Projekt in Nierendorf: Ministerin lobt den Schulgarten der Frankensiedlung

Projekt in Nierendorf : Ministerin lobt den Schulgarten der Frankensiedlung

Statt dem Handy und Laptop widmen sich die Kinder dem Anbau von Blumen und Gemüse. Für die Arbeit des Vereins "Nithrindorp" gibt es inzwischen breite Zustimmung.

„Meinem Ministerium ist es seit Jahren ein großes Anliegen, Gärten für Schulen und Kitas zu fördern, in denen Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit beim gemeinsamen Arbeiten mehr über der Natur lernen können“, begründete die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) ihren Besuch des Schul- und Gemeinschaftsgartens neben der geplanten Frankensiedlung Nithrindorp in Nierendorf. Sie zeigte sich geradezu begeistert über das weit gespannte Netzwerk, das sich mittlerweile um diesen Schulgarten gebildet hat, den der Verein Frankensiedlung Nithrindorp um seinen Vorsitzenden Mathias Heeb in Zusammenarbeit mit der Grundschule Leimersdorf aufgebaut hat.

Ziel des Schulgarten sei es, den Kindern im Grundschulalter die natürliche Bewirtschaftung eines Gartens sowie die ökologischen Zusammenhänge nahezubringen, erläuterte Heeb. Es gehe um das Kennenlernen der einzelnen Nutzpflanzen, deren Verwendungsmöglichkeiten und auch deren Schutz. Außerdem sollen die Schüler durch eigene Handarbeit erfahren, wie aufwendig es ist, Pflanzen „auf mittelalterliche Art“ großzuziehen. Letztlich dürfen die Kinder die Erträge aus den Feldern selbst verwerten und verarbeiten, dafür haben sie etwa die Möglichkeit, sich mit dem selbstgezogenen Gemüse Speisen in einem eigenen Lehmofen zuzubereiten. „Für die Kinder ist es spannend, all diese Dinge kennen zu lernen“, wusste Heeb. So lernten sie, dass die Nahrungsmittel „nicht vom Himmel fallen“, sondern in mühsamer Arbeit erst erzeugt werden müssen.

Dass viele Kinder heute keinen echten Bezug mehr zur Natur und Umwelt haben, wusste auch die aus Mainz angereiste Ministerin. Doch hier werde weitaus mehr gelernt, denn durch die enge Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Jagd und Forst, der Imkerei und der Familienbildungsstätte werde ein breites Spektrum an Wissen rund um die Natur vermittelt. Im Zeitalter der Digitalisierung sei die Ausbildung von motorischen Fähigkeiten ohnehin ein Gewinn, zumal man zugleich Erfahrungen sammeln könne, wie man die Natur bearbeiten müsse, um gesunde Lebensmittel zu erzeugen.

Unterstützung bekommt der Schulgarten mittlerweile von mehreren Seiten. So freute sich Klaus Huse, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat und Ortsvorsteher des Nachbarortes Birresdorf, dass sich hier die Kinder nicht mehr mit dem Handy beschäftigten, sondern die Erde urbar machten, pflanzen und ernten würden: „Wenn man die Kinder hier sieht, kann einem das Herz aufgehen – meine Fraktion stellt sich voll dahinter.“ Michael Schneider, Erster Beigeordneter der Gemeinde, fand das Projekt hervorragend und sagte die Unterstützung der Gemeinde zu.