Tongrube Leimersdorf: Wasserproben nach Hangrutsch unbedenklich

Tongrube Leimersdorf : Wasserproben nach Hangrutsch unbedenklich

Die Tongrube Leimersdorf war einmal mehr Thema im Grafschafter Rat. Sowohl die „Aktiven Bürger Grafschaft“ als auch die SPD hatten Fragen zu den Ereignissen auf dem Grubengelände. Dort hatte es kürzlich einen erneuten Hangrutsch gegeben.

„Eine Mülldeponie ist durchaus eine mögliche Nachfolgenutzung für die ausgebeutete Tongrube Leimersdorf.“ Mit dieser Bemerkung versetzte Bergdirektor Jörg Daichendt vom Landesamt für Geologie und Bergbau den Grafschafter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung in Aufruhr. „Das ist ein Weg, den man als Betreiber gehen kann – davor steht dann aber das erforderliche Genehmigungsverfahren“, führte er aus. Und das läuft schon seit einiger Zeit – mit ungewissem Ausgang.

Was aus der Deponie einmal werden solle, könne er als Vertreter der Bergaufsicht nicht entscheiden und noch weniger vorschreiben, so Daichendt weiter. Eine grundsätzliche Ablehnung einer künftigen Nutzung als Deponie sei aber schon aus rechtlichen Gründen für seine Behörde nicht möglich. Das müsse im dazugehörigen Planfeststellungsverfahren geklärt werden.

Die Tongrube Leimersdorf war einmal mehr Thema im Grafschafter Rat. Sowohl die „Aktiven Bürger Grafschaft“ (ABG) als auch die SPD hatten Fragen zu den jüngsten Ereignissen auf dem Grubengelände. Dort hatte es kürzlich einen erneuten Hangrutsch gegeben, über deren Folgen sich der Rat informieren wollte. Dazu war Daichendt eigens zur Ratssitzung gekommen.

Die Gemeindeverwaltung habe erst bei der Einwohnerfragestunde der vorherigen Ratssitzung Kenntnis von dem Hangrutsch im Bereich des Heckweges an der Leimersdorfer Tongrube erlangt, so der Grafschafter Büroleiter Dieter Dismon. Die Verwaltung habe sofort die Bergaufsicht sowie die Wasserbehörden verständigt und auch auf die eventuelle Gefahr einer Gewässerverunreinigung durch freiliegendes Stabilisat hingewiesen. Man habe auch überprüft, ob der Heckweg von dem Hangrutsch betroffen sei und könne dies verneinen. Das habe nicht nur eine Einmessung durch ein geowissenschaftliches Büro ergeben, sondern auch eine Drohnenbefliegung.

Keine Umweltbelastungen durch Stabilisat

„Es ist augenscheinlich, dass der Heckweg nicht betroffen ist“, so Dismon. Das sei allerdings auch unerheblich, da das abgebrochene Stabilisat ohnehin vom Tongrubenbetreiber fachgerecht beseitigt werden müsse. Das freigelegte Stabilisat liege mitsamt der mittlerweile aufgebrachten Abdichtung mittels einer Kunststoffplane auf Höhe des Wirtschaftsweges. Die Überhöhung gegenüber dem Ursprungsgelände von etwa zehn Metern müsse noch abgetragen werden, machte Daichendt deutlich. Er sei auch der von der SPD geäußerten Befürchtung nachgegangen, dass das Grundwasser und der Leimersdorfer Bach durch Auswaschungen des Stabilisats verunreinigt worden sein könnten.

Wasserproben hätten jedoch gezeigt, dass es keine Umweltbelastungen gebe. Das könne auch schwerlich sein, so Daichendt, weil die vor etwa 20 Jahren in dem Stabilisat eingelagerte Flugasche aus Kraftwerken überhaupt nicht giftig sei. Wozu wiederum einige Ratsmitglieder andere Ansichten äußerten. Der Bergdirektor bestätigte, dass die Wiederherstellung des Grubengeländes nur schleppend verlaufe, was auch er missbillige. Allerdings räumte er ein, dass es derzeit zu gefährlich sei, das abgerutschte Stabilisat abzufahren, weil die Gefahr bestehe, dass noch jede Menge Einbaumaterial nachrutsche und sich die Situation damit nur verschlimmere.

Dennoch müsse das abgebrochene Stabilisat in angemessener Zeit entsorgt werden. Und zwar auf einer Müllhalde der Deponieklasse 1 für nicht gefährliche Abfälle mit sehr geringem organischen Anteil, landläufig als Bauschutt bekannt, „und das kostet richtig Geld“, so Daichendt. Passenderweise hat der Betreiber aber bereits ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, um aus der Tongrube eine ebensolche Abfalldeponie der Deponieklasse 1 zu machen. Entsprechend wurden im Rat Vermutungen laut, der Betreiber spiele auf Zeit. Denn wenn die Deponie wider Erwarten genehmigt würde, könne er sich ja einen Abtransport des Stabilisats sparen und seinerseits durch das Einlagern von Bauschutt Millionen verdienen. Doch man werde alles tun, um die Deponie zu verhindern, machte der Rat deutlich.

Mehr von GA BONN