Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück: Böse Gefühle kommen in die "Nein-Tonne"

Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück : Böse Gefühle kommen in die "Nein-Tonne"

Premiere an der Grundschule Sankt Nikolaus in Ringen. Die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück zeigte das Präventionsstück "Die große Nein-Tonne" für Kinder der ersten und zweiten Klassen.

Eingeladen waren die Vorschulkinder der Kita "Unterm Regenbogen".

Ziel der Schauspieler Oliver Grabus und Claudia Lichtwardt ist, mit dem Stück Kindern eine Stimme geben und ihnen zu vermitteln, dass sie ihr Bauchgefühl ernst nehmen sollen und auch mal "Nein" sagen müssen. Die Profis mimen zwei Kinder, die spielen und dabei ihre "Ja- und Nein-Gefühle" ansprechen.

"Nein-Gefühle" entstehen zum Beispiel dann, wenn man angeschrien wird oder von Personen gestreichelt wird, von denen man dies nicht möchte. Diese "Nein-Gefühle" kommen dann wortwörtlich in die "Nein-Tonne", die die Akteure als Requisit dabei hatten. Wichtig sei aber auch, so wurde den Kindern vermittelt, mit den Eltern über das Nein zu sprechen.

Es gebe aber auch "Nein-Gefühle", die später zu "Ja-Gefühlen" würden: Zähneputzen und Zimmer aufräumen etwa. "Diese Dinge machen zwar keinen Spaß, sind aber wichtig, damit man keine kaputten Zähne bekommt oder seine Sachen wiederfindet", erläuterte Oliver Grabus den Kindern.

"Deshalb kommen diese Gefühle auch nicht in die 'Nein-Tonne'." Wichtig für Grabus: "Wir wollen den Kindern Mut machen, ihren Gefühlen zu vertrauen - eine wichtige Lektion für die Entwicklung eines starken Selbstbewusstseins."

Eltern und Kollegium der Schule hatten im Vorfeld die Möglichkeit, sich das Stück im Rahmen eines Informationsabends anzuschauen und mit den Schauspielern zu diskutieren. Im Unterricht wurde in den Klassen das Thema dann weiter vertieft. So füllten die Kinder der Klasse 1a beispielsweise drei Tonnen in Plakatform mit Situationen aus ihrem Alltag. Dabei waren sich die Kinder einig, dass sie "Nein-Gefühle" haben, wenn sie beim Spielen auf dem Hof ausgeschlossen werden, wenn sie geschlagen, geschubst oder angeschrien werden. Diese Beispiele kamen dann in die "Nein-Tonne".

Die "Ja-Tonne" füllten sie mit Situationen wie "mit Freunden spielen", "mit den Eltern etwas unternehmen" und "wenn man freundlich zu mir ist". Und zusätzlich gab's dann eine dritte Tonne, der die Klasse den Namen "Pflicht-Tonne" gegeben hat. Auch diese wurde mit Beispielen gefüllt: "Hausaufgaben machen", "Aufräumen" oder "Sich an Regeln halten". All dies mache nicht immer Spaß, müsse aber sein, waren sich die Kinder letztlich einig.

Ausgehend von den gesammelten Situationen der "Ja-Tonne" erarbeitete die Klasse dann unter der Überschrift "So verhalten wir uns, damit keiner in der Klasse ein 'Nein-Gefühl' bekommt" Verhaltensregeln für den Umgang miteinander. "Wir schließen keinen aus", war den Kindern dabei besonders wichtig.

"Das Stück hilft den Kindern also nicht nur, sich über Gefühle klar zu werden und zu lernen, diese zu äußern, sondern eignet sich auch hervorragend als Grundlage, um mit den Kindern zu erarbeiten und einzuüben, wie man Konflikte richtig lösen kann," resümierte Rektorin Uta Becker das Ergebnis des Theaterprojektes.