Haribo-Kastanienaktion hat begonnen

Viele Kinder in Grafschaft erwartet : Haribo-Kastanienaktion läuft seit den Morgenstunden

„Be happy“ lautete die Devise bei der heute Morgen gestarteten großen Haribo-Kastanientauschaktion. Erste Eichel- und Kastaniensammler hatten sich bereits gegen 5 Uhr mit Kind und Kegel am Grafschafter Firmengelände des Süßwarenkonzerns eingefunden.

Benjamins Schmusetier – ein Erdmännchen – sitzt auf dem Bollerwagen. Unter dem zottligen braunen Stoffmangusten: drei Kartons voll mit Gummibärchen und Lakritz. Der fünfjährige Erdmännchen-Besitzer strahlt: Genauso hatte er sich die Haribo-Tauschaktion vorgestellt – Kastanien abgeben, Gummibärchen bekommen.

Bereits um 6.45 Uhr, eine Viertelstunde früher als geplant, öffneten sich die Tore zu den aufgebauten Waagen, da sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine stattliche Schlange mit angereisten Haribo-Fans gebildet hatte.

Gekommen waren sie aus der gesamten Region und darüber hinaus. Mit gefüllten Tonnen, Bollerwagen, Waschkörben, Rucksäcken, Tüten und Eimern waren sie zur Konzernzentrale in den Grafschafter Innovationspark gekommen. Dort hat das mit seiner Verwaltung aus Bonn weggezogene Unternehmen seit 2018 seinen Firmensitz.

Im Verhältnis 1:5 werden seit dem Morgen Eicheln gegen Süßwaren eingetauscht, bei den Kastanien liegt das Verhältnis bei 1:10. Wer also zehn Kilo Kastanien abgibt, bekommt als Gegenwert ein Kilo Gummibärchen.

Gummibär-Rekord

Bei der großen Haribo-Kastanientauschaktion wurde ein bemerkenswerter Rekord aufgestellt. Ein einzelner Sammler gab 400 Kilo Eicheln ab. Da Eicheln im Verhältnis 1:5 (Kastanien 1:10) eingetauscht werden, durfte der unbekannte glückliche Süßigkeitenfreund 80 Kilo Gummibärchen und Lakritz mit nach Hause nehmen. Da dürfte irgendwann ein Zahnarztbesuch angesagt sein. In jedem Fall hat der fleißige Sammler bis auf weiteres sicherlich genügend Fruchtgummi, Goldbären, Konfekt und Color Rado im Vorratsschrank.

Am Nachmittag gab es wider Erwarten nur mäßigen Andrang auf dem Haribo-Gelände. Wartezeiten und Staus wie im Vorjahr gab es keine. Nun wird für Morgen ein größerer Ansturm erwartet.

Warterei wird mit viel Süßem belohnt

Denise und Matthias Emminger haben sich am frühen Freitagmorgen, vor Tag und Tau, vom Bergischen Land aus auf den Weg in die Grafschaft aufgemacht. In den Parks und Wäldern rund um Gummersbach hat das junge Paar in den vergangenen Tagen eifrig gesammelt. Nach rund einstündiger Fahrt standen die beiden Haribo-Freunde vor den noch verschlossenen Werkstoren. Sie gehörten dann aber zu den ersten, die ihr Sammelgut – drei Kisten Kastanien und eine Kiste Eicheln – auf die Waage bringen durften. Isabell Hoppe ist mit ihrer Familie aus Neuwied gekommen. Um sechs Uhr, eine Stunde vor Beginn der Tauschaktion, standen die vier Hoppes im Grafschafter Ortsteil Ringen am Innovationspark. Belohnt wurde die Warterei mit viel Süßem.

Bis Samstagnachmittag werden Kastanien angenommen

In zwei Reihen geht es noch bis morgen zu den Waagen, von dort aus werden die Kastanien und Eicheln auf kleinen Fließbändern in aufgestellte Container geschüttet, die dann im Laufe des Tages abgeholt und in deutsche und österreichische Wild- und Tierparks transportiert werden. Mehr als 250 Tonnen Kastanien und rund 150 Tonnen Eicheln wurden im vergangenen Jahr gesammelt. Am Samstagabend wird feststehen, wie groß die Sammelfreudigkeit in diesem Jahr war.

„Die ganze Woche über waren meine Töchter schon ganz verrückt“, berichtet Dennis Hutsch aus Heimersheim, der somit nur eine kurze Anreise hatte. Mit seinen Töchtern Adelina (9) und Alina (6) war er mitsamt reichlich Gepäck zu Haribo gekommen. Lange vor Sonnenaufgang waren die aufgeregten Kinder bereits aufgestanden. Auf Alinas Anorak steht geschrieben: „Be happy“. Sie zumindest war es, als sie die eingetauschten Mischkartons von Haribo in den Kofferraum des Familienautos lud.

Derzeit kaum Schlangenbildung

Sarah Schmitz ist mit ihrem fünfjährigen Sohn aus Bad Ems gekommen. Über das THW hatte sie von der Aktion Wind bekommen. Im vergangenen Jahr hatte das Technische Hilfswerk der Kurstadt an der Lahn zentnerweise Kastanien abgeliefert. Nun wollte Familie Schmitz nachlegen. „Ich musste nicht lange warten. Dabei hatte ich mich schon auf eine längere Steherei eingestellt, so die junge Mutter. In der Tat: Am Freitagmittag gab es kaum Schlangenbildung, im Blitztempo waren die Waldfrüchte gewogen und die Süßigkeiten im Gegenzug ausgeteilt.

65 Mitarbeiter von Haribo, zudem Mitglieder der Grafschafter Feuerwehr und des Roten Kreuz sind bis Samstagnachmittag im Einsatz, um für einen reibungslosen Ablauf der Tauschaktion zu sorgen. Selbst Toilettenanlagen sind aufgebaut. Eine Hüpfburg, Lakritzschnecken-Angeln, Glücksraddrehen oder eine Malecke laden die kleinen Haribo-Gäste zudem zum Verweilen ein und sorgen für Kurzweil.

Im vergangenen Jahr waren an beiden Tauschtagen rund 20.000 Menschen aus allen Teilen Deutschlands auf die Grafschaft gekommen. Es gab zeitweise bis zu 700 Meter lange Schlangen, die Wartezeiten lagen bei mehr als vier Stunden. Aktuell geht alles schnell und reibungslos. Da heute die Ferien in NRW beginnen, wird für den Nachmittag ein größerer Ansturm erwartet.

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