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Gelsdorf: 2200 Arbeitsplätze im Gewerbepark

Gelsdorf : 2200 Arbeitsplätze im Gewerbepark

Am Wochenende werden bei den Tagen der offenen Höfe in Gelsdorf Tausende von Besuchern aus der ganzen Region erwartet. Es ist eine Leistungsschau der Landwirtschaft. Doch der Grafschaftort hat noch mehr zu bieten.

Mit dem Gewerbepark Gelsdorf hat die Grafschaft vor 36 Jahren den Grundstein für ihre wirtschaftliche Entwicklung gelegt. Als 1977 die Planungen begannen, hatten allerdings selbst die kühnsten Optimisten nicht damit gerechnet, dass das 42 Hektar große Areal ein Renner werden würde.

Denn mit insgesamt 86 Betrieben ist der Park seit Jahren buchstäblich ausverkauft. "Wir sind stolz darauf, Gelsdorf derart erfolgreich vermarktet zu haben", freut sich Klaus Becker, Wirtschaftsförderer im Ringener Rathaus.

Bewegte sich die Vermarktung anfangs eher ruhig, nahm sie Anfang der 90er Jahre richtig Fahrt auf. Damals hatte die Ansiedlung der Felix Böttcher GmbH & Co. KG eine Art Signalwirkung. Als das Unternehmen, das als Produzent von Druckwalzen, Industriewalzen, Druckchemikalien, Drucktücher, Sleeves und Presseuren Weltmarktführer ist, in Gelsdorf ein zentrales Mischwerk und ein weiteres Werk für die Produktion von Handläufen für die Fahrtreppenindustrie gebaut hatte, blieb das nicht unbemerkt.

Der Gewerbepark direkt an der A 61 sprach sich als Standort für Dienstleister, Handwerk, produzierende Gewerbe und Industrie rum. Ein Unternehmen nach dem anderen siedelte sich in der Folgezeit an. So sind bis heute mehr als 1500 Arbeitsplätze geschaffen worden und üben, so Wirtschaftsförderer Becker, "einen beachtlichen Effekt auf den lokalen Arbeitsmarkt aus".

Hinzu kommen die rund 700 Soldaten und zivilen Mitarbeiter, die beim Kommando Strategische Aufklärung in der Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne ihren Dienst tun. Becker: "Insgesamt verfügt der Gewerbepark über einen gelungenen Branchenmix als auch ein ausgewogenes Verhältnis von Großunternehmen und mittelständischen Betrieben."

Die Bandbreite reicht dabei vom Raiffeisenzentrum mit Tankstelle, Bank und einer Art Baumarkt über die Vermot AG, die mit dem "Veritas" eine Rennwagen-Legende wiederbelebt hat und einen der teuersten Sportwagen mit Straßenzulassung baut, bis hin zur innovativen MK Technology GmbH. Dieses vor 16 Jahren von Michael Kügelgen gegründete Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt weltweit unter anderem Spezialanlagen für den Vakuum- und Feinguss für den Kunststoff- und Metallfeinguss.

Über internationales Renommée verfügen nicht zuletzt die Fahrradschmiede H&S Bike-Discount GmbH, die mit eigenen Radon-Bikes europaweit für Furore sorgt, und der von Roland Meuer und seiner Ehefrau Jutta Whitley aufgebaute Kreativbetrieb "Funkelkram". Weltweit vertreibt auch die Soendgen Keramik GmbH ihre Produkte. Mit gut 100 Mitarbeitern ist das Unternehmen nach der Bundeswehr zudem der größte Arbeitgeber im Gewerbepark Gelsdorf.

"Sämtliche Unternehmen wissen die sehr guten Standortbedingungen zu schätzen", sagt Becker. So sei der Gewerbepark kreuzungsfrei über das Meckenheimer Kreuz unmittelbar an die A 61 und die A 565 angeschlossen. Die beiden Hauptverkehrsachsen binden das Gebiet an das europäische Fernstraßennetz, den nördlich gelegenen Verdichtungsraum Bonn/Köln und den südlich gelegenen Verdichtungsraum Neuwied/Koblenz an.

Zudem sichert die direkte Nähe des Autobahnnetzes eine schnelle Anbindung an den Fughafen Köln/Bonn. Wichtig für Becker: Die Grafschaft hat aktuell die Voraussetzungen für eine Erweiterung des Gewerbegebietes geschaffen. Denn Söndgen Keramik möchte auf dem unmittelbar angrenzenden Gelände eine zweite Bandstraße und weitere Logistikhallen errichten.