Bau-, Planungs- und Dorfentwicklungsausschuss: Ein Konzept für die Entwicklung der Gemeinde Grafschaft

Bau-, Planungs- und Dorfentwicklungsausschuss : Ein Konzept für die Entwicklung der Gemeinde Grafschaft

340 Seiten stark waren die Vorlagen für die Mitglieder des Grafschafter Bau-, Planungs- und Dorfentwicklungsausschusses zur jüngsten Sitzung. Alleine 140 Seiten davon hatte das Dortmunder Stadtentwicklungsbüro plan-lokal vorgelegt.

Inhalt der 140 Seiten sind die Ergebnisse der sogenannten Analysephase zur Entwicklung der Gemeinde Grafschaft.

Der Rat hatte 2016 angesichts gravierender Veränderungen des Bildes der Grafschaft ein Gemeindeentwicklungskonzept in Auftrag gegeben, um die Meinung der Bürger zur weiteren Entwicklung zu hören.

Die Erarbeitung des zukunftsweisenden Konzeptes war in zwei Phasen vorgesehen: Analyse- und Konzeptphase. In der Analysephase wurden 700 Bürger telefonisch befragt, es gab fünf Ortsteilwerkstätten mit knapp 250 Besuchern, der Status Quo wurde ermittelt und auf die Ortsteile heruntergebrochen. Die Ergebnisse wurden bereits im Vorfeld der Ausschusssitzung der Bevölkerung vorgestellt.

Die Reaktionen darauf flossen ebenfalls in die Beratungen des Bauausschusses ein, der dem Gemeinderat eine Empfehlung zum weiteren Umgang mit dem Konzept und dem damit verbundenen Eintritt in die Konzeptphase geben sollte.

Die Empfehlung im Ausschuss wurde einstimmig beschlossen. Demnach soll die Konzeptphase zunächst einmal zurückgestellt werden, was nicht heißt, dass diese in naher Zukunft nicht doch noch beauftragt wird.

Die Fraktionen müssten sich aber erst einmal intensiv mit den Ergebnissen der Analysephase beschäftigen, meinte Klaus Huse (CDU), der dem Büro plan-lokal eine vorbildliche Arbeit bestätigte, die am Ende eine „wahnsinnige Fülle von Informationen“ zutage brachte. Huse sieht bei der ersten Bewertung der Unterlagen große Übereinstimmungen unter den Fraktionen.

Auch Udo Klein (SPD) möchte die Ergebnisse der Analyse zunächst intern noch beraten. Seinem Vorredner Huse entgegnete Klein, dass sich die Fraktionen bei den drei möglichen künftigen Szenarien der Gemeindeentwicklung, nämlich der Bestandswahrung, der moderaten Entwicklung oder dem forcierten Wachstum, keineswegs einig seien. Klein bekräftigte, man solle angesichts einer Fülle von Konzepten, die der Rat in der Vergangenheit auf den Weg brachte, erst einmal abwarten, zu welchen Ergebnissen diese führen. „Da wird eine ganze Menge an Informationen auf uns zukommen“, so der Sozialdemokrat.

Positiv in Sachen Fortführung des Konzepts äußerten sich Lothar Barth (FWG) und Matthias Heeb (Grüne). Barth sieht dabei keine strikte Einigung der Zukunftsentwicklung auf eines der drei Szenarien. „Diese ergeben für mich einige mögliche Kombinationen.“ Heeb merkte an, dass sich die Gemeinde Grafschaft vor allem in den vergangenen drei bis vier Jahren keineswegs nur moderat entwickelt habe. „Wir haben erhebliche Sprünge gemacht, teilweise auch sehr positive, manche unter Druck, wie bei der Hochwasservorsorge oder der Entwicklung der Kindergärten.“