Ganz Gelsdorf wird zum Bauernhof: Tage der offenen Höfe und Betriebe in Gelsdorf

Ganz Gelsdorf wird zum Bauernhof : Tage der offenen Höfe und Betriebe in Gelsdorf

Bereits zum 22. Mal wird Grafschaft-Gelsdorf bei den Tagen der Offenen Höfe und Betriebe am Samstag und Sonntag, 21. und 22. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr zur Flaniermeile in Sachen Landwirtschaft.

Ein ganzes Dorf wird zum Bauernhof: Die Früchte des Herbstes wie Äpfel, Birnen und Pflaumen setzen die Landwirte nicht nur optisch ansprechend in den Innenhöfen in Szene, sondern laden mit Elstar und Co. auch zum Probieren und Kaufen ein.

Im Obsthof von Gerda und Peter Schöneseiffen stellte die organisierende Interessengemeinschaft um Vorsitzenden Dirk Sonntag mit „Motor“ Bruno Kleuser und Vertretern teilnehmender Betriebe das umfangreiche Programm vor, das erneut rund 12 000 Menschen auf die Grafschaft ziehen soll.

Mit einem blauen Auge davongekommen

Doch auch wenn im Hoflädchen von Schöneseiffens Milch und Honig zumindest in Form von Bonbons fließen: Die Obstbauern machten keinen Hehl daraus, dass aufgrund der Ernteeinbußen durch den späten Frost von minus neun Grad im April die Äpfel teuer sind. „Wir Grafschafter sind im Vergleich zu anderen in der Republik mit einem blauen Auge davongekommen, doch wir haben 20 bis 30 Prozent weniger ernten können, Kollegen zwischen 60 und 70 Prozent. Da kommt es manchmal echt nur auf ein paar Meter an, die den Unterschied ausmachen“, so Sonntag.

Adolf Schweinheim, der für Aprikosen einen 100-prozentigen Ausfall attestierte, ergänzte: „Die Apfelernte fällt knapp aus. So etwas habe ich in den vergangenen Jahrzehnten noch nicht erlebt.“ Dennoch wollen die Höfe und Betriebe an die Idee von 1996, Gäste einmal hinter die Kulissen der regionalen Erzeuger schauen zu lassen, nahtlos anknüpfen. Sie investieren Zeit, Geld und Personal, um den Besuchern ein attraktives Programm bieten zu können. So sind beispielsweise allein auf dem Obsthof Sonntag zehn Erntehelfer fünf Tage vor dem Fest nur für den Aufbau und das Herrichten abgestellt. Die offizielle Eröffnung mit den Ehrengästen am Samstag, 21. Oktober, 11 Uhr, steigt diesmal in der Möbeltischlerei „Holzwerk“ von Judith Cramer und Axel Bornemann an der Burgstraße 18.

Italienische Küche in Gelsdorf

„Es gibt einen Raben-Rundweg mit neun Stationen auf dem Werkstattgelände“, so Cramer. Ob Schau-Zinken, Infos vom BUND zu Rabenvögeln, Arbeiten mit dem Mikroskop bei der Initiative „Zero Waste & No Plastic“, Vorlesestunde oder Ausstellung von Tierzeichnungen: Es gibt viel zu sehen, auch bei den Schreinerazubis und Junghandwerkern. Italienisches Flair bringt Kathrin Breuer nach Gelsdorf. Die Mietköchin lockt in ihrer „Porchetteria“ mit gefülltem Schwein sowie sizilianischer Gemüsepfanne. Der Bio-Obsthof Johannes Nachtwey verkauft Apfelchips, Säfte und Konfitüren. Wer mag, kann Äpfel mitbringen und alte Sorten bestimmen lassen. „Mit dem Apfel-Express können die Kinder in die Plantagen fahren, wie immer gibt es das Wilhelm-Tell-Apfelschießen“, so Christian Nachtwey.

Stockbrotbacken am Lagerfeuer bei Schöneseiffens gehört genauso dazu wie die Chicoréedelikatessen im Treibbetrieb von Theo Münch oder der Besuch bei der Mutterkuhherde der Limousinzucht von Thomas Gerharz. Hingucker sind die rund 75 Oldtimer-Traktoren, die jeweils um 15 Uhr durch Gelsdorf fahren. „Fahren“ ist das Stichwort für Kleuser, denn Gelsdorf wird komplett für den Verkehr gesperrt sein. Parkplätze gibt es im Gewerbegebiet, von wo aus nach Bedarf kostenlos Busse pendeln. Ebenso steht ein abgeerntetes Getreidefeld neben dem Feuerwehrhaus als Parkplatz zur Verfügung.

Tombola bietet viele regionale Produkte als Preise

Auch die Geschäfte im neuen Gelsdorfer Einkaufszentrum beteiligen sich und öffnen am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 17 Uhr die Türen. Da die Hoftage stets für die ganze Familie konzipiert sind, gibt es auch Mitmach-Aktionsstände für die Kinder. Der Bunte Kreis Bonn-Ahr-Rhein-Sieg bastelt mit dem Nachwuchs, der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn bietet die Möglichkeit, Bilder auszumalen und Buttons zu entwerfen. Dort gibt es auch Tombolalose, denn die Betriebe haben wieder Produkte gespendet, die verlost werden. Der Erlös kommt dem Förderkreis zugute.

Die Katholische Frauengemeinschaft verkauft Kuchen, die Messdiener sammeln für die Jugendarbeit. Das Salon-Ensemble „Beda“ bringt zudem Caféhausmusik der 20er Jahre im Obsthof Sonntag am Sonntag jeweils um 12, 14 und 16 Uhr zu Gehör. Die Musiker freuen sich über die Spenden, machen diese doch Konzerte in Seniorenheimen möglich. Zu sehen gibt es die rollende Waldschule der Kreisjägerschaft, ebenso präsentieren sich die Landjugend und der Kreisimkerverband.

Infos unter www.offene-hoefe.de