Kunst im "Weißen Turm": Ein abstrakter Blick auf vertraute Panoramen

Kunst im "Weißen Turm" : Ein abstrakter Blick auf vertraute Panoramen

Im Rahmen einer Vernissage wurde am Wochenende die neue Ausstellung im Weißen Turm in Ahrweiler "Leben - Räume - Träume" eröffnet. Ausgestellt werden Kunstwerke von Gitta Büsch und Angelika Furth. Zahlreicher Besucher und ein ansprechendes musikalisches Programm gaben der Eröffnung einen besonderen Glanz

Tagtäglich fährt man als Bewohner des Ahrtals an den zahlreichen Postkartenmotiven vorbei: Burgen, Wingerte und Wälder. Die Ahrbrücker Künstlerin und Vorsitzende des Kulturvereins Mittelahr Angelika Furth wagt einen abstrakten Blick auf diese vertrauten Panoramen.

In ihrem Triptychon "Ahr-Eifel" versucht sie, auf abstrakte Art und Weise die Stimmungen einzufangen, die von den Motiven ausgehen. Anhand gewisser Strukturen kann man ungefähr erkennen, wo man sich an der Ahr befindet, doch der Blick des Besuchers verliert sich schnell in den kontrastreichen Farben.

Insgesamt ist das ausgestellte Werk Furths eher auf Abstraktion und auch auf Brüche ausgelegt. So prangt das Bild einer Stadt in Trümmern direkt über einem der beiden Sofas, die zum Ausruhen und Betrachten einladen. Kleinod der Ausstellung ist der Zyklus "Kleine Welten", den Furth für eine Demenzfibel geschaffen hat und der sich mit der Abkapselung von Demenzkranken künstlerisch auseinandersetzt.

Einen ganz anderen Blickwinkel beleuchtet Gitta Büsch. Ihre Werke hängen und stehen aus diesem Grund auch in einem anderen Raum. "Wir sind einfach zu unterschiedlich", bemerkte Furth dazu. Abstraktion findet sich hier kaum, dafür besonders viel Gegenständlichkeit.

Die Bonner Künstlerin spielt mit den Metaphern, besonders für die Hoffnung des Menschen. Wer die Stiegen zur Ausstellung hinaufsteigt, der findet sich von naturalistischen Vogeldarstellungen vor strahlend blauem Himmel begleitet. Wer ihren Ausstellungsraum betritt, dem sticht sofort ein Kunstwerk ins Auge, welches Gemälde und Skulptur miteinander vereint: Unterschiedlich angebissene Apfelstücke ragen aus einer Leinwand hervor. Eine Besonderheit Büschs ist die Kunst zum Anfassen. Bei der Skulptur "Herzdame" kann der Betrachter das titelgebende Herz drehen und bei "Circle" die Augen. Ein weiteres großes Thema ist das Verhältnis von Mensch und Natur. In "Tagtraum" steht der Mensch vor einem Fenster, das den Blick auf wilde Tiere freigibt.

Severin Schoppen an der Querflöte untermalte die Vernissage mit Stücken, unter anderem aus den "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi.

Die Ausstellung ist noch bis 30. Oktober montags bis mittwochs 16 bis18 Uhr, freitags 14 bis 18 Uhr, sonntags 14 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

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