Ahrweiler Martinsfest: Die Ahrhut siegt beim Feuer und die Niederhut beim Schaubild

Ahrweiler Martinsfest : Die Ahrhut siegt beim Feuer und die Niederhut beim Schaubild

Auf dem vollen Ahrweiler Marktplatz gab es kein Halten mehr. Schon vor der Siegerehrung der Martinsprämierung eiferten die jungen Mitglieder der beiden größten Hutengemeinschaften lautstark um die Wette.

"Feuermeister" und "Schaubildmeister" skandierten die Junggesellen so laut sie konnten und beschworen ihre ersten Plätze: Tatsächlich ging keiner von ihnen leer aus. Für die Junggesellen von der Ahrhut nahm deren Schultes Edward Justus den vom Bürgermeister der Kreisstadt gestifteten Teller für das beste Feuer entgegen. Zweitplatzierter war die Oberhut.

Der Preis für das beste Schaubild ging an die Niederhut. Zweiter wurde die Ahrhut. Dechant Jörg Meyrer, gerade nach mehrmonatiger Abwesenheit an die Ahr zurückgekehrt, überreichte die von ihm 2010 gestiftete Kupferplatte an Tobias Maur, der von seinen Niddehöde auf Händen getragen wurde.

1600 Feuerpunkte, schätzten die Ideengeber Bastian Friedrich und Sebastian Reuter, hätten von der Niederhut diesmal angezündet werden müssen. Mit einer Länge von 92 Metern und einer Höhe von 32 Metern hatten sie einen Feuerwehrmann aus Flammen erschaffen, der das eigene Martinsfeuer zu löschen schien. Gezeichnet worden war es von Fynn Terporten. "Wir haben viele Mitglieder der Feuerwehr im Junggesellenverein und uns schon vor Monaten entschieden, zu deren Jubiläum ein Schaubild zu machen", sagten sie.

Umrahmt wurde ihr Feuerwehrmann von dem Feuerwehrmotto "125 Jahre. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr." Kaum weniger beeindruckend war die Leistung der Ahrhut: "Ahrweiler. Die Stadt der Traditionen", wurde in Feuerschrift in die Wingerte geschrieben. Eingerahmt von den Jahreszahlen 1813 und 2013 wurden zusätzlich Symbole für diejenigen sichtbar, die in diesem Jahr in Ahrweiler ein Jubiläum gefeiert hatten: Eine Armbrust für die Aloisiusjugend (200 Jahre), ein Kreuz für die Gründung des Klosters Calvarienberg (175 Jahre), eine Narrenkappe für die Ahrweiler Karnevals-Gesellschaft (150 Jahre), die Rufnummer "112" für die Feuerwehr (125 Jahre) und ein "Trömmelche" für den Spielmannszug (90 Jahre). "Werte erhalten. 1852 Oos Kapellche" und die Silhouette der Deo-Kapelle funkelte bei der Oberhut, und ein Bekenntnis für "Burgundia Carina" samt Weinpokal flammte bei der Adenbachhut auf.

Viele erfahrene Ahrtaler waren der Meinung, dass wirklich jede der vier Huten diesmal den ersten Platz beim Schaubild verdient gehabt hätte. Sie hätten der Jury die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagte denn auch Klaus Mührel. Der neue Rektor der Aloisiusschule und qua Amt Vorsitzender des Martinsausschusses, wohnhaft in Bad Breisig, war selbst zum ersten Mal beim Ahrweiler Martinsbrauchtum dabei.

Erstmals in der Jury votierte zudem Horst Gies, der zum Abschluss seiner 15-jährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher Bürgermeister Guido Orthen vertrat. Weitere Jurymitglieder waren die Schulelternbeiratsvorsitzende der Aloisiusschule, Julia Wurstner, sowie jeweils ein Vertreter der vier Junggesellenvereine und der Huten, die unter anderem Idee, Originalität und Lesbarkeit der Schaubilder bewerteten.

Die Feuer mussten mindestens zehn Minuten "ordentlich stehen" und gleichmäßig ohne "schwarze Männer", also schwarze Löcher im Flammenbild, abbrennen. Schon Stunden vor dem Entzünden des 16 Meter hohen Aufbaus des Siegerfeuers sowie der anderen Feuer, zu dem das Glockengeläut von Sankt Laurentius den Startschuss gab, waren die Ahrweiler Altstadt und auch die Ahrtorbrücke bevölkert gewesen, und auch lange nach dem Martinsumzug war kein Platz in einem der Ahrweiler Gastronomiebetriebe zu bekommen.

Auch dafür dankte Klaus Mührel allen Beteiligten, die wieder für einen beeindruckenden Martinsabend in Ahrweiler gesorgt hatten, vor allem den Grundschulkindern und den Junggesellen: "Mit euren Laternen, Feuern und Schaubildern habt ihr Licht ins Dunkel gebracht."