Druck durch Haribo-Zuzug steigt: Grafschaft will mehr Wohnraum schaffen

Druck durch Haribo-Zuzug steigt : Grafschaft will mehr Wohnraum schaffen

Nicht zuletzt durch die Haribo-Ansiedlung nimmt der Zuzugsdruck in der Grafschaft zu. Mehr als 2000 Beschäftigte werden dort in absehbarer Zukunft in Lohn und Brot sein. Deswegen will die Gemeinde Wohnraum schaffen.

Erste Wohngrundstücke hat sich der Süßwarenkonzern für seine Belegschaft längst gesichert. Auch die teuren Baulandpreise in den Nachbarkommunen Bad Neuenahr, Rheinbach und Meckenheim haben die Grafschaft in den Fokus gerade bauwillige junger Familien rücken lassen. Und nicht zuletzt auch der Nachwuchs der Einheimischen sieht seine Wohnzukunft in den Heimatgemeinden. Ein sinnvolles Baulandmanagement muss her.

Die Anzahl der freien Baugrundstücke ist in den vergangen Jahren stark zurückgegangen. Folge: Der Wohnraum in der Grafschaft wird immer knapper. Eine neue Regelung des Baugesetzbuches erlaubt es nun, innerhalb der nächsten beiden Jahre im Zusammenhang mit einer bestehenden Bebauung einzelne Baugebiete mit einer Flächengröße von bis zu 10 000 Quadratmetern zu entwickeln. Die Grafschafter CDU hat hierzu – nach dem Antrag auf Gründung einer Gemeindeentwicklungsgesellschaft – jetzt auch konkrete Flächenvorschläge entwickelt.

Die Entwicklungsgesellschaft soll voraussichtlich bereits an diesem Donnerstag auf den Weg gebracht werden. „Um die weitere Entwicklung der Gemeinde und die Zukunft späterer Generation zu sichern, wollen wir bezahlbare Flächen für Wohnraum, insbesondere für junge Familien, schaffen“, so CDU-Vorsitzender Michael Schneider. Der Antrag der Union sieht vor, dass alle Ortsbezirke entsprechen der Voten der Ortsbeiräte berücksichtigt werden. Ausgenommen wird nur Lantershofen, wo sich der Ortsbeirat gegen eine Ausweisung ausgesprochen hat.

Ortsumgehung ist angedacht

Außerdem sollen mögliche Synergie-Effekte in den Blick genommen werden. „Das bedeutet, dass wir neue Baugebiete gemeinsam mit weiteren wichtigen Infrastrukturprojekten anpacken wollen“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Huse. Dazu zähle unter anderem die Integration der Baugebiete in das zu erstellende Hochwasserschutzkonzept.

Huse: „Auch Verkehrsentlastungen sollen umgesetzt werden. Wir schaffen damit nicht nur den benötigten Wohnraum, sondern wollen gleichzeitig die für die Bürger wichtigen Probleme in der Grafschaft kosteneffizient angehen.“

Beispielsweise ist angedacht, in Oeverich durch das neue Baugebiet gleichzeitig eine Ortsumgehung einzurichten, um dadurch den Verkehr im Ort zu entlasten. Auch die Außengebietsentwässerung soll in diesem Zuge deutlich verbessert werden, um Schäden durch Starkregen stärker vorzubeugen.

Zehn kleinere Baugebiete

Auch für Gelsdorf soll diese Kombination durch eine Entwicklung der Flächen im Bereich „Im Wildacker“ ins Auge gefasst werden. In Ringen steht mit dem „Kreuzerfeld III“ ein weiterer Bereich an, wo eine verkehrliche Entlastung mit der Bebauung kombiniert werden kann. Für die Landwirtschaft soll ebenfalls in Gelsdorf und Oeverich untersucht werden, ob Flächen in den dorfabseits gelegenen Gebieten für Gewächshäuser gewidmet werden können.

Der Antrag sieht vor, dass insgesamt zehn kleinere Baugebiete im „beschleunigten Verfahren“ in Birresdorf, Bengen, Eckendorf, Gelsdorf, Holzweiler, Karweiler, Oeverich, Nierendorf und Vettelhoven entstehen sollen. Hierbei handelt es sich um Areale, die eine Abrundung der Dorfkerne darstellen. „Natürlich müssen wir die Gesetze einhalten, aber unser Ziel ist, diese kleineren Baugebiete den einheimischen Familien zur Verfügung zu stellen“, so Schneider und Huse. Ein zentrales und größeres Baugebiet für die überörtliche Entwicklung sieht die CDU Grafschaft im Ortsbezirk Ringen vor. „Hier sollen weitere Parzellen entstehen, welche die hohe Nachfrage nach Bauland von außerhalb der Gemeinde decken sollen.“