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Feuerwehr ohne Spritzenhaus: Eckendorf wartet auf Fahrzeug und Gerätehaus

Feuerwehr ohne Spritzenhaus : Eckendorf wartet auf Fahrzeug und Gerätehaus

Nachdem die Eckendorfer Kameraden ihre Bleibe verloren haben, da dort Umbauarbeiten fürs Dorfgemeinschaftshaus stattfinden, sind sie nun froh, in einem Stall untergekommen zu sein.

Nicht leicht haben es die Kameraden der Löschgruppe Eckendorf derzeit. Ihnen steht kein Feuerwehrhaus zur Verfügung. Das soll zwar am Ortsrand neu gebaut werden, bis dahin werden aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Derzeit lebt das Team von Provisorien, denn in das bis vor rund eineinhalb Jahren genutzte Spritzenhaus an der Straße „Schmaler Weg“ kann die Löschgruppe nicht mehr zurück. Dort finden derzeit Umbauarbeiten zur Vergrößerung des Dorfgemeinschaftshauses statt. Wo einst das Feuerwehrauto parkte, entsteht gerade eine behindertengerechte Toilette.

Dass die Wehr ausziehen musste, lag an einer Entscheidung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz vor gut einem Jahr. Damals kamen Fahrzeug und Gerätschaften ganz in der Nähe privat unter. Bis Anfang dieses Jahres, da musste man erneut weichen. Gut, dass sich mit dem Eckendorfer Hans-Martin von Gaudecker, der in der Scheidtstraße ein großes Anwesen hat, ein hilfsbereiter Mitbürger fand. Der Professor an der Uni Bonn stellte der Löschgruppe einen größeren Raum in einem Stallgebäude zur Verfügung. Dort steht nun das alte Feuerwehrauto, ein 25 Jahre alter Volkswagen LT. Gleich daneben steht ein baugleiches Modell. „Das ist unser Ersatzteillager fürs Auto“, so Johannes Jung. Er ist stellvertretender Löschgruppenleiter und Eckendorfer Ortsvorsteher und ließ den Blick in das Provisorium zu. An alten Kleiderhaken hängen die Uniformen, benötigtes Gerät kann nicht ordentlich gelagert werden, sondern liegt auf dem Boden. Für die 17 Männer und drei Frauen der Wehr gibt es keine getrennten Umkleiden, Toiletten oder ein Besprechungsraum fehlen gänzlich. „Um kein falsches Bild aufkommen zu lassen, wir beschweren uns nicht, sondern sind glücklich darüber, dass wir hier überhaupt eine Unterkunft gefunden haben“, machte Jung deutlich.

Zentrales Übungsgelände soll entstehen

Dennoch erwartet man bei der Löschgruppe sehnsüchtig, dass die Zukunft, die sich bislang nur auf dem Papier darstellt, bald beginnt. Ein neues Löschfahrzeug ist derzeit in der Anschaffung, zumindest die Ausschreibung ist erfolgt. Das ist größer, als das bestehende Fahrzeug. Aber auch fürs neue Auto könnte Hans-Martin von Gaudecker Platz anbieten. Das neue Gerätehaus lässt aber auf sich warten. Ein Grundstück von einem halben Hektar Größe hat sich die Gemeinde immerhin schon sichern können. Das liegt am Ortsausgang Richtung Fritzdorf. Für die Zufahrt forderte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Einrichtung einer Linksabbiegerspur, was alleine Kosten von rund 300 000 Euro verursacht hätte. „Dabei kommt gar kein Eckendorfer Feuerwehrmann aus Fritzdorf“, so Jung. Bei einem Ortstermin vor gut zwei Monaten habe der LBM eingesehen, dass eine solche Spur nicht notwendig sei, berichtete der Ortsvorsteher.

Unterdessen haben sich neue Ideen für das doch sehr große Gelände ergeben. Hier wäre nicht nur Platz für ein Eckendorfer Feuerwehrhaus, sondern auch für ein zentrales Übungsgelände für die Grafschafter Wehren. Auf diese Idee kam die CDU, die bereits einen entsprechenden Antrag an den Hauptausschuss der Gemeinde formuliert hat. Darin heißt es unter anderem: Auf einem Übungsgelände könnten dann unter anderem Übungsmöglichkeiten für den Einsatz von Schaummitteln geschaffen werden. Darüber hinaus sind der Bau eines Übungshauses, die Platzierung diverser Hindernisse, die Bereitstellung von Gerätschaften für Leistungsabzeichen sowie die Errichtung einer Sandgrube für die Übung von Tiefbau- und Verschüttungsunfällen angedacht.“ Das würde nicht nur die Eckendorfer Wehr freuen. Die wird aber noch eine ganze Weile im Stall leben müssen.