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Ein Sicherheitskonzept: Grafschaft will sich besser schützen

Ein Sicherheitskonzept : Grafschaft will sich besser schützen

Hochwasserschutzprogramm soll aufgelegt werden. Das Land unterstützt das Vorhaben.

Die Gemeinde Grafschaft will ein örtliches Hochwasserschutzkonzept auf die Beine stellen. Dies mit Hilfe des Landes und dem "Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz" (IBH). Voraussichtlich 150 000 Euro wird das Konzept kosten, das Maßnahmen aufzeigen soll, wie sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich Prävention betrieben werden kann. Die Unwetter der Vergangenheit haben die Grafschafter stark sensibilisiert.

Im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde referierte nun Barbara Manthe-Romberg vom IBH über Aufbau und Struktur eines solchen Konzeptes, das von Bürgerversammlungen und Workshops begleitet werden soll.

Seit dem Jahre 2009 wird in Rheinland-Pfalz eine behördliche Hochwasservorsorge betrieben. Schließlich hatten sich die Unwetterereignisse angehäuft, bei denen extreme Niederschlagsmengen in kurzer Zeit auf die Erde prasselten und für riesige Schäden sorgten. So auch auf der Grafschaft. "Lange Vorwarnzeiten gibt es nicht, da die Unwettervorhersagen in aller Regel nur unsicher sind", erklärte Manthe-Romberg. "Tritt dann ein solches Ereignis ein, gibt es praktisch kaum mehr eine Möglichkeit, Schäden abzuwenden", so die IBH-Vertreterin. Umso wichtiger sei die Vorsorge.

Und die will man auf der Grafschaft aufgrund der gemachten Erfahrungen in großem Umfang leisten. Es soll eine umfassende Gefahrenanalyse geben, man will der Frage nachgehen, wohin Regenwasser bei einem Starkregenereignis abfließt, welche Flächen ganz besonders betroffen sind, welche Gefahrenschwerpunkte es gibt. In Bebauungsplänen will man solchen Gefährdungspotenzialen Rechnung tragen.

Neben der öffentlichen Vorsorge, wie der Bau von Regenrückhaltebecken, die Errichtung technischer Schutzeinrichtungen, die Vorbereitung von Feuerwehr und Katastrophenschutz auf derartige Wetterereignisse oder angepasste Bauleitplanungen, sei jedoch die private Vorsorge tragende Säule des Konzeptes. Schutzmaßnahmen an Häusern, das "richtige" Verhalten, wenn ein Hochwasser kommt, der Abschluss von Hochwasserversicherungen sollen konzeptionell aufgearbeitet werden. Manthe-Rombergs Credo: "Der Bürger muss eingebunden werden."

Dies beispielsweise in Bürgerversammlungen und Workshops, die es nun bald auch auf der Grafschaft zu diesem Thema geben soll. Udo Klein (SPD), dessen Fraktion das Konzept beantragt hatte, meinte: "Wir sind hier auf der Grafschaft schon vorbildlich unterwegs, was den gemeindlichen Hochwasserschutz anbetrifft. Die private Vorsorge hingegen scheint noch etwas unterbelichtet zu sein. Die Gefahr ist mit dem Bau von Regenrückhaltebecken noch längst nicht gebannt."

Mit eigenen "Bordmitteln" alleine soll das Konzept nicht erstellt werden. Vielmehr soll ein Ingenieurbüro eingeschaltet werden, das die fachliche Begleitung und Auswertung vornehmen wird.