Sankt Dionysius: Ringener Pfarrkirche wird nach Sanierung eingeweiht

Sankt Dionysius : Ringener Pfarrkirche wird nach Sanierung eingeweiht

Am Sonntag wird Bischof Stephan Ackermann das Ringener Gotteshaus Sankt Dionysius nach der Generalsanierung wieder einweihen. In dem einst eher dämmrigen Kirchenschiff haben frischer Glanz und Helligkeit Einzug gehalten.

Noch riecht es im Innenraum der Kirche Sankt Dionysius in Ringen nach Lack und Farbe. Die hölzernen Kirchenbänke im neugotischen Stil – aus der Bauzeit der Kirche vor 120 Jahren – sind mit Planen vor Staub geschützt. Genau wie der Kreuzweg, das Marienbild und teilweise der alte Beichtstuhl. Sorgfältig bedeckt sind auch die neuen Einrichtungsgegenstände: Taufbecken, Altar, Ambo, Tabernakel. Handwerker sind bei der Arbeit. Aber nicht mehr lange. Am Sonntag wird Bischof Stephan Ackermann das Ringener Gotteshaus nach der Generalsanierung wieder einweihen. Die Messe beginnt um 15 Uhr.

Dann wird Weihrauch den Farbgeruch verdrängen, und Mitglieder der Pfarrei werden über die neue Helligkeit in dem einst eher dämmrigen Kirchenschiff staunen. Dabei wurde außer der Tür zum Windfang, die ursprünglich aus Holz war und darum kein Licht durchließ, kaum etwas umgebaut. Neu ist eine Glastür an der Stelle. Sie gibt den Blick frei auf Taufbecken, Altar und Sakramentshaus, die sich in einer Linie vom Eingang bis in den Chor reihen. Diese liturgischen Orte sind neu und aus anthrazitfarbenem Basaltstein gearbeitet, wie er in der Eifel vorkommt. Pfarrer Alexander Burg ermöglicht einen Blick unter den Staubschutz.

Golden ausgemalte Einkerbungen ziehen sich wie Bänder um die Objekte mit ihren glatten, streng geometrisch gestalteten Körpern. Das Gold findet sich in der Wasserschale des Taufbeckens, am Altar, am neuen Ambo und am Sakramentshaus. „Das Gold zeigt uns: Da ist etwas Besonderes, da können wir Jesus Christus begegnen – im Taufwasser, in seinem Wort, im Brot“, erklärt der Pfarrer die einfache und doch faszinierende Anordnung der Gegenstände. Und noch mehr: Eine goldene Linie strahlt vom Tabernakel hinauf zum Weihnachtsfenster mit der Darstellung von Christi Geburt. Eine schlichte, aber eindringliche Formensprache kommt hier zum Ausdruck.

Wer die vergoldeten Türen des Tabernakels, der vom ursprünglichen Hochaltar stammt, näher betrachtet, erkennt die in das Metall gearbeitete Szene von der Verkündigung des Herrn mit dem Erzengel, Maria und dem Heiligen Geist, der mit Hilfe weniger Strahlen, die auf Maria fallen, dargestellt ist. Der Name des Künstlers ist eingraviert: Er hieß Schwarzmann und lebte in Trier. Überraschend ist, wie gut diese im neugotischen Stil, aber äußerst schnörkellos gearbeitete Darstellung mit der neuen Einrichtung der Kirche harmoniert.

Sanierung kostete Tausende Euro

Hinterlegt ist der Tabernakel mit Schwarzstahl, in den schräg und unaufdringlich ein Kreuz eingraviert ist. Übrigens findet bei der Altarweihe am Sonntag auch das alte, noch versiegelte Reliquienkästchen wieder seinen Platz im Altarstein.

Der Boden mit abwechselnd verlegten anthrazit- und eierschalenfarbenen Fliesen im Kirchenschiff wurde gereinigt und teilweise ausgebessert, der Boden des gesamten Chorraums mit Basalt ausgelegt. Während die durch Schablonen im ursprünglichen Stil aufgetragene Wandbemalung im Chorraum eher deutliche Farben zeigt, werden die Muster zum Kirchenschiff hin schwächer, aber ein Übergang ist geschaffen. Das ist neu. Zurückhaltende Farben wurden auch für die Säulen und die in mattem Ziegelrot gehaltenen Strebebögen gewählt.

Was noch zu mehr Helligkeit beiträgt: Das Maßwerk in den eher dunkel gestalteten Kirchenfenstern bleibt hell wie auch die Decke unter der Orgelempore. Die Kirchenfenster sind gereinigt und aufgearbeitet worden. Sie stammen von der in der gesamten Region und bis nach Rom bekannten Glasmalerin Maria Katzgrau aus Aachen (1912 – 1998).

Im Zuge der Arbeiten wurden alle alten Farbschichten im Innenraum entfernt und der Innenraum neu gestrichen, die komplette Elektrik, auch die der Glocken, wurde erneuert, die Orgel überarbeitet, die Heizung revidiert, unter den Bänken ist jetzt ein neues Holzpodest. Gekostet hat die Innensanierung 480.000 Euro, von denen das Bistum einen Teil übernommen hat. Ferner ist Geld durch den Verkauf von Grundstücken zusammengekommen. 180.000 Euro, die durch Spenden aufgebracht werden mussten, waren schnell zusammen. Für die Innensanierung zeichnet das Architekturbüro Michael Unger in der Kreisstadt verantwortlich, künstlerisch begleitet hat Eva von der Stein die Umgestaltung.

Wenn der Weihrauch von der Altarweihe verzogen ist, geht es ab Mai an die auf 300.000 Euro veranschlagte Außensanierung von Sankt Dionysius. Dabei werden schadhafte Ziegel und zerbrochene Natursteine ersetzt. Was bleibt, ist der Kirchturm. Er ist aus Bruchsteinen errichtet und stammt noch von einer früheren Kirche aus dem 18. Jahrhundert.

Schön an Sankt Dionysius ist, dass die Feldbrandsteine aus Grafschafter Boden gebrannt worden sind, der Basalt aus der Eifel stammt und die Bruchsteine des Turms wohl auch aus der Region gewonnen wurden.

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