Kindertagesstätte in Ringen: Der letzte Tag der "Frau der ersten Stunde"

Kindertagesstätte in Ringen : Der letzte Tag der "Frau der ersten Stunde"

Abschied nehmen ist mitunter schwer. Das hat auch Edith Wolf feststellen müssen. Denn Verwaltung, Kolleginnen, Eltern und nicht zuletzt die Kinder haben der in den Ruhestand wechselnden Leiterin der Kindertagesstätte "Unter'm Regenbogen" in Ringen einen ebenso stimmungsvollen wie emotionalen Abschied beschert.

Zunächst hatte Bürgermeister Achim Juchem die 63-jährige Ahrweilerin mit einem Feuerwehrauto zu Hause abgeholt. "Alles hat seine Zeit im Leben", bedauerte auch der Bürgermeister den Verlust der Erzieherin und Sozialfachwirtin, deren beruflicher Werdegang 1970 als Gruppenleiterin im Kinderhort Sankt Evergislus in Plittersdorf/Bad Godesberg begonnen hatte.

Nach zwei Jahren wechselte sie zum Kindergarten Sankt Laurentius in Ahrweiler, den sie 1975 bis 1993 auch leitete. Als "Frau der ersten Stunde" übernahm Edith Wolf im September 1993 die Leitung der neu eröffneten Kindertagesstätte in Ringen. Unter Edith Wolf ist die Ringener Einrichtung nicht nur erheblich gewachsen, sondern hat sich zudem von einer Versorgungseinrichtung zu einer Bildungsanstalt gewandelt.

Mit Blick auf die eigenwilligen Parkgewohnheiten der Kiga-Chefin überreichte Achim Juchem ihr ein Schild "Parken für Ruheständler" und einen aus Papier gebastelten "tragbaren Parkplatz für Edith".

Die Kinder der "Käfer-Maxigruppe" stellten fest, dass sich die Kindergarten-Tür zwar schließe, dafür aber viele neue Türen öffnen würden. So habe die Ahrweiler Prinzessin von 2003 künftig mehr Zeit, um Karneval zu feiern, aber auch zum Reisen. Wolfs Nachfolgerin Susanne Meißner hob neben dem Humor und der positiven Einstellung zum Leben die Liebe und Leidenschaft "für unseren Beruf" hervor. Christina Noack-Dzink vom Elternausschuss lobte Wolf als "warmherzigen Menschen, der stets bemüht war, es allen recht zu machen" und überreichte ihr einen Reisegutschein.

Die Fördervereinsvorsitzende Katrin Nickenig erklärte, künftig das Organisationstalent, das Edith Wolf bei etlichen Festen und Basaren bewiesen habe, schmerzlich zu vermissen werde. "Du hast für den Kindergarten gelebt", betonte der Vorsitzende des Personalrats der Gemeindeverwaltung, Jörg Wolber.

Das 14-köpfige Team der Erzieherinnen bedankte sich mit dem Lied "Edith, wir danken die" und hatte Bilder aus dem Leben ihrer langjährigen Chefin zu einer rührenden Hommage verarbeitet.

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