Standortsuche für Busbahnhof: Anwohner in Ringen gegen Busbahnhof-Verlegung

Standortsuche für Busbahnhof : Anwohner in Ringen gegen Busbahnhof-Verlegung

Bei einer Informationsveranstaltung in Ringen haben sich Anwohner gegen eine Verlegung des Busbahnhofs vor das Bürgerhaus ausgesprochen. Zurzeit befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) provisorisch vor Grundschule und Kindergarten, was erhebliche Proteste ausgelöst hat.

Mit einer Informationsveranstaltung für die Anwohner im Ringener Bereich „Kreuzerfeld“ wollte der Ortsbeirat über die Planungen, das Provisorium des derzeit vor Grundschule und Kindergarten befindlichen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) möglicherweise in den Bereich vor dem nahen Bürgerhaus zu verlegen, informieren.

Die sechs Bushaltestellen waren im Sommer provisorisch eingerichtet worden, weil die Forderung nach einem Busbahnhof bis dato im Ort nicht umgesetzt werden konnte. Die Einrichtung des Umsteigebahnhofs auf einer gemeindeeigenen Fläche im Innovationspark Grafschaft war vom Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) abgelehnt worden. Grund: Der Takt könne damit nicht eingehalten werden. Spätestens seit dem ersten Schultag aber hagelt es Proteste, vor allem wegen der Gefahren durch die großen Gelenkbusse für die Kinder. Das rief die SPD auf den Plan, die die rasche Verlegung des Provisoriums im Rat beantragte und den nahen Vorplatz des Bürgerhauses ausgeguckt hatte.

Mittlerweile wurde seitens der Verwaltung die nochmalige Forderung nach Verlegung des ZOB in den Innovationspark gegenüber Betreiber VRM und der Kreisverwaltung ausgesprochen. Eine Antwort wird Ende Oktober erwartet. Daher beschäftigt man sich parallel mit weiteren Möglichkeiten. Jörg Ulrich vom Grafschafter Bauamt stellte den rund 30 Ringener Bürgern drei mögliche Varianten vor dem Bürgerhaus und die Kosten für deren Umsetzung vor, die von 100 000 bis 167 000 Euro reichen. Im Plenum gab es dazu eine klare Meinung: Alle drei Varianten werden abgelehnt.

Ablehnung des Bürgerhausparkplatzes

Zusätzlich machte sich einmal mehr der Unmut der Anwohner breit: „Erst wird klammheimlich ein Busbahnhof geschaffen, jetzt tut man so, als wolle man uns mit dem Infoabend einen Gefallen tun“, so ein direkter Nachbar von Schule und Kindergarten. „Die Busse halten an Stellen, die nicht zulässig sind, drehen auf der Straße, setzen zurück“, monierte eine weitere Anwohnerin.

Die Bürgerhaus-Idee sei „kompletter Unsinn“, war zu hören, man „bewege sich von einem Provisorium ins nächste“ und „wenn da jetzt über 100.000 Euro ausgegeben werden, dann haben wir das Provisorium 25 Jahre lang.“ Der VRM habe die Gefährdung der Bürger mit zu verantworten, war sogar zu hören. Ortsbeirats-Mitglied Klaus Barthelt (FWG) ging so weit, festzustellen, dass ein zum Abbiegen notwendiges Nutzen der Gegenfahrbahn einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr darstelle. Einige der Anwesenden erwägen Klagen gegen VRM, Kreis oder Gemeinde.

Konstruktive Ideen gab es vereinzelt auch, zumindest als klar wurde, dass eine Ablehnung des Bürgerhausparkplatzes verbunden mit einer Ablehnung seitens des VRM zur Verlegung in den Innovationspark die Beibehaltung der jetzigen Lösung zur Folge haben könnte. Da wurde noch einmal eine vor langer Zeit diskutierte Fläche im Bereich „Kreuzerfeld II“ gegenüber des Supermarktes ins Spiel gebracht. Diese behält die Gemeinde aber für Mehrgenerationen-Wohnen vor. Auch kam die Frage auf, ob der in diesen Tagen vorgestellte Entwurf zur Wohnflächenentwicklung „Kreuzerfeld III“, der eine Busbahnhoffläche enthält, in diesem Punkt nicht zeitnah umgesetzt werden könne.

Ortsvorsteher Toni Palm nahm aus der gut einstündigen Diskussion als Fazit für die am 19. Oktober anstehende Ortsbeiratssitzung mit, dass sowohl die Verlegung des Busbahnhofs vors Bürgerhaus als auch der Beibehalt vor der Schule von den Anwohnern des Kreuzerfeldes abgelehnt werden. „Die gesamte Planung war ein grundsätzlicher Fehler“, so das Schlusswort eines Anwohners.