Tongrube Leimersdorf: "Wir wollen hier keine Deponie"

Tongrube Leimersdorf : "Wir wollen hier keine Deponie"

Informationen und Emotionen gab's am Donnerstagmorgen beim Ortstermin der Gemeinde Grafschaft in der Tongrube Leimersdorf. An der Stelle, an der der Wirtschaftsweg abgerutscht ist, ging es im Gespräch zwischen Politikern, Jörg Daichendt vom zuständigen Bergamt, Tonwerke-Geschäftsführer Dieter Kersting und Bürgern nicht nur um die Wiederherstellung des Wirtschaftsweges.

Diese soll laut Betriebsleiter Günter Buschkamp bis zum Jahresende erfolgen. Dafür werde, so Daichendt, "kontrollierter Bauschutt" als Stützbauwerk verwendet, auf dem Gemeindegrund werden Lava für den Unterbau und dann Löß für die Abdeckung verwendet. "Das ändert aber nichts an der nicht zufriedenstellenden Grundsituation", machte Bürgermeister Achim Juchem klar.

Und mit Blick auf die Zukunft der Tongrube unterstrich er die Position von Rat und Bürgerinitiative: "Wir wollen hier keine Deponie. Für eine Verfüllung mit Schlacke aus der Verbrennung von Hausmüll haben die Tonwerke jedoch einen Antrag an die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord gestellt.

Wobei die ablehnende Position von Gemeinde und Kreis ebenso klar ist wie die der Bürgerinitiative. Noch zwei Jahre gelte, so Daichendt vom Bergamt, die Hauptgenehmigung für den Tonabbau. Ziel von Kersting ist die Verfüllung binnen zehn Jahren. Er warb am Donnerstag um Verständnis für die Schlackeverfüllung, stieß aber "wegen nicht eingehaltener Zusagen in der Vergangenheit" auf wenig Gegenliebe.

Geklärt werden soll mit dem Landesbetrieb Mobilität, wie der Zustand der L 79 an der Tongrube verbessert werden kann. Strittig ist hingegen die Qualität des zurzeit für das Stützwerk verwendeten Bauschutts. Politik, Bürger und Experten waren sich darin uneins, ob dieser unter "kontrolliert" fallen kann.

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