Löschgruppe Holzweiler-Esch: Beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen regnete es ins Festzelt

Löschgruppe Holzweiler-Esch : Beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen regnete es ins Festzelt

Zwei Tage lang feierte die Löschgruppe Holzweiler-Esch der Freiwilligen Feuerwehr Grafschaft ihr 125-jähriges Bestehen rund um das Feuerwehrgerätehaus, dabei konnten sich die 26 aktiven Feuerwehrkameraden um Löschgruppenführer Walter Röhn über Wassermangel "von oben" nicht beklagen.

Beim Festakt im Festzelt regnete es sogar durch die Zeltbahnen auf das Rednerpult und immer wieder gab die Technik wegen zu hoher Feuchtigkeit den Geist auf. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch, denn ein halbes Dutzend überdimensionaler Herzen mit Schleife taten den Gästen kund: "Mein Herz brennt für die Feuerwehr!"

Bürgermeister Achim Juchem hatte sogar extra die brandneue Feuerwehrjacke angezogen, die der Gemeinderat erst kürzlich geordert hatte, um dem Fest einen würdigen und zugleich modernen Anstrich zu geben. Zumal sich die Gesellschaft in den vergangenen 25 Jahren weitaus mehr verändert habe als in den 100 Jahren zuvor, wie er feststellte. Man müsse sich nur die sozialen Netzwerke im Internet ansehen, in denen die Bilder von den brandaktuellen Feuerwehreinsätzen in Windeseile veröffentlicht würden. "Was wir aber heute und auch in Zukunft dringend brauchen, sind die Menschen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit hinfahren und wissen, was zu tun ist." In Holzweiler und Esch jedenfalls könne man sich schon seit 125 Jahren auf die Kameraden der Feuerwehr verlassen.

Wehrleiter Erich Krupp wies darauf hin, dass sich auch im Feuerwehrbereich jede Menge getan habe. Heute stehe die technische Hilfe im Vordergrund bei den Einsätzen, Brände seien nur noch selten zu löschen. Deshalb werde die Ausbildung immer wichtiger und auch immer umfangreicher. Die Flasche Bier nach der Übungseinheit sei dabei sehr selten geworden, denn das Leben er Feuerwehrmänner habe sich auch grundlegend geändert, die Familien seien mehr in den Vordergrund gerückt. Dennoch stiftete er der Löschgruppe zum Jubiläum ein Fass Bier und wusste: "Ihr kriegt das schon getrunken."

Der stellvertretende Kreiswehrleiter Michael Zimmermann war sich sicher: "Die Bevölkerung weiß gar nicht, was sie an der Feuerwehr hat." Wenn überhaupt, dann würden nur die Einsätze wahrgenommen, nicht aber die Lehrgänge, Übungsstunden, Ausbildungstage, die Wartung der Gerätschaften und das Instandhalten der Fahrzeuge.

Das mache aber den größten Teil der Feuerwehrarbeit aus. "Und das alles ehrenamtlich, das wissen viele Menschen gar nicht hoch genug einzuschätzen." So sorge auch die Löschgruppe Holzweiler-Esch für den Brandschutz und die allgemeine Sicherheit am Rande der Gemeinde Grafschaft.

Eduard Krahe, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, hatte nun die Ehre, Löschgruppenführer Walter Röhn mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber auszuzeichnen. Brandmeister Röhn ist nämlich seit 40 Jahren aktives Mitglied der Löschgruppe und darüber hinaus seit elf Jahren Löschgruppenführer in seiner Heimatgemeinde. Zudem arbeitet er seit zehn Jahren als Wertungsrichter im Fachbereich "Wettbewerbe" des Kreisfeuerwehrverbandes und habe in all diesen Jahren einen hervorragenden Beitrag zur Entwicklung des Feuerwehrwesens geleistet.

Der Sonntag begann mit einer Jubiläumsmesse in der Kapelle Esch, anschließend floss das Bier beim Frühschoppen, und die "Ahrtaler Brunch Boys" aus Lantershofen spielten zum gemeinsamen Mittagessen auf. Am Nachmittag startete die Jugendfeuerwehr eine Übung vor dem Feuerwehrgerätehaus, während für den Nachwuchs Kinderschminken, Fahrten mit dem Feuerwehrauto sowie eine Hüpfburg bereitstanden.

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