Schulen und Kindergärten: Grafschafter Kinder sollen gesünder essen

Schulen und Kindergärten : Grafschafter Kinder sollen gesünder essen

In den Schulen und Kindergärten der Gemeinde Grafschaft soll es nur noch Mahlzeiten geben, die bestimmten Qualitätsstandards entsprechen. Es wird Wert gelegt auf eine gesundheitsbewusste Ernährung unter Verwendung regionaler Produkte.

Der Grafschafter Gemeinderat möchte etwas für die gesundheitsbewusste Ernährung in den Kindergärten und Schulen der Gemeinde tun. Das hatte das Gremium bereits bei den Haushaltsberatungen für 2019 beschlossen und für dieses Vorhaben insgesamt 137 000 Euro im Etat eingeplant. Wie das aber konkret vonstatten gehen soll, darüber beriet nun der Sozial-, Kultur-, Sport- und Demografieausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Winzerverein Lantershofen. Dabei wurde deutlich, dass noch einige Vorarbeiten zu leisten sind, bevor man eine so weitreichende Entscheidung treffen kann.

Ziel sei es, so hatte es die CDU in ihrem Antrag formuliert, mit den zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln die Mittagsverpflegung in den Kindergärten und Schulen der Gemeinde auf eine gesundheitsbewusste Ernährung unter Verwendung regionaler Produkte umzustellen. Das Geld sei vor allem dafür gedacht, die Elternbeiträge auf einem vernünftigen Maß zu halten.

Für den gewünschten höheren Qualitätsstandard rechnet man nämlich mit Kosten von 4,50 Euro pro Essen, was keinesfalls zulasten der Eltern gehen dürfe, die bislang die Kosten für die Mittagsverpflegung sowohl in den Kindergärten als auch in den Grundschulen komplett aus eigener Tasche zahlen müssen.

Derzeit werden die Kindergärten und Schulen der Grafschaft von vier verschiedenen Caterern aus der Region beliefert, berichtete Bürgermeister Achim Juchem. Alle Anbieter seien anhand einer Ausschreibung mit anschließendem Probeessen mit den Kindern, Eltern und Einrichtungsvertretern ausgewählt worden. Die Ausschreibungsunterlagen entsprächen den Anforderungen der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und berücksichtigten die jeweiligen Qualitätsstandards. Alle Anbieter, die einen Zuschlag erhalten hätten, erfüllten die genannten Kriterien, hieß es. Die Kosten pro Essen belaufen sich derzeit zwischen 2,50 und 3,50 Euro. Im vergangenen Schuljahr seien durchschnittlich 3800 Essen im Monat in den Kindergärten und Schulen der Grafschaft gestellt worden.

Künftig sollen Ausschreibungen für die Mittagessen verbindlich an den Kriterien der DGE ausgerichtet sein, beschloss der Ausschuss einstimmig. Nun soll zunächst bei den Caterern wie bei den Kindergärten und Schulen ermittelt werden, nach welchen Kriterien derzeit überhaupt dort gekocht wird. Erst dann könne man weitere Entscheidungen treffen, glaubt Bürgermeister Achim Juchem.

Dabei war sich das Gremium einig, dass gute Ernährung schon in jungen Jahren wichtig sei, denn das sorge auch für eine bessere Lebensqualität und eine längere Lebenserwartung. Dieter Bornschlegl (SPD) wies als Kinderarzt darauf hin, dass eine schlechte Ernährung zu geringer Lebenserwartung führe, deshalb sei die Initiative der CDU überaus lobenswert. Denn das Problem treffe meistens die ärmeren Bevölkerungsschichten. „Der Mensch ist ein Gewohnheitsstier, und wer früh lernt, sich richtig zu ernähren, der macht es auch als Erwachsener und gibt es weitere an seine Familie und seine eigenen Kinder“, sagte er voraus.

Marcel Werner (CDU) machte noch einmal klar, die CDU sei nicht der Ansicht, dass die Mahlzeiten derzeit in den Grundschulen und Kindergärten der Gemeinde schlecht seien. Sie könnten aber vermutlich qualitativ noch gesteigert werden, indem man mehr regionale und saisonale Produkte verarbeite. Richard Horn (FWG) bemerkte, die Initiative der CDU finde die volle Unterstützung seiner Fraktion.

Zustimmung signalisierte auch Udo Klein (SPD), machte aber zur Bedingung, dass die damit verbundenen höheren Kosten nicht zulasten der Eltern gingen. Die Differenz müsse dann eben die Gemeinde tragen. Mathias Heeb (Grüne) sprach von einem „sehr sensiblen Thema“, denn es sei unmöglich, in Sachen Ernährung alle Eltern und Kinder gleichermaßen zufrieden zu stellen. Konsequenterweise müsste man als Gemeinde das Catering selbst übernehmen, schlug er vor. Wobei Lothar Barth (FWG) vermutete, dass die Caterer schon jetzt die gewünschten Voraussetzungen erfüllten, das müsse noch einmal genauer geprüft werden. Möglicherweise seien im Anschluss sogar die Kosten geringer als jetzt, hoffte er.

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