Dritte A61-Ausfahrt für die Grafschaft: Haribo initiiert Machbarkeitsstudie

Dritte A61-Ausfahrt für die Grafschaft : Haribo initiiert Machbarkeitsstudie

Der Bund prüft eine dritte Autobahnabfahrt auf der Grafschaft, die Studie dazu initiierte das Süßwarenunternehmen. Bürgerinitiative befürchtet starke Verkehrszunahme.

Die Bürgerinitiative "L(i)ebenswerte Grafschaft" befürchtet eine drastische Verkehrszunahme in den Ortschaften der Gemeinde. "Die Grafschaft wird sich sehr verändern", zeigte man sich in einer Bürgerversammlung in Eckendorf sicher.

Die Lenkung der Verkehrsströme und insbesondere ein denkbarer weiterer Autobahnanschluss im Zuge der Haribo-Ansiedlung beschäftigt die Gemüter. Geladen hatte man die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag, Jutta Blatzheim-Rögler. Zur Erhellung trug sie allerdings nur wenig bei.

"In der rot-grünen Koalition setzen wir auf Erhalt vor Neubau", stellte sie klar. Sollte eine zusätzliche Autobahnabfahrt an der A61 gewünscht sein, so müsse es "schon gute Gründe dafür geben". Presseberichten zufolge, würde Haribo zwar eine weitere Anbindung begrüßen, jedoch keineswegs fordern.

"Ich glaube auch, dass die vorhandenen Autobahnabfahrten ausreichen", so Blatzheim-Rögler. Wie das Infrastrukturministerium in Mainz gestern Abend dem General-Anzeiger auf Anfrage bestätigte, ist auf Initiative von Haribo allerdings bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, die klären soll, ob eine weitere Autobahnabfahrt sinnvoll und realisierbar ist.

"Ergebnisse liegen noch nicht vor", so ein Sprecher des Ministeriums. Komme das Gutachten zu einem positiven Ergebnis, werde der Bund zu entscheiden haben, ob die Abfahrt gebaut wird oder nicht. Wolfgang Schlagwein, seit Januar Landtagsabgeordneter der Grünen in Mainz, unterstrich, die Grafschaft müsse zunächst einmal definieren, wie sie sich ihre eigene Zukunft vorstelle: "Weiteres Gewerbe oder Landwirtschaft, oder beides?"

Erst wenn die Zielsetzungen feststünden, könne analysiert werden, mit welchen Verkehrsbelastungen die Gemeinde rechnen müsse. Und erst dann, könne über eine weitere Autobahnabfahrt gesprochen werden.

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