Unwetter im Kreis Ahrweiler: Haus nach Blitzeinschlag in Lantershofen unbewohnbar

Unwetter im Kreis Ahrweiler : Haus nach Blitzeinschlag in Lantershofen unbewohnbar

Im Grafschafter Ortsteil Lantershofen hat am Freitagmorgen ein Blitz in ein Haus eingeschlagen und einen Großbrand ausgelöst. Für einen Feuerwehrmann hatte der Einsatz ein besonderes Ende.

Das starke Gewitter in den frühen Morgenstunden des Freitags hatte fatale Folgen. In Lantershofen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Die Bewohner des Hauses wurden kurz nach fünf Uhr durch einen ungewöhnlich lauten Knall geweckt. Danach hörten sie ein fortdauerndes und lauter werdendes Knistern am Haus. Der komplette Dachstuhl stand in Brand. Die drei Bewohner konnten sich unversehrt ins Freie retten. Sie waren auch durch einen Nachbarn alarmiert worden.

Dieser hatte die Feuerwehr gerufen. Worauf die wegen eines mutmaßlichen Wassereinbruchs in Karweiler bereits besetzte Leitstelle in Ringen Sirenenalarm für die gesamte Gemeinde Grafschaft auslöste. Der Brand konnte durch kurz darauf eintreffende Feuerwehreinheiten der Grafschaft unter Einsatzleitung von Gemeindewehrführer Achim Klein rasch unter Kontrolle gebracht werden. Das Feuer wurde mit Strahlrohren von der Straße aus und über die Drehleiter aus der Luft bekämpft. Die Wehrleute mussten zudem große Teile des Dachs abdecken, um weitere Brandnester bekämpfen zu können.

Nach ersten Schätzungen der Polizei dürfte der entstandene Schaden bei rund 100 000 Euro liegen. Im Brandeinsatz waren die Löschzüge der Feuerwehren der Gemeinde Grafschaft mit rund 90 Wehrleuten und elf Einsatzfahrzeugen, der Rettungsdienst und die Polizei Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Haus durch den Brand unbewohnbar

Bürgermeister Achim Juchem, der von Birresdorf aus nach Lantershofen geeilt war, dankte noch während des Einsatzes dem Studienhaus Sankt Lambertus. Denn dort wird die Familie, deren Haus durch den Brand unbewohnbar geworden ist, vorübergehend eine Wohnung beziehen. „Das ist echte Nachbarschaftshilfe“, sagte Juchem dem General-Anzeiger. Einsatzende: 10.30 Uhr am Freitagmorgen.

Der Bürgermeister berichtete zudem von weiteren Einsätzen. So war beim Regenrückhaltebecken Nierendorf Alarmstufe 1 ausgelöst worden, zum Glück ohne Folgen für den unterhalb gelegenen Ort. Lediglich ein Baum sei in den Nierendorfer Bach gekippt und von Wehrleuten rausgezogen worden. Um einen Baum auf dem Autobahnzubringer kümmerte sich indes der Löschzug Heimersheim aus der Kreisstadt.

Und auch der Kampfmittelräumdienst wurde am Freitagmorgen auf die Grafschaft gerufen. Ein Bauer hatte beim Pflügen am Feiertag eine 50 Zentimeter lange und armdicke Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf seinem Acker gefunden. Routine für die Kampfmittelexperten: „Aufheben, einpacken, mitnehmen.“

In Oberzissen ist es kurz vor fünf Uhr zu einem Blitzeinschlag in ein Mehrfamilienhaus gekommen. Auch dort ging ein Dachstuhl in Flammen auf, der von Feuerwehreinheiten aus dem Brohltal bekämpft wurde. Die Bewohner hatten sich selbstständig ins Freie retten können. Das Schadensausmaß war jedoch geringer als in Lantershofen. Die Remagener Polizei bezifferte den entstandenen Schaden mit mehreren Zehntausend Euro. Wehrleute deckten das Dach provisorisch mit einer Plane ab.

Daneben waren seitens der Remagener Polizei vor allem Hilfseinsätze an die örtlichen Feuerwehren und Mitarbeiter der Straßenmeistereien zu übermitteln, weil vollgelaufene Keller auszupumpen und im Brohltal Bäume auf die Straße gestürzt waren. Auch einige Nebenstraßen waren durch die starken Regengüsse verschlammt oder verschmutzt. Personenschäden hat es dabei laut Mitteilung der Remagener Wache nicht gegeben.

Erst Einsatz, dann Hochzeit

Einsatzende in Lantershofen war um 10.30 Uhr. So lange wie seine Kameraden musste ein Birresdorfer Feuerwehrmann in Lantershofen nicht im Einsatz bleiben.

Er wurde von Bürgermeister Achim Juchem „nach Hause geschickt, um sich umzuziehen“. Das hatte einen besonderen Grund. Schließlich oblag es dem Bürgermeister in seiner Funktion als Standesbeamter, den jungen Mann noch am selben Vormittag zu verheiraten – ein Spezialeinsatz der angenehmen Art.