und heute in der Ahr-Eifel lebt, war einst Polizist und später Leiter des Fachdienstes Ordnung in Bad Honnef. Seit seinem Ruhestand widmet er sich verstärkt seiner großen Leidenschaft, der Heimatgeschichte.

Er liebt das Siebengebirge und die Eifel, über deren Bewohner und Bräuche, Burgen, Sagen und Geschichten er schon publiziert hat, und betätigt sich auch als Eifelmaler. Für seinen Wanderführer hat jedoch nicht Pinsel oder Stift, sondern die Kamera gezückt, und seinen Wegbeschreibungen und zahlreichen Informationen eine umfassende Zahl an Fotografien zur Seite gestellt.

Bilder, die zu jeder Jahreszeit aufgenommen wurden, finden sich auf jeder Seite. Mindestens soviel Raum nehmen jedoch Beschreibung und Information ein. Der Autor teilt seine Ausführungen ein in sieben Tagesetappen von durchschnittlich 11,8 Kilometern Länge: Auf die längste Etappe von 15,74 Kilometer "vom Freilinger See über Aremberg nach Eichenbach" folgt die mit 9,04 Kilometern kürzeste Etappe "von Eichenbach nach Schuld".

Ergänzend beschreibt Pracht die beiden Ahrsteig-Verbindungswege zwischen Altenburg und Walporzheim, und als "zusätzliche Alternativen" geht er auf die Ahrtalbahn, den Ahrtalweg und den Rotweinwanderweg ein. Am Anfang jeder Etappenbeschreibung gibt Pracht einen Überblick über Distanz, Zeit, Wegbeschaffenheit, Schwierigkeitsgrad, GPS-Koordinaten und Anfahrtsbeschreibungen mit ÖPNV sowie dem Auto (inklusive Hinweis auf Parkmöglichkeiten).

Neben Etappenüberblicken auf den ausklappbaren Buchdeckeln des Taschenbuchs, steht jeder Etappenbeschreibung außerdem eine Etappenkarte samt Höhenprofil voran. Die Etappenbeschreibungen selber spiegeln Eindrücke und Stimmungen wider, erzählen von Flora und Fauna, Waldlehrpfaden, Straßennamen, welche Stücke wegen der Bodenverhältnisse oder des Gefälles mit Vorsicht zu nehmen sind, wo sich eine Pause auf einer Ruhebank anbietet und welcher Fernblick ein zweites Hinschauen lohnt.

Am Ende jeder Etappe sind die Anschriften und Kontaktdaten der zugehörigen Touristinformationen sowie Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten aufgelistet: Hütten, Weingüter oder Restaurants sowie Camping- und Wohnmobilstellplätze, Ferienhäuser oder Hotels. Auch der Taxiruf für die jeweilige Etappe sowie die Fährverbindung über den Rhein am Ende, um vielleicht auf dem Rheinsteig weiterzugehen, fehlen nicht.

"Wandern bedeutet nicht nur, eine Strecke von A nach B zurückzulegen, sondern auch auf allen Wegen etwas zu entdecken, zu betrachten und zu verinnerlichen, um später am Erlebten noch Freude zu haben", findet Pracht. Auch deshalb hat er die Abschnitte "Interessant am Wegesrand" jeder Etappenbeschreibung beigefügt.

Es handelt sich um Sehenswertes, das nicht immer dicht an der Route liegt, sich aber nach Meinung des Autors als Abstecher oder Zwischenstation lohnt: Museen, Kirchen, Burgen, Felsmassive, die Hahnensteiner Wassermühle und das Radioteleskop bei Effelsberg. Außerdem erfährt der Leser in Kürze das Wichtigste über die Orte entlang der Strecke, auf der die Ahr "erwachsen wird", wie Pracht schreibt.

Der Leser folgt ihm je nach Etappencharakterisierung "Auf geschichtsträchtigen Pfaden" oder durch "Felsen, Fachwerk und gute Aussichten". Die Routen auf den entsprechend der Kriterien für einen Prädikatswanderweg des Deutschen Wanderinstituts - oft Natur belassene Pfade - werden meist als mittelschwer aber ohne gefährliche Abschnitte und ohne Klettern zu müssen beschrieben. Kondition für die Auf- und Abstiege sei dennoch erforderlich.

Nur zum Schluss geht es dann doch noch etwas gemächlicher zu: "Wir lassen die Landschaft vor uns noch etwas auf uns wirken. Mit einem Blick auf den im Sommer bunten Kräutergarten und einem tiefen Einatmen der unterschiedlichsten Düfte verabschieden wir uns von der Ehlinger Lei und setzen unseren Weg gemäß der Ausschilderung in Richtung Süden fort", schreibt Pracht zur siebten Etappe, nachdem die letzte Steigung erfolgreich genommen ist und das Ziel bevorsteht: Sinzig und der Rhein.