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Coronavirus: Kreis Ahrweiler richtet Corona-Ambulanz ein

Coronavirus : Kreis Ahrweiler richtet Corona-Ambulanz ein

In der Gemeinde Grafschaft ist eine zentrale Corona-Ambulanz eingerichtet worden. Das medizinische Zentrum zur Bekämpfung des Virus nimmt nun seine Arbeit auf.

In der Gemeinde Grafschaft ist am Mittwoch im Schulterschluss von Kreis, Gemeinde und Ärzten eine zentrale Corona-Ambulanz eingerichtet worden. Landrat Jürgen Pföhler sprach bei der Eröffnung von „einem Meilenstein in der Bekämpfung des Coronavirus im Kreis Ahrweiler“. Das mit sechs Behandlungszimmern ausstaffierte Zentrum ist in der Mehrzweckhalle in Gelsdorf am Feuerwehrhaus untergebracht. Die Halle war in nur einer Woche von einem in Gelsdorf ansässigen Messebauunternehmen komplett umgebaut worden. Neben Tests werden dort nun durch mehrere niedergelassene Ärzte Untersuchungen und Behandlungen bei Personen mit Corona-Infektion oder bei Verdacht durchgeführt.

Mit dem neuen Zentrum wird die medizinische Versorgung für die Bürger in der Corona-Krise weiter ausgebaut, gleichzeitig werden Krankenhäuser und Arztpraxen entlastet. Dies hoben auch die Ärzte aus dem Landkreis hervor.

„Für uns niedergelassene Mediziner ist die Corona-Ambulanz sehr wichtig, um die medizinische Versorgung weiter auf einem hohen Niveau sicherzustellen“, sagte Michael Berbig in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ärztenetzes Kreis Ahrweiler. „Wir sind dankbar für die hervorragende Ausstattung der Räumlichkeiten und die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Landkreis“, führte er weiter aus.

Berbig ist niedergelassener Arzt in Ahrweiler. Gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Gies und Frank Peter Kaesler übernimmt er die Koordination der einzusetzenden Hausärzte. Patienten aus dem Kreis Ahrweiler können über ihren Hausarzt einen Termin in der Corona-Ambulanz erhalten. Die Terminkoordination erfolgt von dort aus.

„Es ist wichtig, dass wir gut aufgestellt sind“, sagte Landrat Pföhler in Gelsdorf. Innerhalb von nur wenigen Tagen sei eine Vorzeigeeinrichtung aufgebaut worden, „wie es sie nur in wenigen Kreisen gibt“. Er dankte insbesondere dem Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem, der den Bau der Corona-Ambulanz in einem wahren Blitztempo in seiner Gemeinde möglich gemacht hatte. Selbst über Ostern war an dem Projekt fieberhaft gearbeitet worden.

Auf über 200 Quadratmetern barrierefreier Fläche befinden sich Anmelde- sowie ein großer Wartebereich, sechs desinfizierbare Behandlungsräume, Umkleideräume, Sanitäranlagen sowie Personalräume. Die neue Ambulanz verfügt darüber hinaus über beste Anfahrt- und Parkmöglichkeiten. Der Einsatzbetrieb der ebenfalls in der Gelsdorfer Mehrzweckhalle untergebrachten Feuerwehr ist uneingeschränkt gewährleistet.

„Die Corona-Pandemie ist noch für lange Zeit eine große Bedrohung für uns alle. Bis heute gibt es weder Medikamente noch Impfstoff“, sagte Landrat Pföhler. Er warnte in diesem Zusammenhang vor zu frühen Lockerungen: „Es wäre fatal, wenn wir eine zweite Welle von Infektionen mit Todesfällen bekämen.“

So sieht es auch der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem: „Vorsicht ist ein guter Ratgeber.“ Er dankte den Handwerkern, dem DRK-Ortsverein Grafschaft und den beteiligten Mitarbeitern seiner Verwaltung, die unter Hochdruck an der Fertigstellung des Corona-Zentrums gearbeitet hätten. Dies über Sonn- und Feiertage hinweg. Nicht nur Wände mussten schließlich gebaut, sondern auch Wasserleitungen und WLAN-Installationen mussten wegen erforderlicher Datenübertragungen geschaffen werden.

Angesichts weiter steigender Fallzahlen ist für Stefan Voss, den Leiter des Kreisgesundheitsamtes, die Corona-Ambulanz ein wichtiger Baustein im Rahmen des Gesundheitsschutzes des Kreises. „Mit dem neuen Angebot werden Ansteckungsrisiken sowohl für Patienten als auch für das medizinische Personal in Arztpraxen und in den Ambulanzen der Krankenhäuser reduziert“, sagte Voss zum General-Anzeiger.

Zusätzlich zur zentralen Corona-Ambulanz in der Gemeinde Grafschaft gibt es im Kreis Ahrweiler bereits in Ahrbrück sowie in Dernau eine Corona-Ambulanz, in denen Abstriche vorgenommen werden sowie eine Corona-Sprechstunde. Diese Angebote wurden von dort niedergelassenen Ärzten eingerichtet.