Comedy im Ringener Bürgerhaus: Kai Kramosta hat immer einen derben Spruch auf den Lippen

Comedy im Ringener Bürgerhaus : Kai Kramosta hat immer einen derben Spruch auf den Lippen

Comedian Kai Kramosta präsentierte das Klischee des deftigen Eifel-Handwerkers. Der Abend im Bürgerhaus Ringen vor 200 Gästen läutete die Sommerpause des Grafschafter Vereins "Kulturlant" ein.

Für den Grafschafter Verein Kulturlant endete am Samstag die Saison 2016/17, der Verein begibt sich nun in die Sommerpause. Zum Abschluss wurde es auf der Bühne im ausverkauften Bürgerhaus Ringen noch einmal besonders deftig. 200 Gäste erlebten dort das Mensch gewordene Klischee der Spezies „Eifler“ in Kombination mit „Handwerker.“

Der Eifel-Handwerker war zu Gast: derber Typ, Besserwisser, immer einen flotten Spruch auf den Lippen, sexistisch auf Grundkursniveau und natürlich restlos selbstsicher. Dargestellt wurde die Figur von Comedian Kai Kramosta. Der sollte als Nickenicher und Sohn eines Handwerkers wissen, wovon er spricht. Tat er auch und würzte an allen Ecken und Kanten noch kräftig nach.

Dabei sprang der Komödiant, der sein vielfältiges Talent als Comedian, Kabarettist, Karnevalist und sogar Musicaldarsteller auslebt, auch noch von einer Rolle in die andere, verschwand mehrmals von der Bühne, um in den tollsten Kostümen wieder dort aufzutauchen. Der Gelehrte mit schwarzer Robe und Doktorhut referierte zunächst aus dem monumentalen Werk „Im Eifler des Gefechts“ die Definition der Person, in deren Rolle er alsbald schlüpfen sollte.

Der derbe Eifler, der Panik auslöst, wenn er die blaue Tonne mal am falschen Tag rausstellt. Und dann der Handwerker, der mit dem Zollstock mehr Bierflaschen öffnet, als er Meter vermessen hatte. Er ist der Vorläufer von Google, weil er eben alles weiß und noch mehr besser weiß. Dann die Rolle des Bauunternehmers Pütz mit überdimensionalem Schnäuzer unter der Nase und noch größerem Urzeit-Handy am Ohr. Immer am telefonieren und um keine Ausrede verlegen, wenn er behautet: „Ich weiß, was ich denke, wenn ich höre, was ich sage.“ Schließlich dann „Die ahl Schmitz“, mit Küchenkittel, 68 Jahre alt, Lockenwickler im Haar, geschieden und auf Männersuche. Und das ausgerechnet beim Hauptdarsteller des Stücks: Handwerker Peters, kurz „Ha-Pe“.

Der nahm natürlich die meiste Zeit des Stücks und auch den meisten Platz auf der zur Baustelle umfunktionierten Bühne ein. Ha-Pe, mit Blaumann und Helm, dicker Plautze und flotten Sprüchen, definierte den genüsslichen Verzehr einer Flasche Bier als harte Arbeit und die Lektüre der Volkszeitung als Selbstbildungsauftrag.

Der Handwerker sprach über Gott und die Welt, grummelte mal eine seiner Weisheiten vor sich hin, und verfiel dann wieder in Gebrüll, um die Richtigkeit seiner Aussagen zu unterstreichen. Alles übrigens im angehauchten Nickenicher Dialekt. Die Schlüsse, die Ha-Pe aus seinen Weisheiten zog, überzeugten. Zumindest ihn selbst. Er referierte besonders gerne übers andere Geschlecht, dass „keinen Kasten Bier tragen kann, aber ne 20-Kilo-Handtasche stundenlang durch Koblenz schleppt“.

Zu nahe kommen durften ihm die Frauen nicht, ganz besonders galt das für Ehefrau Lissbett: „Hür mer op met dem Krom. Der schönste Körper em Schlofzimmer is doch der Heizkörper.“ Ebenfalls gern anvisierte Ziele: Lehrer, Beamte oder Studenten. „Studieren ist wie arbeitslos sein, nur dass die Eltern stolz sind.“

Dabei fand Ha-Pe besonders in den ersten Publikumsreihen ungewollte Mitstreiter in seinem Stück. Wer da saß, war stark gefährdet und tat gut daran, höllisch aufzupassen und alle Aussagen zu bejahen. Stand-up-Comedy in Vollendung, dabei ging Kai Kramosta auf alles, was im Ringener Bürgerhaus passierte, ein. Er antwortete auf jeden Kommentar mit einer Pointe und erntete dabei jede Menge Gelächter, und das gut zweieinhalb Stunden lang.

Der Verein Kulturlant nutzte den Abend, um dem Publikum vor seiner Sommerpause das neue Programm 2017/18 zu präsentieren, das am 30. September startet. Informationen zu allen Veranstaltungen und ein Online-Ticketshop sind unter www.kulturlant.de zu finden.