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Factory Outlet Center: Grafschaft: "Dringender Handlungsbedarf"

Factory Outlet Center : Grafschaft: "Dringender Handlungsbedarf"

Es gibt plötzlichen Druck im Vorhaben, im Grafschafter Innovationspark ein Factory Outlet Center (FOC) zu errichten. Nach Bad Münstereifel gibt es nun in Remscheid Bestrebungen, ein FOC zu errichten.

Grafschaft. Es gibt neue Bewegung und plötzlichen Druck im Vorhaben, im Grafschafter Innovationspark ein Factory Outlet Center (FOC) zu errichten. Nach Bad Münstereifel gibt es nun auch im knapp einhundert Kilometer von Bonn entfernten Remscheid Bestrebungen, ein FOC zu errichten. Käme dieses Projekt zum Tragen, dann dürften die ambitionierten Überlegungen, 52 Shops nebst 1 500 Stellplätzen auf dem riesigen Areal an der Autobahn in Höhe von Ringen zu bauen, obsolet geworden sein.

Projektentwickler Rolf Deißler aus Bad Neuenahr sieht "dringenden Handlungsbedarf: Wenn nicht bald etwas geschieht, stehen wir in der Region schnell mit leeren Händen da". Dies sei nicht zuletzt vor der Entscheidung, den Bundeswehrstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler zu schließen, besonders problematisch. Bekanntlich gehen mit dem Abzug der noch in der Kreisstadt stationierten Soldaten 560 Arbeitsplätze verloren.

Auf der Grafschaft könnten im dortigen FOC 350 neue Vollzeitarbeitsplätze entstehen, rechnete Deißler, ehrenamtlich auch Fraktionsvorsitzender der FWG im Kreistag, vor. Mit den geplanten Vorhaben in Bad Münstereifel und Remscheid werde derselbe Kundenkreis bedient, so Deißler. Angesprochen würden Kunden aus dem Köln-Bonner Raum und dem Ruhrgebiet. FOC-Betreiber legen ihrer Kalkulation in der Regel einen Einzugsradius von 100 bis 150 Kilometern zugrunde.

XXX Lesen Sie dazu auch den Kommentar " Es wird eng für das FOC"Wie berichtet, sind in der Heino-Stadt im Herzen der Eifel bereits alle Weichen gestellt. Drei ortsansässige Investoren haben im Stadtkern Immobilien aufgekauft, in denen mehr als 40 Fashion-Shops entstehen sollen. Am Rande des Ruhrgebietes, in Remscheid sind die Planungen ebenfalls weit gediehen. Vorausgegangen war eine Einigung mit der Nachbarstadt Wuppertal.

Nachdem Remscheid "grünes Licht" für den Bau eines "Ikea"-Möbelgeschäftes in der Schwebebahnstadt gegeben hatte, stellte man sich in Wuppertal hinsichtlich eines Remscheider FOCs nicht länger quer. Allerdings könnte es noch Schwierigkeiten geben: In Nordrhein-Westfalen steht eine Novellierung des Landesentwicklungsprogramms an - mit ungewissem Ausgang für großflächige Ansiedlungswünsche auf den grünen Wiesen, wo FOCs in der Regel hingehören.

Drei interessierte Betreiber gebe es derzeit für das "Eifel-Ahr-Portal" auf der Grafschaft, bestätigte Deißler. Darunter sei auch das Unternehmen, das bereits in Roermond und Wertheim erfolgreich Outlet-Center betreibe und sich auch für den Standort in Remscheid interessiere. Mehr als 50 Millionen Euro möchte die Investorengruppe in den Innovationspark der Grafschaft stecken. Obwohl sich die Planung hinziehe, da kommunalpolitische Interessen und Belange des Einzelhandels berücksichtigt werden müssten, sei nach wie vor das Interesse da.

Die Geduld der Investoren werde jedoch strapaziert. Deißler: "Wir warten auf das angekündigte Gutachten aus Bad Neuenahr-Ahrweiler." Der dortige Rat hatte es in Auftrag gegeben, um zu erfahren, ob mit einem Grafschafter FOC Nachteile für die Kreisstadt als Mittelzentrum einhergehen. Deißler sieht die nicht. Im Gegenteil: "Das FOC wird eine riesige Magnetwirkung haben, von der benachbarter Einzelhandel und natürlich auch der Tourismus im Ahrtal sehr profitieren werden." Wirkliche Nachteile entstünden dem Einzelhandel nur dann, wenn die Projekte in Münstereifel oder Remscheid Realität würden. Dann gäbe es keine Synergien mehr.