Bescheid für Erschließungsmaßnahmen: Land fördert Haribo-Gelände mit 7,6 Millionen Euro

Bescheid für Erschließungsmaßnahmen : Land fördert Haribo-Gelände mit 7,6 Millionen Euro

Einen warmen Geldsegen für die derzeit noch klamme Kasse der Gemeinde Grafschaft brachte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke am gestrigen Sonntag mit ins Ringener Rathaus.

Die grüne Ministerin übergab einen Förderbescheid in Höhe von 7,6 Millionen Euro an Bürgermeister Achim Juchem (CDU), worüber sich auch die Landtagsabgeordneten freuten. Petra Elsner (SPD), Marcel Hürter (SPD) und Wolfgang Schlagwein (Grüne) gratulierten dem Gemeindechef zu dieser finanziellen Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

Damit werden die Erschließungsmaßnahmen und die Terrassierung für die rund 33 Hektar große Erweiterung des Innovationsparks Rheinland gefördert, auf dem sich der Süßwaren-Marktführer Haribo mit seiner Verwaltung und Teilen der Logistik und Produktion ansiedeln will. Insgesamt koste die Erschließung mit allem Drum und Dran einschließlich Terrassierung, Straßenbau, zusätzlichem Regenrückhaltebecken und den erforderlichen ökologischen Ausgleichsflächen rund 22 Millionen Euro, rechnete Juchem vor. Er zeigte sich allerdings sehr optimistisch, dass diese Investitionen schon in wenigen Jahren dank der zu erwartenden Gewerbesteuer-Einnahmen wieder hereingeholt werden könnten.

Wobei die Terrassierung des künftigen Haribo-Firmensitzes auf einen Schlag ganz erheblich teurer geworden sei, weil der Baugrund nicht wie laut Bodengutachten erwartet aus Mutterboden, sondern aus Fels bestehe. "Das war ein ganz schöner Schlag ins Kontor, denn er kostete uns fünf Millionen Euro mehr." Deshalb habe man auch den ursprünglichen Förderantrag zurückgezogen und mit den nun deutlich höheren Erschließungskosten erneut gestellt.

Das sei auch richtig gewesen, bestätigte die Ministerin, denn so habe die Gemeinde anstatt ursprünglich geplanter 3,5 nun sogar 7,5 Millionen Euro an Förderung erhalten. Allerdings habe die Prüfung des Antrages wegen der Komplexität auch etwas länger gedauert. Die SGD Nord habe die Mehrkosten sehr gründlich geprüft - auch im Hinblick auf die Frage, ob vom Ingenieurbüro Fehler gemacht worden seien. Ergebnis: Alles sei korrekt, wenn auch "dumm gelaufen". Doch daran könne man ein solches Großprojekt natürlich nicht scheitern lassen. Lemke: "Diese Unternehmensansiedlung stärkt die Wirtschaftskraft nicht nur im Kreis, sondern im gesamten Norden von Rheinland-Pfalz. Und belegt, dass das Land als Standort für Mittelstand und Industrie hervorragend aufgestellt ist. Wir liegen im Herzen Europas und die Standortbedingungen stimmen auch."

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