Künstlerforum Remagen: Die Neuen haben etwas zu bieten

Künstlerforum Remagen : Die Neuen haben etwas zu bieten

Ein schneller Rundumblick und schon erkennt man, der BBK, Bundesverband bildender Künstler, Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg, kann seine "Neuen 2015" getrost der Öffentlichkeit präsentieren. Was die acht von insgesamt 18 neuen Mitgliedern im Künstlerforum Remagen zeigen, ist wert, gesehen zu werden.

Richtig ins Auge knallen die Fahnen von Edith Dellgrün, entsprechend ihrem Motto "Malerei ist für mich Lebensenergie". In Mischtechnik hat sie beide Hochformate rhythmisch besprenkelt, ein wildes Drüber und Drunter von Farben und Formen angerichtet. Doch lässt sie, ganz erfolgreiche Dompteuse der schöpferischen Orgie, diese nicht ins Chaos abgleiten.

Da Irmgard Hofmann feurige Themen am liebsten sind, setzt auch sie die Farbe kraftvoll ein, ob im sattgelben "Gibraltar"-Bild, dem wirbelnden schwarzgoldenen "Sonnenwind" oder einem eruptiven Vulkan, der sogar Kohle-Stücke enthält. Heike Pander begeistert die großartige Natur Afrikas, die sie als Reisende und Ethnologin in vielen Ländern kennenlernte.

Wenn sie Tiere auf handgeschöpftem Papier festhält, harmonieren Affe, Elefant und Wasserbüffel in warmen Pastellkreiden wunderbar mit dem naturfarbenen Untergrund. Dagegen interessiert sich Ricarda Rommerscheidt für den Menschen, etwa ein Mädchen auf dem Hotelbett.

Das Bild erinnert an die kalte Tristesse Edward Hoppers. Viel lebendiger inszeniert die Malerin Industriearbeiter und Jugendliche mit Wurfgeschossen, indem sie die gegenständlich gezeichneten Figuren in einem stark abstrahierten Umfeld verortet. Der iranischstämmige Mehdi Arandan wiederum rückt die von ihm Porträtierten formatfüllend ins Ölbild. Seine Spezialität ist es, dabei die Motive über die gesamte Malfläche mit einem Raster farbiger Kringel zu überziehen.

Ebenso liefern die Plastiker Überraschungen. Im schmalen Raum, den Birgit Sommer besetzt, erobern organisch geformte Draht-Körper die Wand. Ein Vierbeiner klettert hoch. Doch unklar ist, ob die anderen kugel-, wurm- und pilzförmigen Gebilde pflanzlich oder tierisch geartet sind. Einen knalligen Kontrast dazu geben Jutta Vogelsbergers hohe "Weibsbilder" ab, kurvenreiche glitzernde Skulpturen, die kahl, armlos und einbeinig sind, dennoch nichts vermissen lassen.

Die Bildhauerin baut sie aus Beton über einem Gerüst aus Moniereisen auf und verpasst ihnen aus eingelegtem Glas eine glatte farbige Oberfläche. Schließlich kann man sich von der poetischen Anmutung gefangen nehmen lassen, die den Arbeiten von Angela Kiersch eigen ist. Aus Kiefernadeln und Efeubeeren kreiert sie luftige Arrangements, und aus einem mit Kiefernnadeln gespickten Kissen entsteht die Haartracht eines "Bad Boy".

Die Ausstellung ist bis 22. Mai in der Kirchstraße 3 zu sehen. Bereits am Samstag, 23. Mai, startet dort um 15 Uhr die Vernissage für die Ausstellung weiterer BBK-Neuzugänge. Sie läuft bis 7. Juni. Geöffnet sind die Präsentationen samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr.