Explosion - 300.000 Euro Schaden: Geldautomat an Filiale der Raiffeisenbank in Wershofen gesprengt

Explosion - 300.000 Euro Schaden : Geldautomat an Filiale der Raiffeisenbank in Wershofen gesprengt

Eine Explosion hat in der Nach zum Donnerstag die Bürger von Wershofen aus dem Schlaf gerissen. Noch unbekannte Täter hatten gegen 2.45 Uhr den Geldautomaten in der Filiale der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg aufgesprengt.

Das teilte Hauptkommissar Achim Rosenberg von der Kriminalpolizei Mayen am Donnerstagmorgen mit. Die Täter hatten es auf das Geld im Automaten abgesehen. Rosenberg: "Ein Zeuge hat nach der Detonation in der Nähe der Bank zwei Personen gesehen, die mit einem grauen Mittelklassewagen vom Tatort in Richtung Nordrhein-Westfalen flüchteten."

Am Fahrzeug soll ein amtliches Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben AC für Aachen angebracht gewesen sein. Die Täter beschreibt der Zeuge als etwa Mittzwanziger und 1,80 bis 1,90 Meter groß. Eine umgehend eingeleitete Fahndung nach dem Fahrzeug und den Tätern führte laut Kripo Mayen bisher nicht zum Erfolg.

Ein Bild der Verwüstung bot sich am Donnerstagmorgen im Inneren des Bankgebäudes an der Hauptstraße, in dem normalerweise zwei Ganztags- und zwei Teilzeitkräfte arbeiten. Draußen lagen Scherben verstreut umher, Bankformulare, Blumenkübel. Der Haupteingang zum Gebäude war mit einer Holztafel abgedeckt, mit Polizeisiegel versehen.

"Die Sprengkraft war schon sehr ordentlich", sagte Manfred Latz, Leiter des Bankbetriebs der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg, am Donnerstagmorgen dem General-Anzeiger. Er zeigte sich sichtlich froh darüber, dass zur Filiale Wershofen im Gegensatz zu anderen Zweigstellen keine Wohnungen gehören. "Das Gebäude wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Der durch die Explosion am Haus entstandene Schaden dürfte mehr als 300.000 Euro betragen."

Zur Höhe des gestohlenen Geldes gab es aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Latz erklärte jedoch: "Gerade vor Weihnachten sind die Automaten gut bestückt." Latz rechnet kaum damit, dass die Filiale vor Weihnachten wieder öffnet: "Da müssen wir auf den Gebäudegutachter warten. Je nachdem können wir dann stundenweise eine Behelfslösung im Gebäude anbieten oder wir müssen einen Bankcontainer ordern."

Letzteres würde sich dann jedoch bis ins neue Jahr hinziehen. In der Zwischenzeit könnten die Kunden auch auf die "Automaten der Kollegen" in der Umgebung zurückgreifen. Latz erinnerte sich auch an ähnlich brachiale Vorgehensweisen. So seien in den vergangenen Jahren auch Geldautomaten von Bankfilialen in Schuld, Adendorf und Westum gesprengt worden. "Die Masche ist nicht neu", so der Banker, der froh ist, dass es bei der nächtlichen Aktion in Wershofen keine Verletzten gegeben hat.

In der Nacht hatte zunächst die Polizei aus Adenau mit den ersten Ermittlungen begonnen. Am Morgen wurde dann an die Kripo Mayen übergeben. Unterstützung kam durch Spezialermittler des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden, die auch die Spurensicherung vornahmen. Das Areal um die Bank wurde derweil komplett abgesperrt.

Für die Bank am Ort des Geschehens waren Geschäftsstellenleiter Heinz Weingarz, Vorstandsmitglied Heiko Ulrich und der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Kaspers aus Wershofen. Auch sie hörten sich von beunruhigten Bewohnern des knapp 900-Seelen-Dorfes an: "Unbegreiflich, dass so etwas bei uns passiert, mitten im Ort." Worauf die Banker klar machten: "Geld und Schaden sind ersetzbar, Menschenleben nicht." Und auch einen kleinen weihnachtlichen Lichtblick gab es am Tatort: "Der Tannenbaum draußen ist heil geblieben."

Hinweise werden an die Kriminalpolizei Mayen unter der Rufnummer 02651/8010 erbeten.