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Die Konkurrenz macht dem Ortsvorsteher Sorgen: Sorge um den einzigen Lebensmittelmarkt

Die Konkurrenz macht dem Ortsvorsteher Sorgen : Sorge um den einzigen Lebensmittelmarkt

In Ringen wird ein Abzug der Kundschaft befürchtet, wenn in Gelsdorf ein Discounter öffnet.

Ortsvorsteher Anton Palm sprach von einem "Thema, das die Bevölkerung tangiert". Und das seit Monaten. Der Bau eines Lebensmitteldiscounters im fünf Kilometer entfernten Gelsdorf bewegt die Gemüter der Ringener. Deren Sorge: Das neue Nahversorgungszentrum könnte die Existenz des gerade erst vor einem Jahr eröffneten Rewe-Marktes in Ringen gefährden. Für den hatte man auf der Grafschaft lange gekämpft.

Wie berichtet, soll in Gelsdorf ein Discounter nebst kleineren Einzelhandelsgeschäften, wie beispielsweise ein Getränkemarkt, angesiedelt werden. Rund 1750 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sind vorgesehen, 1000 entfallen davon auf den Supermarkt.

Um das Vorhaben möglich zu machen, müssen der Flächennutzungsplan sowie der Bebauungsplan geändert werden. Im Zuge dessen sind die benachbarten Ortschaften zu beteiligen. So auch Ringen, das über keinen nennenswerten Einzelhandel verfügt. Neben dem 2013 eröffneten Rewe-Markt gibt es noch eine Apotheke sowie einige Arztpraxen. Ein früherer Lebensmittelmarktbetreiber hatte das Handtuch geworfen. Danach stand die Ladenfläche einige Jahre leer, bis Jörg Schäfer aus Bad Neuenahr dort seinen Rewe-Markt eröffnete.

Nun geht die Angst um, dem Vollsortimenter könnte die Kundschaft abhanden kommen, wenn in Gelsdorf auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche eine Einkaufsalternative geschaffen wird. "Der neue Markt tritt in einen Wettbewerb zu Ringen", so der Ortsvorsteher der 1900-Seelen-Gemeinde. Verhindern könne man den Gelsdorfer Discounter zwar nicht. Jedoch gelte es nun, den Standort Ringen "zu stabilisieren".

"Flankierende Maßnahmen der Gemeinde" seien erforderlich. So müsse die Ausweisung von Neubaugebieten forciert werden, um neue Einwohner und somit neue Lebensmittelmarkt-Kundschaft zu generieren. Im Gegensatz zu anderen Orten ist die Grafschaft auf Wachstum angelegt, was nicht zuletzt dem Innovationspark und der guten Autobahnanbindung sowie der Nähe zu Bonn geschuldet ist.

Besonders wichtig sei zudem, eine gute Anbindung von Ringen zum Innovationspark zu schaffen. Mit der Ansiedlung des Süßwarenkonzerns Haribo werde zusätzliche Kaufkraft gewonnen, die gebunden werden könne. Schließlich dürften mit Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der neuen Haribo-Zentrale mit Lager und Produktionsstätte ab 2017 einige hundert Arbeitnehmer mehr als bisher im Innovationspark Rheinland beschäftigt sein - Menschen, die in der Mittagspause oder nach Feierabend auch mal einkaufen gehen müssten.