Kirche in Lantershofen: Heilige hängen wieder in Sankt Lambert

Kirche in Lantershofen : Heilige hängen wieder in Sankt Lambert

Die Abnahme der Heiligenfiguren im Altarraum der Lantershofener Lambertuskirche hat im vergangenen Jahr zu Irritationen und bei einigen Gläubigen auch zu Verärgerung geführt. Grund der Maßnahme waren Veränderungen der liturgischen Vorschriften für die Gestaltung von Altarräumen.

Kernaussage: Der Altarraum ist dem Gekreuzigten vorbehalten. Lantershofen machte sich auf die Suche nach einem Kompromiss. Jetzt sind die Wogen geglättet. Am Weißen Sonntag empfangen 20 Grafschafter Kinder in Sankt Lambert ihre Erstkommunion. "Österlicher Friede ist eingezogen", berichtet Thomas Schaaf von der Bürgervereinigung Lantershofen.

Nach einem Meinungsaustausch in der Lambertuskirche und Gesprächen mit Vertretern der Pfarrgremien, dem Architekten aus dem Generalvikariat in Trier, einem Kirchenkünstler und mit dem von Regens Monsignore Michael Bollig geführten Studienhaus Sankt Lambert seien nun alle Lantershofener Heilige wieder im Kirchraum anwesend.

Schaaf: "Der Altarraum wirkt nicht mehr so überladen, die Heiligen Lambertus und Ursula machen sich am neuen Standort durchaus gut. Die Heilige Cäcilia an der Orgel und Maria unter dem großen Kreuz sind jetzt nicht mehr alleine. Mit den wieder in die Kirche eingezogenen Heiligen freuen sie sich auf viele Besucher."

Was genau wurde gemacht? Der Pfarrverwaltungsrat hat sich "mit Sicht auf den Frieden in der Gemeinde" für folgende Lösung entschieden: Die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit kam wieder auf ihren Platz über dem Tabernakel. Sankt Ursula hat statt im Altarraum ihren Platz jetzt an der Wand des linken Chorraumes (vom Altar aus gesehen) und Sankt Lambertus an der rechten Wand.

Weißer Hintergrund lässt sie so besser zur Geltung kommen, findet auch das Studienhaus, das die Kirche für sein Priesterseminar nutzt.Das große Missionskreuz oberhalb der Beichtkapelle hat seinen neuen Platz in der Mitte der Eingangswand erhalten.

Mit oder ohne Heiligenfiguren habe Lantershofen eine schöne Kirche, findet Schaaf. Das Wichtigste seien jedoch nicht die Figuren an der Wand, sondern die Menschen, die regelmäßig oder auch gelegentlich aus vielerlei Gründen das Gotteshaus besuchen.

Schaaf: "Kirche kann Ort der Besinnung, Ort der Ruhe, Ort der Freude und Trauer sein oder auch Ort der Begegnung. Der Raum Kirche mit Altar, Kreuz, Allerheiligstem und ewigem Licht steht für Gottesnähe, mit oder ohne Heiligenfiguren. Das bleibt jedem Besucher der Lambertuskirche selbst überlassen."

Nach den Festgottesdiensten am Osterfest wird es in Sankt Lambert übrigens eine Woche später einen weiteren Höhepunkt geben. Am Weißen Sonntag empfangen dort 20 Kinder Grafschafter Kinder aus Lantershofen, Karweiler, Ringen, Bengen, Beller, Oeverich und Bölingen ihre Erstkommunion.

Info: Eine Liste der Kommunionkinder mit Adressen steht unter www.lantershofen.de.

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