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Auch Anton Raaff wird gefeiert: Die Musik hat ihren Stellenwert

Auch Anton Raaff wird gefeiert : Die Musik hat ihren Stellenwert

125 Jahre Kirchenchor Gelsdorf. Der Vergleich mit Eckendorf.

Erstaunlich, was ein recht kleiner Kirchenchor musikalisch doch auf die Beine stellen kann. Der 17-köpfige Kirchenchor "Cäcilia" Gelsdorf begeisterte seine Zuhörer in der Pfarrkirche Sankt Walburga mit einem hochklassigen Jubiläumskonzert anlässlich seines 120-jährigen Bestehens mit dem Titel "... Und hätte die Liebe nicht...". Dazu hatte man sich namhafte Verstärkung in Form eines Projektchores mit an Bord geholt.

Zu dem Lied "Kommt in sein Haus" von Gregor Linßen zog der Chor, von stimmgewaltigen Sängern befreundeter Chöre erstklassig verstärkt, in das gut besuchte Gotteshaus ein. Dort übernahm Hans-Peter Vogels die musikalische Gesamtleitung des Abends, den Pfarrer Alexander Burg mit einem Grußwort eröffnet. Der Geistliche befeuerte mit einem humorvollen Rückblick in die Anfangsjahre des 19. Jahrhunderts die Vermutung der Vorsitzenden Wanda Schönfelder, dass der Chor schon weitaus älter als 125 Jahre alt sein müsse.

"Wie kann ein so bedeutender Ort wie Gelsdorf nur einen 125 Jahre alten Kirchenchor haben, wo doch Eckendorf einen 200 Jahre alten Kirchenchor besitzt?", schmunzelte er. Das könne in der Tat kaum sein, denn im Jahre 1813, als der Kirchenchor Eckendorf erstmals urkundlich erwähnt worden war, sei Eckendorf kirchlich gesehen "von Gelsdorf unterdrückt worden", wie es in einem alten Buch schriftlich niedergelegt sei. Damals sei Eckendorf nämlich dekanatsmäßig Gelsdorf unterstellt gewesen, so dass man davon ausgehen könne: "Wenn es in Eckendorf einen Kirchenchor gab, dann müsste der Gelsdorfer sogar schon älter sein."

"Und Gott sprach: lasst uns den Menschen machen", so war der erste Block des Konzertes überschrieben mit drei Liedern von Gregor Linßen, bei denen die Solisten Sigrid Meißner, Ulrike Münch, Marietta Vormann und Reiner Hüffel mit sehr individuell gesungenen Soloparts das Tüpfelchen auf dem "i" beisteuerten. Rebecca Vogels (Violine), Tobias Vogels (Cajon) und die beiden Klaviervirtuosen Christian Menzel und Hans-Albert Jahn taten ein Übriges, um musikalisch keine Wünsche offen zu lassen. Auch nicht im zweiten Block des Konzertes unter der Überschrift "Jesus stirbt für uns am Kreuz." Hier kamen traditionelle Spirituals und das Taize-Lied "Bleibet hier" zur Aufführung. "Christus ist auferstanden" lautete die Überschrift über den dritten Block des Konzertes, bevor zum Abschluss das Motto lautete: "Gott den Herrn sollst Du lieben; Liebe Deinen Nächsten."

Landrat Jürgen Pföhler zitierte in seinem Grußwort den französischen Schriftsteller Victor Hugo: "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."

Musikalisch habe Gelsdorf in diesem Jahr zweimal Grund zum Feiern: neben dem 125-jährigen Bestehen blicke Gelsdorf auch noch auf seinen berühmtesten Sohn zurück, den Star-Tenor Anton Raaff, der hier vor 300 Jahren geboren und getauft wurde. "So rasant auch die Entwicklung die Strukturen hier in der Grafschaft verändert haben mag, so bleibt doch festzuhalten, dass gerade die Musik einen hohen Stellenwert hat", wusste der Landrat.