Haribo-Baustelle in der Grafschaft: Erdarbeiten vor dem Zeitplan

Haribo-Baustelle in der Grafschaft : Erdarbeiten vor dem Zeitplan

Gute Laune. Das ist ein Markenzeichen von Friedhelm Moog. Der Chef des Grafschafter Bauamtes ist auch ein Freund klarer Worte und kurzer Dienstwege.

Genau deshalb wird er von den Grafschaftern geschätzt, die seit dem 20. August einmal pro Woche zum Haribo-Baustellengespräch im Innovationspark aufschlagen. Dieses moderiert Moog unter dem Motto: "Erst die Bürger, dann die Experten - Beschwerden, Fragen, Anregungen." Sein Ziel: " Information rüberbringen, Missstände aufnehmen und abstellen."

Seine Botschaft beim jüngsten Baustellengespräch: "Wir liegen weit vor dem Zeitplan und haben jede Menge Puffer." Soll heißen: Mai 2015 war für das Ende der kompletten Erdarbeiten für die Haribo-Baustelle avisiert, es soll schon bis Jahresende klappen. Doch für die von den zur Tongrube Lantershofen fahrenden Lastwagen gebeutelten Bürger von Ringen ist schon in zwei Wochen Schluss.

"Wir fahren den Aushub zusätzlich nach Straßberg und Gelsdorf. An Spitzentagen sind das bis zu 400 Fuhren hin und zurück, also 800 Lkw-Bewegungen" erklärte Moog. Und: "Wenn wir mit den Erdarbeiten fertig sind, haben wir 30.000 Lastwagen zu je zehn Kubikmeter Erde abgefahren." Etwa 100.000 Kubikmeter Aushub seien dann auf der Baustelle "umsortiert worden", bewegt wurden dann 600.000 Kubikmeter.

Zahlen, die die Zuhörer interessieren, die diese aber auch mit Dreck verbinden. Denn wo die Lastwagen herfahren, ist gerade bei miesem Wetter an der braunen Schicht auf dem Straßenasphalt zu sehen. Dass dies nicht zu vermeiden ist, wird allgemein akzeptiert. Aber wenn dicke Erdbrocken an der Ringener Kirche auf der Straße liegen, kommt eben keine Freude auf.

"Kann passieren, auch wenn die Kehrmaschinen fast Non-stop im Einsatz sind", sagte Moog, appelliert aber auch an die Firmen, ihre Fahrer "noch Mal ins Gebet zu nehmen". Vor allem nach dem Verlassen der Tongrube. Denn dass bei der leeren Rückfahrt mehr Dreck auf die Straßen kommt, als bei der voll beladenen Hinfahrt, hatte beim jüngsten Gespräch doch für Wortmeldungen gesorgt.

Dito die Kalkausbringung, die der Verbesserung der Bodenstabilität dient, aber am Dienstag eher unglücklich verlaufen war. Denn zum Staub des Kalks war Westwind gekommen. Und als es dann noch nieselte, war der Ärger bei den in der Nachbarschaft parkenden Mitarbeitern von ansässigen Betrieben programmiert. "Das haben wir falsch eingeschätzt", sagte denn auch die stellvertretende Bauleiterin Anna Rose.

Und Anliegerin Elke Schäfer von Schäfer Stahl- und Metallbau erklärte: "Unsere Leute waren sauer. Mit normaler Waschanlage war da nichts zu machen. Da half nur schrubben, schrubben, schrubben." Da griff Moogs kleiner Dienstweg: "Die Waschanlage des Bauhofs steht zur Verfügung. Wenn das nicht klappt, sorgen wir für eine Profireinigung." Elke Schäfer war zufrieden.

Und zufriedene Zuhörer gab es auch, als Moog zusicherte: "Wenn wir mit den Lkw-Fahrten durch sind, sehen wir uns alle Fassaden an den Fahrstrecken an. Was dann gereinigt werden muss, das wird dann auch professionell gemacht. Das organisiert die Gemeinde." Gleiches gelte auch für Fassaden und verschmutzte Fotovoltaikanlagen im Innovationspark.

Sauberkeit nach den Arbeiten war deshalb auch gestern Abend Thema im Grafschafter Gemeinderat. Im Rathaus können sich übrigens alle diejenigen melden, die kostenlos Mutterboden haben wollen. Moog: "So im Umkreis von drei, vier Kilometern müsste das machbar sein. Was wir so weggefahren bekommen, brauchen wir nicht mehr weit weg zu transportieren." Und was kommt nach Gelsdorf? Dort gibt es ein Zwischenlager für Felsmaterial. Das kann für den Unterbau von Wirtschaftswegen verwendet werden. "Das müssen wir dann nicht teuer kaufen", sah Moog einen günstigen Nebeneffekt.

Das nächste öffentliche Baustellengespräch findet am Mittwoch, 15. Oktober, ab 9 Uhr im Containerbüro an der Fraunhoferstraße statt.

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