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Freibad der Römerstadt: Darum bekommt Remagener Freizeitbad keine Traglufthalle

Freibad der Römerstadt : Darum bekommt Remagener Freizeitbad keine Traglufthalle

Die Stadt Remagen verabschiedet sich von den Plänen, Ganzjahresschwimmen möglich zu machen. Die SPD-Fraktion hatte die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob eine derartige, über den Schwimmbecken platzierte Halle für das Freibad der Römerstadt machbar sei. Schnell stand das Prüfergebnis fest.

Im Remagener Freizeitbad wird es keine Traglufthalle geben, die ein Ganzjahresschwimmen möglich gemacht hätte. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hatte die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob eine derartige, in anderen Orten bereits eingesetzte, über den Schwimmbecken platzierte Halle für das Freibad der Römerstadt machbar sei. Schnell stand das Prüfergebnis fest: Mindestens 450.000 Euro müssten alleine für Halle und Fundamente aufgebracht werden. Hinzu kämen jährliche Betriebskosten von zusätzlichen 250.000 Euro. „Zu teuer“, befand der Haupt- und Finanzausschuss. Die SPD verabschiedete sich angesichts der Zahlen dann schließlich selbst von ihrer Wunschvorstellung.

Zuvor hatte Rolf Plewa für die SPD noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig ein Ganzjahresbetrieb wäre. Schließlich sei es erschreckend, wie viele Kinder nicht mehr schwimmen lernten. Mit Hilfe einer Traglufthalle könnte jedoch ein ganzjährig nutzbares Bad angeboten werden. Sowohl den Schulen als auch Schwimmvereinen.

Wie Stadtkämmerer Marc Göttlicher dem Ausschuss mitteilte, hatte man den Bau einer solchen Halle sorgfältig geprüft und Erfahrungsberichte aus anderen Städten eingeholt. Neben den eigentlichen Baukosten würden vor allem zusätzliche Energie- und Personalkosten in erheblichem Umfang zu Buche schlagen. Zusätzlich generierte Einnahmen würden die Ausgaben bei Weitem nicht abmildern. Einstimmig beschloss der Ausschuss, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.

Zur Entscheidungsfindung trugen auch die Zahlen bei, die sich aus der Freibadbilanz ablesen lassen. Zwar war das Bad im vergangenen Sommer von 65.654 Schwimmern besucht worden, was bei 111 Öffnungstagen einem Besucherdurchschnitt von 591 Badegästen entspricht. Dennoch wurde ein Minus von 245.000 Euro erwirtschaftet. Das Defizit pro Badbesucher lag bei 3,74 Euro, das aus allgemeinen Steuermitteln abgedeckt werden muss.

In Jahre 2018 waren 88.680 Badbesucher gekommen, die seinerzeit mit jeweils 2,75 Euro subventioniert werden musste. Der Jahresverlust lag vor einem Jahr bei 244.000 Euro. Besonders schlimm fiel das Ergebnis im Jahre 2011 aus: Damals lösten aufgrund des schlechten, verregneten Sommers nur 43.220 Besucher eine Eintrittskarte, was dazu führte, dass pro Badbesucher satte 7,32 Euro zugeschossen werden mussten. Unerreicht ist der bisherige „ewige Besucherrekord“, der 1976 verzeichnet wurde: Knapp 140.000 Remagener und auswärtige Gäste kühlten sich damals im Freibad der Römerstadt ab. Eine Traglufthalle würde zwar für wieder mehr Besucher sorgen, aber auch für hohe, aus städtischen Mitteln kaum darstellbare Kosten, so die einhellige Meinung.