Einweihung: Bischof Ackermann gratuliert Lantershofener Winzerverein

Einweihung : Bischof Ackermann gratuliert Lantershofener Winzerverein

Die Lantershofener haben ihre gute Stube, den Winzerverein, wieder. Am Freitagabend fand der Einweihungsakt in dem 120 Jahre alten Gemäuer statt.

In nur 35 Wochen wurde das in den Besitz der Gemeinde Grafschaft übergegangene Gebäude generalsaniert und mit einem angebauten Foyer versehen. Das nahm der Ort mit seinem großen Vereinsleben zum Anlass, ein riesiges Fest zu feiern.

Drei Tage lang gab es Konzerte, Verkostungen, ein Kinder- und Seniorenprogramm sowie eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses und den Winzergenossen, die 1897 das Ganze errichteten. Jetzt ist nicht nur ein Dorfgemeinschaftshaus für Lantershofen entstanden, sondern auch ein Kulturzentrum für die Grafschaft. Kein Wunder, dass es da keinen der sonst üblichen Festakte mit ausufernden Reden gab. Vielmehr hatte der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem als neuer Hausherr alle Gratulanten und Festredner aufgefordert, ihre Botschaften per Video zu senden.

Der Grafschafter Filmemacher Laurin Beißel hatte daraus einen unterhaltsamen, halbstündigen Film geschnitten, in dem neben Landrat Jürgen Pföhler, Bürgermeister Juchem, Ortsvorsteher Leo Mattuscheck und dem Vorsitzenden des Trägervereins des Winzervereins, Roland Schaaf, sogar Bischof Stephan Ackermann oder die Künstler Kai Kramosta, Stephan Maria Glöckner und Martin Zingsheim gratulierten. Auch Architektin Sarah Dünker, Pastor Alexander Burg oder der Vorsitzende der Winzergenossen, Erich Althammer, sprachen von der Kinoleinwand aus zu den rund 100 Festgästen.

Nicht auf Video darstellbar: die feierliche Einsegnung durch Regens Volker Malburg, die Übergabe der Schlüssel durch den Bürgermeister an den Trägerverein oder die Überreichung des Kreiswappens hinter Glas durch den Beigeordneten Horst Gies. Musikalisch umrahmten die Lantershofener Chöre den Festakt.

Danach hieß es dann: Krawatten aus und kräftig feiern. Der Trägerverein als Initiator des Festwochenendes wolle den Gästen zeigen, wie vielfältig ein solches Bürgerhaus genutzt werden kann. Das wurde schon am Freitagabend deutlich. Im Gewölbekeller präsentierte Dagernova-Vorstand Thomas Monreal erlesene Weine und Sekte bei einer Verkostung. Im Herzstück, dem großen Saal, war flugs umgebaut worden, Singer-Songwriter Nils-Christopher Vögler stand mit seinem Trio auf der Bühne.

Der Wittener präsentierte schwungvolle Töne. Gleich nebenan feierten die Menschen im Theken- und Foyerbereich den neuen Winzerverein. Dort hatten Stefan Dünker und Robin Grießel auf Stellwänden und in Vitrinen vieles zur Geschichte der Genossenschaft zusammengetragen und eine viel beachtete Ausstellung präsentiert. Schon am Nachmittag vor dem offiziellen Festakt ließen sich mehr als 40 Kinder auf einer Kinoleinwand im Winzervereinsfoyer die Geschichte der Boxtrolls erzählen. Dazu gab es Popcorn und Limonade.

Samstags kamen dann parallel Senioren und Kinder zum Zuge. Gemeinsames Singen gab es im Saal mit dem Team von „Älterwerden in der Grafschaft“. 120 ältere Mitbürger waren der Einladung des „Team Grafschaft“ zu Kaffee, Kuchen, Gesprächen und gemeinsamen Liedern mit den Lantershofener Chören gefolgt. Derweil wurden die „Pänz“ vor der Tür professionell geschminkt oder mit Glitzertattoos versehen. Nur die Hüpfburg konnte wegen des Regens nicht aufgebaut werden, dafür gab es am Spielmobil aber einiges zu erleben.

Frühschoppen am letzten Tag

Abends wurde es dann laut und rockig: Die Kölner Cover-Band AC/BC heizte nicht nur wegen ihrer Feuerfontänen und Pyrotechnik-Kanonen ein, zu den markanten Tönen bekannter Songs wie „Hells Bells“ sangen die Fans lautstark mit. Und wieder gab es parallel Angebote, denn im Keller bot Peter-Josef Schütz vielfach prämierte Spirituosen aus seiner Eifel-Destillerie an. Wie bei der Verkostung am Vorabend war die Probe ausverkauft.

Dritter und letzter Festtag war der Sonntag, der mit einem Frühschoppen startete. Die Musikfreunde spielten auf, aus allen Teilen der Grafschaft gab es Sternwanderungen zum Winzerverein, der nun Brauhaus- oder Bierzeltatmosphäre ausstrahlte. Für die deftige Mittagskost standen die Gäste Schlange. Für die Leckermäuler galt es dann auch noch, ein großes Kuchenbüfett zu erobern, das die Lantershofener Chöre gestiftet hatten.

Und wer immer noch nicht genug vom Feiern hatte, konnte zum Abschluss des Festwochenendes dann noch ein ganz anderes musikalisches Genre erleben: kölsche Musik. Die zieht immer, aber besonders, wenn der Karneval nicht mehr weit entfernt ist. Alte kölsche Hits und Erzählungen, sogenannte „Rühmcher“, präsentierte der Köln-Barde Hans-Jürgen Jansen. Schlagermelodien im Kölner Dialekt waren von Frank Schalla, alias „D’r Frank“ zu hören und die heimische Band „Jeckediz“ animierte die Besucher zum Klatschen, Schunkeln und Mitsingen.

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