Kita und Seniorentreff: Grafschaft plant Mehrfunktionenhaus für Jung und Alt

Kita und Seniorentreff : Grafschaft plant Mehrfunktionenhaus für Jung und Alt

In der Grafschaft ist ein Mehrfunktionenhaus in Planung. In dem Neubau soll sowohl ausreichend Platz sein für eine Kindertagesstätte wie auch genügend Raum für einen betreuten Seniorentreff.

In der Gemeinde Grafschaft wird der Bau eines „Mehrfunktionenhauses“ an der Heppinger Straße in Ringen erwogen. Entstehen soll dort zum einen die sechste Kindertagesstätte der Gemeinde, zum anderen ein betreuter Seniorentreff. Somit wären Alt und Jung unter einem Dach vereint. Zuschüsse vom Land sind für dieses Vorzeigeprojekt nicht zu erwarten: Die Finanzkraft der Grafschaft ist zu hoch. Eine Alleinfinanzierung durch die Gemeinde erscheine zumutbar, so das zuständige Ministerium.

Nachdem es bereits Planungs- und Abstimmungsgespräche gegeben hat, wurde nun die Planung im Sozial- und Demografieausschuss präsentiert. Da es in der Grafschaft einen Zuzugsdruck gibt, man gleichzeitig betagtere Menschen am Ort halten möchte, entschloss man sich in der Gemeinde, für beide Bevölkerungsgruppen eine gemeinsame Bleibe zu schaffen. Multifunktional soll das neue Gebäude im Herzen von Ringen genutzt werden können. Trotz der unterschiedlichen Belange der unterschiedlichen Zielgruppen.

Haus in ökologischer Bauweise

Die Kindertagesstätte und die Seniorenbetreuung sollen über Gemeinschaftsbereiche verfügen, dies im Innen- wie auch im Außenbereich. Mensa, Küche, Gymnastikraum und Versammlungssaal könnten so optimal ausgenutzt werden. Gruppenräume, Sanitärbereiche, Personal- und Leitungsbüros, Schlafräume, Elternsprechzimmer, Wohnbereiche, Räume für Tanz und Musik – das Multifunktionshaus soll für alle Generationen bedarfsgerecht eine Heimstatt sein.

Dabei soll das Gebäude – nicht zuletzt wegen demenzkranker Menschen – einen hohen „Wiedererkennungswert“ haben, wie Sarah Dünker vom gleichnamigen Architekturbüro ausführte. Das Haus soll in ökologischer Bauweise errichtet werden.

Zu den Kosten gibt es bislang allerdings nur vage Auskünfte. Zwischen 1,7 bis 2,6 Millionen Euro dürfte der reine Baukörper kosten, mit Innenausbau und Ausstattung nebst der Außenanlagen auch 2,7 bis vier Millionen Euro. Geld vom Land ist dabei nicht zu erwarten. Grund ist die inzwischen hohe Steuerkraft der Gemeinde sowie der Umstand, dass die Grafschaft bei der Steuererhebung unter den Nivellierungssätzen des Landes liegt, also bei Grund- und Gewerbesteuer nicht das abschöpft, was sie durch Hebesatzveränderungen nach den Vorstellungen des Landes vereinnahmen könnte. In den Fraktionen soll das Vorhaben nun erörtert werden, bevor es schließlich im Gemeinderat zur abschließenden Abstimmung kommt.