Innovationspark Grafschaft: Zweifel an den Zahlen des Verkehrsgutachtens

Innovationspark Grafschaft : Zweifel an den Zahlen des Verkehrsgutachtens

Der Ortsbeirat Ringen debattiert über die Auswirkungen von Innovationspark und Haribo auf die Verkehrssituation in der Grafschaft.

Auch der Ortsbeirat Ringen beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Verkehrsuntersuchung zur Erweiterung des Innovationsparks Rheinland. Lothar Barth und Klaus Barthelt (beide FWG) hatten dies beantragt, gut 40 Bürger verfolgten das Geschehen im Ringener Bürgerhaus.

Zunächst fasste Ortsausschussmitglied Andreas Fuchs (CDU) die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung mit Blick auf Ringen und Bölingen zusammen: die vom Gutachter aus rein verkehrstechnischen Gesichtspunkten favorisierten Planfälle 3 und 2 sehen beide eine „Südspange“ als Anbindung an die Landstraße 83 vor, die zwischen Tennisclub und Bürgerhaus am „Neuen Herz“ des Ortes vorbeiführen und zumindest die Bewohner des Ringener Baugebietes „Fauviller Ring“ wesentlich beeinträchtigen würde. Sein Vorschlag war daher, diese beiden Planfälle sowie auch alle anderen Varianten, die eine „Südspange“ beinhalten, aus Sicht des Ortsbeirates abzulehnen.

Lothar Barth war ohnehin der Ansicht, dass die vorhandenen Straßen ausreichend seien, um selbst bei einem Vollausbau von Haribo plus gleichzeitigem Factory Outlet Center den Verkehr aus dem Innovationspark zu kanalisieren. Zu diesem Ergebnis sei auch ein von Haribo selbst in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten gekommen.

Und um den drohenden Stau auf der Autobahn A 61 besser in den Griff zu bekommen, sei ohnehin ein sechsspuriger Ausbau derselben die beste Lösung. Abgesehen davon habe der Gemeinderat erst vor kurzem ein Gemeindeentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, deshalb sei es ratsam, die Überlegungen über die künftige Verkehrsführung in dieses Konzept und umgekehrt die künftige Gemeindeentwicklung in die Verkehrsplanung mit einzubeziehen.

Klaus Barthel stellte das Gutachten insgesamt in Frage, denn einige Zahlen seien mehr als zweifelhaft und nicht nachzuvollziehen. Auch er sah keinen Bedarf, überhaupt neue Straßen zu bauen. Eine Entscheidung traf der Ortsbeirat jedoch nicht, weil Ortsvorsteher Toni Palm (CDU) dafür plädierte, erst einmal die Stellungnahmen der Bürger abzuwarten, die bis zum 29. Februar ihre Anmerkungen zu der Verkehrsuntersuchung bei der Gemeindeverwaltung einreichen können.

Erst wenn man wisse, was die Ringener und Bölinger Bürger überhaupt wünschten, könne der Ortsbeirat eine Entscheidung treffen. Dazu soll es dann noch eine gesonderte Sitzung geben.

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