Kreis Ahrweiler: Forst-Azubis stellen Wurfboxen für Wildkatzen auf

Kreis Ahrweiler : Forst-Azubis stellen Wurfboxen für Wildkatzen auf

Ein Herz für Tiere haben Forstleute und Naturschützer im Kreis Ahrweiler. Im Kesselinger Tal haben Azubis des Forstamtes Adenau Wurfboxen für Wildkatzen aufgestellt, damit die scheuen Tiere in Ruhe ihren Nachwuchs bekommen können.

Naturschützer haben auf dem Scheid bei Niederzissen junge Waldkäuze ausgewildert, Schleiereulen in Waldorf und Birresdorf. "Wildkatzen sind Einzelgänger, auch junge Tiere werden niemals zahm", sagt Andreas Michel vom Forstamt Adenau. Ihre Hauptbeute seien Mäuse und anderen kleine Wirbeltiere.

"Früher war sie in ganz Deutschland verbreitet, wurde dann aber durch Verfolgung und zunehmende Besiedlung auf einige wenige Refugien zurückgedrängt. Obwohl die Bejagung seit 1934 verboten ist, haben sich die Bestände nur langsam erholt", sagt der Forstmann.

Hauptverbreitungsgebiet sind Eifel, Hunsrück und Taunus, die zusammen mit den Nordvogesen das bedeutendste Wildkatzenvorkommen Europas stellen. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem Bestand von etwa 2500 Tieren aus.

Michel: "Eines der wichtigsten Verbreitungsgebiete sind die ruhigen Täler und Schluchten der Ahreifel, wo sich die Wildkatzen noch ungestört vermehren können. Verlassene Fuchs- oder Dachsbauten, Baumhöhlen und Felsspalten sind die bevorzugten Plätze für die Aufzucht der drei bis fünf Jungen. Doch fehlen diese oft in den Höhenlagen."

Um den Wildkatzen bei der Wohnungssuche zu helfen, wurden unter Anleitung von Revierleiter Jürgen Wagner durch die Ausbildungsrotte des Forstamtes Adenau zwei Wurfboxen gebaut und im Forstrevier Heckenbach an geeigneten Stellen aufgestellt. Wagner: "Sollten sie sich bewähren und erfolgreich von Wildkatzen angenommen werden, ist beabsichtigt, in den nächsten Jahren noch mehrere dieser Boxen aufzustellen."

Fit für die freie Natur hat die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald vier junge Schleiereulen und zwei junge Waldkäuze gemacht, allesamt Abkömmlinge von verunglückten, flugunfähigen Elterntieren. Die Auswilderung übernahmen Jens Woitol und Eckard Splieth vom NABU Kreisverband Ahrweiler. Da Schleiereulen seit eh und je in enger Nachbarschaft zum Menschen leben, brüten sie auch gerne in Scheunen und ruhigen Dachbodenspeichern.

Deshalb waren die beiden NABU-Mitglieder auch hocherfreut, dass sie einen Brutkasten für die auszuwildernden Schleiereulen in der Scheune von Max Felten in Waldorf und einen zweiten im Dachspeicher des Bentger-Hofes in Birresdorf fachgerecht anbringen durften.

Die mit Spannung erwartete Auswilderung verlief dann im Beisein von NABU-Mitgliedern und der Naturschutzjugend. Woitol: "Jetzt hoffen wir, dass die Schleiereulen die Brutkästen auch auf Dauer annehmen werden."

Weil Waldkäuze bevorzugt in Baumhöhlen brüten, haben sich Woitol und Splieth für die Auswilderung der jungen Waldkäuze einen Platz in der Nähe des Abfallwirtschaftszentrums des Kreises bei Niederzissen ausgesucht. Splieth: "Von ihrem neuen Brutkasten an einem alten Baum aus werden die beiden Waldkäuze auf Dauer genügend Nahrung, das sind hauptsächlich Mäuse, Insekten, Frösche und Würmer, finden.

Geld für den Tierschutz

Der Kreis Ahrweiler unterstützt die Tierschutzvereine erneut mit einem Zuschuss. Sieben Organisationen und Einrichtungen erhielten jetzt je einen Bewilligungsbescheid von Landrat Jürgen Pföhler im Kreishaus. Bei der finanziellen Unterstützung handelt es sich um insgesamt 1800 Euro.

"Unsere Tierschutzvereine kümmern sich ehrenamtlich und mit großem Einsatz um das Wohl der Tiere im Kreis Ahrweiler", betonte Jürgen Pföhler bei dem Treffen mit den Vereinsvorständen.

Der Kreiszuschuss geht an den Tierschutzverein Remagen und Umgebung, den Tierschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler und Umgebung, den Eifelhof Frankenau, den der Tierschutzverein Bonn und Umgebung als Außenstelle in Heckenbach betreibt, den Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler und Umgebung, den Katzenschutzverein Rhein-Ahr-Eifel, die Tier- und Naturfreunde Schwanenteich in Bad Bodendorf und die Aquarien- und Terrarienfreunde Scalare in Bad Neuenahr-Ahrweiler.