Der neue Haribo-Innovationspark: Grafschaft wird neue internationale Zentrale

Der neue Haribo-Innovationspark : Grafschaft wird neue internationale Zentrale

Eigentlich war der Sachverhalt klar. Doch so deutlich, wie es jetzt Arndt Rüsges, Geschäftsführer Produktion und Technik beim Weltunternehmen Haribo tat, hatte es noch selten jemand ausgesprochen: "Der Standort Grafschaft wird die neue internationale Zentrale der Bonner Unternehmensgruppe und verfügt dort über die fortschrittlichsten Produktionstechnologien. Geplant ist die Fertigstellung im Jahr 2017."

Der Geschäftsführer unterstrich aber auch, dass "der Produktionsstandort Bonn und die dazugehörige Betriebsverwaltung komplett erhalten bleiben".

Die Hochphase auf der Grafschaft kommt zwar erst noch, dennoch wird auf der Haribo-Baustelle im Innovationspark auch ohne offiziellen ersten Spatenstich mit Hochdruck gearbeitet: in zwei Schichten und auch unter Flutlicht.

Aktuell sind 70 Leute auf der Baustelle unterwegs. Mehr als 300 sollen es täglich werden, wenn an allen Ecken und Enden gearbeitet wird. In Anlehnung an die Lage im im Innovationspark Rheinland soll der Firmensitz dann den Namen Haribo-Innovationspark bekommen, erklärte Rüsges dem General-Anzeiger.

Die ersten Bauteile stehen

Pfeiler und erste Wände für das später parallel zur Autobahn stehende 290 Meter lange, 65 Meter tiefe und 16,35 Meter hohe Logistikzentrum stehen bereits. Direkt anschließen soll sich daran dann das Hochregallager.

"Das wird dann mit 42,35 Metern der Ringener Pfarrkirche Sankt Dionysius, die mit 40,40 Metern das bislang höchste Gebäude der Grafschaft ist, den Rang ablaufen", sagte Friedhelm Moog, Bauamtsleiter der Gemeinde Grafschaft im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Und er wartete mit weiteren imposanten Zahlen auf. Denn das Hochlager wird zudem etwa 100 Meter lang und 120 Meter tief. Mit allem Drum und Dran kommt der Komplex allein schon auf einen Rauminhalt von 846 000 Kubikmeter. Nördlich der Baustelle für das Logistikzentrum laufen die Vorarbeiten für die Fundamente der ersten von insgesamt vier geplanten Produktionsstätten, die schon Ende 2016/Anfang 2017 in Betrieb gehen soll.

Beim Bau muss auf alles geachtet werden

"Allein für diesen Bau sind fünf große Kräne nötig", sagte Moog. "Deren Einsatzbereiche müssen im Vorfeld in Kranplänen koordiniert werden, damit es beim Bau keine Überschneidungen oder Kontakte gibt", zeigt sich auch der alte Hase aus dem Rathaus sichtlich beeindruckt. Wie auch von dem zweistöckigen Baubüro, das an der Fraunhofer-Straße aus Fertigelementen gebaut wurde und auch über eine Aussichtsplattform verfügt.

"Da kommen später Parkplätze hin". sagt Moog, zu dem Container-Gebäude, das auf den ersten Blick wie ein normales Bürohaus wirkt und groß den Schriftzug der Goldbären führt. In direkter Nachbarschaft soll dann das Verwaltungsgebäude entstehen, dessen Bauantrag derzeit bearbeitet wird.

Es gibt noch Erweiterungsmöglichkeiten

Indes baut auch die Gemeinde Grafschaft weiter für die Unternehmensansiedlung. Bürgermeister Achim Juchem: "Wir bauen aktuell den zweiten Abschnitt der Südumfahrung von Haribo. Den Erdbau für die Gemeinde hat Fink-Stauf übernommen." Die Energieversorgung Mittelrhein ist derzeit im Endspurt mit der Verlegung der "dicken" Gaszuleitung zum neuen Haribo-Hauptstandort.

Die Zuleitung wurde an die vorhandene Hauptleitung am Bölinger Waldrand in der Nähe der Firma Stauden-Schweiss angeschlossen. Von dort führt sie durch die Feldflur und den Damm der Autobahn 61 und wird am Rand der Baustelle die Südumfahrung das Haribo-Gelände erreichen. In diesem Bereich schafft die Gemeinde die dort noch für den zweiten Bauabschnitt der Südumfahrung lagernden Erdmassen weg und baut diese im Straßenkörper ein.

Für den Chef Bauamtes, bei dem die Fäden zusammenlaufen, ist Haribo "die größte Baustelle in meinem Berufsleben". Und das, obwohl es sich bei dem, "was zurzeit entsteht, erst um den ersten Bauabschnitt handelt und es auch, wenn alle Produktionsstätten stehen, noch Erweiterungsmöglichkeiten gibt". Was Haribo für die Grafschaft bedeute, "das wird erst die nächste Generation feststellen", so Moog.

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