Kastrationspflicht: Grafschafterin kämpft für Katzen

Kastrationspflicht : Grafschafterin kämpft für Katzen

Wenn es um Katzen geht, dann ist Johanna Spandöck aus Nierendorf eine Kämpferin. Besonders heute: Denn es ist Welttag der Katze. Seit Jahren tritt die wortgewandte Seniorin für die Kastrationspflicht bei Katzen ein. Bürgermeistern und auch dem Landrat ist sie die Türen eingelaufen.

"Aber es kam nichts dabei rum", sagt die ehemalige Vize-Chefin des Katzenschutzvereines des Kreises Ahrweiler. Doch die Grafschafterin will nicht aufgeben. "Erst vor Wochen haben Bonn und die Gemeinde Swisttal die Kastrationspflicht eingeführt, es kann nicht sein, dass sich die Kommunen im Kreis Ahrweiler immer noch taub stellen."

Sie untermauert ihre Argumentation mit Zahlen des Deutschen Tierschutzbundes (Fortpflanzungspyramide), denn nur durch die Kastration der Katzen, egal ob männlich oder weiblich, könne dem Katzenelend und der Katzenflut begegnet werden: Wenn man davon ausgehe, dass ein Katzenpaar im Jahr zwei Mal Nachwuchs bekomme und jeweils 2,8 weibliche Tiere pro Wurf überlebten, dann ergebe das nach drei Jahren bereits 382 und nach zehn Jahren mehr als 80 Millionen Kätzchen.

"Allein 10 000 Euro gibt der Katzenschutzverein in der Kreisstadt jährlich für Kastrationen aus. Die medizinische Hilfe für Katzen beläuft sich auf fast 30 000 Euro. "Geld, das wir erst einmal aufbringen müssen", berichtet Spandöck vom Engagement für die Vierbeiner.

Sie zeigt sich sichtlich verärgert, wenn Katzenbesitzer den Nachwuchs ihrer Haustiere verschenken, anstatt zumindest eine Schutzgebühr zu nehmen, um diesen kastrieren zu lassen: "Wer ein Tier hält, muss auch Verantwortung übernehmen. Sonst nimmt das alles kein Ende." Deshalb kündigt die Seniorin an, weiter die "Behörden zu nerven".

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