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Ahrtal-Werke: Für die Zukunft gut aufgestellt

Ahrtal-Werke : Für die Zukunft gut aufgestellt

"Wir streben den Status eines normalen Stadtwerkes an." - Heinz-Georg Noske, neuer Geschäftsführer der Ahrtal-Werke, sieht sein Unternehmen gut für die Zukunft aufgestellt. Allerdings muss noch so manche Hürde genommen werden.

"Vor allem müssen wir bekannter werden. Viele wissen nicht, dass es die Ahrtal-Werke überhaupt gibt. Dabei sind wir hocheffizient", so der 63-jährige Chef des Versorgungsunternehmens, das zu 51 Prozent der Kreisstadt und zu 49 Prozent den Stadtwerken Schwäbisch Hall gehört. Die große Hoffnung der Ahrtal-Werke: die Übernahme der Stromversorgung in den Städten Bad Breisig, Sinzig, Remagen und in der Gemeinden Burgbrohl und Grafschaft. An der Ausschreibung hat man sich beteiligt. Vermutlich im März fällt die Entscheidung.

"Die Ahrtal-Werke haben derzeit alles nötig, was ihrer Zielsetzung dient", erklärte der 63-jährige Noske etwas sibyllinisch. Vor allem hat das Unternehmen Kunden und Einnahmen nötig.

Gut angelaufen sei das Fernwärmegeschäft. Bekanntlich hat der kommunale Versorger eine 3,5 Kilometer lange Trasse vom Dahliengarten bis hin zum Augustinum gelegt. 12,5 Millionen Euro wurden investiert. Dank der Akquise von 22 Großkunden wie dem Dorint-Hotel, den Ahr-Thermen oder der Seniorenresidenz Augustinum, und dem Anschluss von etwa 30 Prozent der an der Trasse gelegenen privaten Häuser sei der break even point erreicht, also der Punkt, an dem man die Verlustzone verlassen hat. Aus bestehenden Verträgen sei übrigens kein Großkunde herausgekauft worden, unterstrich Noske gegenüber dem General-Anzeiger.

Sein Ziel: Gerne möchte Noske mit dem Fernwärmenetz "über die Ahr springen". Nämlich in die Lindenstraße, wo dank der dort vorhandenen Kliniken neue Großkunden gewonnen werden könnten. Noske: "Es gibt gute Ausbauperspektiven."

Mehr Marktanteile hätte man auch gerne im Stromgeschäft. Zurzeit entfällt lediglich ein Anteil von etwa acht Prozent des Stromkuchens auf die Ahrtal-Werke. Auf die Frage, ob es ein Imageverlust gewesen sei, dass das stadteigene Unternehmen ausgerechnet die kommunalen Einrichtungen der Kreisstadt nicht mit Strom beliefern würde, da man die Ausschreibung verloren hatte, sagte Noske: "Wenn wir einen Kampfpreis gemacht hätten, wäre kein Nutzen, sondern nur Schaden entstanden." Die Konkurrenz habe mit einem "strategisch-politischen Preis" gearbeitet. Und über eine "Kriegskasse" verfüge das junge Unternehmen nun einmal nicht.

Das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Die 2011er Bilanz schloss mit einem Defizit von 240.000 Euro ab, für 2012 liegen noch keine Zahlen vor. Immerhin ist dort die riesige 12,5 Millionen-Investition für das Fernwärmenetz zu berücksichtigen. Bald sollen Einnahmen fließen. Vordringlich gelte, "den Kunden unseren Nutzen" zu vermitteln. "Denn", so Noske: "Das Wachstum geht mir noch nicht schnell genug."