1000 Jahre Lantershofen: Ein Grafschafter Dorf feiert das Leben

1000 Jahre Lantershofen : Ein Grafschafter Dorf feiert das Leben

„1000 Lantesche Jahre“ wurden mit einem Rockkonzert, offenen Höfen und einem großen Miteinander gebührend gefeiert.

Im Grafschafter Ort Lantershofen wurde vier Tage lang die 1000-jährige Wiederkehr der Schenkung des Dorfes durch Kaiser Heinrich II. an das Bamberger Kloster Michelsberg gefeiert. Dabei zeigte der rührige Ort wieder, welches Potenzial in ihm steckt. Nachdem an Christi Himmelfahrt Kirche und Religion im Vordergrund standen (der GA berichtete), kamen am Freitag die Fans des Kölschrock auf ihre Kosten. Der Verein „Kulturlant“ konnte im ausverkauften Winzerverein mehr als 400 Gäste zum Konzert der BAP-Coverband „MAM“ begrüßen. Die parodierten ihre Vorbilder äußerst echt und hatten in Klaus Drotbohm einen Sänger mit beinahe identischer Stimme, wie der des Wolfgang Niedecken. Die Fans erwiesen sich bei den alten Stücken wie „Ne schöne Jrooß“, „Jupp“ oder „Verdamp lang her“ textsicher.

Am Samstag präsentierte sich das Dorf von seinen besten Seiten, zahlreiche Höfe hatten ihre Tore geöffnet. In der ehemaligen Brennerei Fuchs informierte Mario Fuchs unter dem Stichwort „Lantershofen im Rennen“ über seine persönlichen Rennerfolge, aber auch über die Möglichkeiten für Kinder, im Rennsport tätig zu werden. Nebenan bei Christel Wronka baten die Chöre des Männergesangverein Cäcilia zum offenen Singen. Zwei Häuser weiter drehte sich bei Christian Althammer alles um den Weinbau, alte und neue Gerätschaften wurden präsentiert, ins Glas gab es kühle Weine von der Ahr. Gleich neben der Kirche hatte Reinhard Schütz seinen urigen Bauernhof geöffnet, mit Unterstützung des TTC Karla gab es hier eine riesige Pfanne Paella, die Antonio Lopez aus Remagen gestiftet hatte.

Es wurde viel getöpfert und gebastelt

Und im Hof Scholl wurden die Besucher mit Knobi-Brot und Sekt begrüßt, um sich anschließend in der Kreativwerkstatt anschauen zu können, was dort die Woche über getöpfert und gebastelt wird. Musik gehörte auch zum Fest. Im Hof der Eifel-Destillerie Schütz waren die Junggesellen-Schützen mit eigenem Tambourcorps zu Gast. Das konzertierte ebenso wie das Corps der Junggesellen aus Ahrweiler. In einer selten zu sehenden Ausstellung waren traditionelle Dinge der Gesellschaft wie Uniformen, Königssilber oder Offizierssäbel zu sehen. Am längsten geöffnet hatte der Hof von Heinz Schütz am östlichen Dorfrand, wo die Musikfreunde Lantershofen mit ihren Gästen, der Orchestervereinigung Calmbach aus dem Schwarzwald, um die Wette und auch kombiniert Konzerte gaben.

Die Kinder lud der Förderverein Katharinchen zum Bobby-Car-Parcours ein, für beste Unterhaltung sorgte Clown Leftie. Und dann wurde es auch noch sportlich, denn der Grafschafter SV startete mit Unterstützung des VfB Lantershofen den ersten Grafschafter Birnenlauf mit 161 Lauffreunden. Rund um den Winzerverein ging es am Sonntag weiter.

Im Festakt würdigte Landrat Jürgen Pföhler, dass Lantershofen in einer wirtschaftlich starken Region seinen Dorfcharakter behalten habe und ein äußerst lebendiger Ort geblieben seit. Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem betonte, man feiere kein Jubiläum, man feiere das Leben. 1500 Vereinsmitgliedschaften bei 1400 Einwohnern stünden für das gute Miteinander. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck betonte noch einmal die Herausforderung, die die über das Jahr verteilten Feiern mit sich bringen und präsentierte einen neuen Imagefilm von Laurin Beißel.

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