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Bürgerschaftliches Engagement: Förderverein hilft bei „Filterkatastrophe“

Bürgerschaftliches Engagement : Förderverein hilft bei „Filterkatastrophe“

Die "Freunde des Thermalfreibades Sinzig-Bad Bodendorf" stellen 10.000 Euro für eine außerplanmäßige Sanierung zur Verfügung. Anschwimmen an Gründonnerstag

Außerplanmäßige Investitionen tun immer weh. So auch im Thermalfreibad Bad Bodendorf, als Stadt, Betreiber Frank Riffel und dem Förderverein „Freunde des Thermalfreibads Sinzig-Bad Bodendorf“ um Vorsitzenden Hans Diedenhofen klar wurde, dass es in der Winterpause am Beckenrand zwei Baustellen geben wird.

Die geplante: der Bau neuer behindertengerechter Sanitäranlagen (der GA berichtete) für rund 95 000 Euro. Die ungeplante, weil erst für 2018 vorgesehen: Auch die vier Filter sind marode und müssen zwingend ersetzt werden.

Schon im Sommer zeichnete sich die „Filterkatastrophe“ ab, so Diedenhofen. Seit 1986 sorgten sie dafür, dass das im Thermalwasser enthaltene Mangan vor dem Einlass ins Schwimmbecken mittels tausend Luftdüsen herausgefiltert wird, weil das Wasser ansonsten, sobald es mit Sauerstoff in Berührung kommt, eine rostbraune Färbung annehmen würde.

Was im städtischen Kontor mit mehr als 458 000 Euro zu Buche schlägt, das unterstützt der Förderverein mit seinen rund 450 Mitgliedern von Cuxhaven bis ins Allgäu – wie schon bei den Sanitäranlagen – erneut mit weiteren 10 000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen, Spendengeldern und Erlösen aus Aktionen wie dem Advents- und Kunstmarkt.

Gestern nun trafen sich das Team um Diedenhofen, Bürgermeister Wolfgang Kroeger, der Büroleitende Beamte Hans-Joachim Weiß und Hausherr Frank Riffel, um sich ein Bild von den Arbeiten zu machen und um die Spende symbolisch zu übergeben.

Kroeger und Weiß lobten nicht nur die immense Arbeitsleistung des Vereins im Frühjahr und Herbst, sondern auch den Umstand, dass seit 2012 fast 40 000 Euro unter anderem für Umwälzpumpen, Beckenboden oder Kinderrutsche geflossen sind. „Ohne unsere Spende hätte das Einbußen für die Stadt und die anderen Stadtteile bei der Haushaltsplanung bedeutet. Aber wir möchten uns als Freibad für die Gesamtstadt verstanden wissen, daher haben wir alles zusammengekratzt“, so Diedenhofen.

Die Sanierung der vier Filter bedeutet konkret, dass rund 16 Tonnen gebrannter Quarzkies ausgetauscht, die tausend Luftdüsen und die Verrohrung erneuert sowie ein neuer Kompressor eingebaut werden müssen. „Die Rohre waren seit 1986 der Sonne ausgesetzt, das Plastik war wie verglast. Rund 240 000 Liter Thermalwasser laufen pro Stunde durch die Filter, daher war die Betriebssicherheit nicht mehr gegeben“, so Riffel.

Alle Akteure sind guter Dinge, dass die Maßnahmen pünktlich zum „Anschwimmen“ an Gründonnerstag, 24. März, abgeschlossen sein werden.